Marienmünster wieder geöffnet

"Verpresst und genadelt"

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Nach Untersuchungen und Reparaturarbeiten am Chorbogen des Marienmünsters, kann dieses nun wieder geöffnet werden.

Dießen – Pfarrer Josef Kirchensteiner und Kirchenpfleger Peter Keck atmen auf: Die Schäden im Marienmünster sind behoben und Untersuchungen des Langschiffs haben ergeben, dass es keine weiteren Risse in der Decke gibt. Seit dem 23. Dezember 2016 war der Chorraum der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt geschlossen. Kirchenpfleger Peter Keck hatte kurz zuvor bei einer Routinebegehung der Kirche entdeckt, dass sich ein bekannter Haarriss im Chorbogen vergrößert hatte.

Lange wurde um die Ursache dafür spekuliert. Untersuchungen der Technischen Universität München (TUM) haben ergeben, dass sich das Fundament im Chorbereich um wenige Milli­meter abgesenkt hat und dadurch der Riss im Chorbogen größer wurde. Der Ursprung des Haarrisses, der bis zur großen Kirchenrenovierung in den 80er Jahren das gesamte Kirchenschiff durchzog, ist in der Zeit zwischen 1827 und 1848 anzusetzen. Im Jahr 1827 brannte der Kirchturm und ein großer Teil des Turms wurde ein Raub der Flammen. Bis im Jahr 1848 der neue Turm gebaut wurde, entstand der Riss im Kirchenschiff, weil im Gesamtgefüge das Gegengewicht des Turms fehlte.

Für die Untersuchungen und Reparaturarbeiten wurde ein 7,8 Tonnen schweres und knapp 23 Meter hohes Gerüst in die Kirche gebaut. Die Untersuchung des Langschiffs mit einer mobilen Hebebühne hat ergeben, dass keine weiteren Schäden vorliegen, außer einer Hohlstelle im Deckenfresko „Gründung der Urkirche St. Georg“. Zur Sicherung dieses Kunstwerks wurde die Hohlstelle hinterspritzt und somit gefestigt.

Der Riss im Chorbogen wurde „verpresst und genadelt“. Zudem wurde dort ein dauerhaftes Messsystem eingebaut, das regelmäßig Daten erhebt, die ohne Aufwand von der TU München ausgewertet werden können. Die Ornamente, wie Rosetten und Rosen, im Bereich der Rissbildung, musste der Stuckateur aufwändig sichern und sanieren.

Die Kosten für die Reparaturen werden zwischen dem Freistaat Bayern und der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt entsprechend aufgeteilt. „Ich freue mich sehr, dass unser Marienmünster ab sofort wieder jederzeit besucht werden kann, sowie darüber, dass Trauungen und die diesjährige Erstkommunion dort stattfinden können. Am 1. Mai, um 19 Uhr findet eine feierliche Maiandacht statt und dann feiern wir auch wieder alle Gottesdienste wie gewohnt im Marienmünster“, sagt Pfarrer Josef Kirchensteiner.

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