Weg von der Straße

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Der im vergangenen Juli völlig niedergebrannte Stadel, dahinter die abbruchreife Gaststätte Stock.

Asch – Dass nach dem Großbrand Ende Juli die Stockwirtschaft oberhalb von Asch wieder aufgebaut wird: Dies fasst die Familie Beisch als Eigentümer ernsthaft ins Auge. Vier Monate nach der schlimmen Feuersbrunst liegen die verkohlten Balken und Pfetten immer noch am Brandort. Anfang Dezember soll die Abbruchfirma anrücken, erklärt Waltraud Beisch.

Was die Brandursache betrifft, so sei das Ergebnis noch nicht endgültig. Vorsätzliche Brandstiftung (z.B. Zündeln) scheide aus, erklärte Jürgen Weigert vom der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt, das auch für den Landkreis Landsberg zuständig ist. Es gebe noch zwei mögliche Ursachen. Ein technischer Defekt sei nicht auszuschließen. Auch eine fahrlässige Brandstiftung sei denkbar (z.B. das achtlose Wegwerfen einer Zigarette). Nach dem Großbrand war ein Gutachter vom Landeskriminalamt vor Ort. Dessen endgültiger Bericht liegt noch nicht vor. Fest steht, dass der Brand an der Ostseite des Stadels ausbrach, der hinter der Gaststätte stand. War die ermittelnde Kripo Fürstenfeldbruck zunächst von 150.000 Euro Schaden ausgegangen, so wird dieser nunmehr auf eine Viertelmillion Euro beziffert.

Mit Fässern

Nahezu 200 Feuerwehrleute aus dem Fuchstal und aus dem angrenzenden Ostallgäu waren bei dem Großbrand im Einsatz. Aus Landsberg und Kaufering wurden von Kreisbrandmeister Johann Hagenbusch die Drehleitern angefordert. Eine besondere Herausforderung war damals die Löschwasserversorgung. Der Hydrant vor Ort konnte die Versorgung nicht abdecken; mit Fässern und mit einer Schlauchleitung zum Wiesbach musste weiteres Löschwasser herangebracht werden.

Erst eine Voranfrage

Der Fuchstaler Gemeinderat befasste sich auf der vergangenen Sitzung mit dem „Antrag auf Vorbescheid zum Wiederaufbau einer Gaststätte mit Wohnung, Fremdenzimmer und Scheune“. Die Räte haben dem zugestimmt. Waltraud Beisch merkt dazu an, es sei erst eine Voranfrage. Dies bedeute noch nicht, dass der Beschluss zum Wiederaufbau in der Familie schon definitiv getroffen worden sei. Die bekannte Gaststätte am Höhenrücken bei Asch – nahe an der Landkreis- und Bezirksgrenze gelegen – war vor dem Großbrand von der Familie Beisch an eine Gastronomin verpachtet. Sie heißt Hannelore Bonenberger und hat mittlerweile ein Lokal bei Aufkirch übernommen.

Der Plan zur Voranfrage sieht vor, die Gaststätte beim Wiederaufbau etwas weiter nördlich zu errichten. „A bissle weiter weg von der Straße kann nicht schaden“, kommentierte Bürgermeister Erwin Karg. Im Fall eines Neubaus an dieser Stelle bedeutet dies auch für die Gemeinde Fuchstal eine zusätzliche Investition. Denn der Beschluss, auch die außengelegenen Häuser und Höfe per Breitband mit schnellem Internet zu erschließen, trifft ebenso auf die Stockwirtschaft zu. Dafür sind ungefähr 20.000 Euro zu berappen. Viel für einen einzelnen Anschluss. Aber wenig im Vergleich zur Schadenssumme – oder gar zu dem, was der Wiederaufbau kostet.

Johannes Jais

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