Nach Brand in St. Ottilien

Wenn der Tanklaster das Trinkwasser ins Kloster bringt

Hackschnitzellager - brand - st. ottilien
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St. Ottilien - Infolge des gestrigen Brandes im Hackschnitzellager mussten die Brunnen in St. Ottilien vorsichtshalber abgeschaltet werden. Wie Klostersprecherin Stefanie Merlin ausführt, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass Löschwasser in den Wasserschutzbereich um den Brunnen gelangt ist.

Ab sofort erhält die Erzabtei Trinkwasser aus Eresing, das in einem Tanklaster nach St. Ottilien transportiert wird. Damit stehe Leitungswasser wie gewohnt zur Verfügung. Allerdings: Nach Maßgabe des Gesundheitsamtes Landsberg muss das Leitungswasser vor der Verwendung abgekocht werden. Ein Gutachter prüft unterdessen, ob es zur Verunreinigung der Klosterbrunnen gekommen ist.

Wie im KREISBOTEN berichtet, brannte in der Nacht auf Montag das klösterliche Hackschnitzellager westlich des Klostergartens ab. Durch den tatkräftigen Einsatz der Feuerwehren Eresing, Geltendorf, Greifenberg, Pflaumdorf, Landsberg und St. Ottilien sowie des Technischen Hilfswerks (Landsberg, Dachau, Weilheim) konnte der um 2 Uhr nachts entdeckte Brand eingedämmt und gelöscht werden. Bruder Josef Götz von der Klosterverwaltung dankt im Namen der Benediktinergemeinschaft allen Einsatzkräften und der Gemeinde Eresing für die rasche Hilfe.

Die Polizei war vor natürlich Ort. Sie schließt nach ersten Ermittlungen Brandstiftung als Ursache nicht aus. Die Kripo-Beamten bitten darum, etwaige verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Brandobjekt zu melden. Anrufe nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 08141-6120 entgegen.

Rund 50 Prozent der in St. Ottilien erzeugten Wärme wird mit Hackschnitzeln erzeugt. Die andere Hälfte der im Klosterdorf benötigten Wärme (für sämtliche Klostergebäude, Betriebe, Gymnasium) stammt von der Abwärme der Biogas-Motoren für die Stromerzeugung. Das Lager enthielt einen Jahresvorrat an Hackschnitzeln. Auch die Lagerhalle wurde zerstört. Die Schadenssumme wird auf 200.000 Euro beziffert. Personen kamen nicht zu Schaden.

+++ Update, Mittwoch, 20. Januar, 11 Uhr +++

Die Brunnen in St. Ottilien sind nach Freigabe durch das Gesundheitsamt wieder am Netz. Der am Dienstag hinzugezogene Gutachter habe festgestellt, dass kein Löschwasser in den Einzugsbereich der Klosterbrunnen geflossen und damit kein Brunnen beeinträchtigt sei. „Das Abkochen des Leitungswassers ist nicht mehr notwendig“, so Merlin.

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