Entscheidung zur Standortfrage muss her

Wohin mit dem Kauferinger Feuerwehrhaus?

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Noch wird ein Standort für das neue Feuerwehrgebäude gesucht. Eine Alternative ist der Neubau an gleicher Stelle des heutigen Feuerwehrhauses.

Kaufering – Der zukünftige Standort des neuen Feuerwehrgebäudes sollte eigentlich kein Wahlkampfthema für die Bürgermeisterwahl werden. Doch genau das befürchtet nun Kauferings Feuerwehrkommandant Markus Rietig. Anders als im Planungsausschuss besprochen, will Bürgermeister Erich Püttner eine Abstimmung erst nach der Wahl. Dadurch, so Rietig, werde die Feuerwehr zum Wahlkampfthema.

Der Planungsausschuss hatte sich für eine Abstimmung im Januar ausgesprochen. „Dann wäre alles entschieden“, betonte Rietig gegenüber unserer Zeitung. Laut Rietig hätten sich drei Fraktionen schon vor den Weihnachtsferien auf einen Standort festgelegt. Welcher das ist, wollte Rietig nicht verraten.

Zwei von den ursprünglich fünf auserkorenen Standorten für das neue Feuerwehrhaus sind nach der Sitzung des Planungsausschusses im Dezember übriggeblieben. Zum einen das Gebiet des heutigen Wertstoffhofes an der Bayernstraße. Alternativ wäre ein Neubau auf dem auch jetzt schon von der Feuerwehr genutzten Gelände. Ausführliche Informationen über die Standortanalyse hat die Freiwillige Feuerwehr Kaufering auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Maßgebend für die Standortwahl einer Feuerwehr ist der sogenannte Abdeckungsgrad, der im Bayerischen Feuerwehrgesetz festgeschrieben ist. Nach diesem soll die Feuerwehr jede an einer Straße gelegenen Einsatzstelle höchstens 10 Minuten nach dem Eingang der Alarmierung erreichen. In dieser Zeitspanne ist auch auf die Minute genau eingerechnet, die die Feuerwehrleute brauchen, um das Feuerwehrgebäude zu erreichen und sich umzuziehen. Es verbleiben dann noch 3,5 Minuten, um mit Blaulicht den Einsatzort zu erreichen. Das entspricht dem Abdeckungsgrad.

Dies ist sowohl vom heutigen Standort als auch einem möglichen Feuerwehrstandort auf dem Gelände des Wertstoffhofes in der Bayernstraße möglich. Bei den anderen verworfenen Standorten hätte es Einschränkungen gegeben. Dazu gehörten die Fläche am Heizkraftwerk, die Fläche südlich der Realschule und der alte Sportplatz auf dem Gelände im Bereich der Grund- und Mittelschule. Bei der Grund- und Mittelschule wäre zwar ein ähnlich guter Abdeckungsbereich möglich gewesen, jedoch entschied sich der Planungsausschuss wegen der Nähe zu den Schulen dagegen.

Der Neubau eines Feuerwehrhauses wir notwendig, weil das heutige Gebäude nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Im Haushalt 2018 sollen die Planungsmittel in der Größenordnung von 100.000 Euro eingestellt werden. Der früheste Baubeginn könnte dann im kommenden Jahr sein.

Für Kaufering bedeutet der Neubau, wegen der angespannten Haushaltslage, eine große Belastung. Rund fünf Millionen Euro fallen für den Bau an, wobei die Höhe der Zuschüsse noch geklärt werden muss. Für Ratsmitglied Manfred Nieß ist das ein Grund, nicht nur an Morgen sondern auch an übermorgen zu denken. Er sagte unserer Zeitung auf Anfrage, im Hinblick auf die Personalsorgen vieler Feuerwehren im Land Bayern sollte einmal untersucht werden, ob man nicht mit der Feuerwehr Landsberg eine engere Kooperation anstreben könne. In diesem Zusammenhang müsse man dann auch über die Anstellung von hauptberuflichen Feuerwehrleuten nachdenken, eventuell sogar gemeinsam mit Landsberg.

Wichtig! Sirenen

Mit einem weiteren Feuerwehrthema werden sich Marktgemeinde und der zukünftige Bürgermeister oder Bürgermeisterin demnächst beschäftigen müssen. Es geht um ein Sirenenkonzept. „Wenn alle anderen technischen Alarmierungsformen ausgefallen sind, müssen wir eine Alarmierung sicherstellen“, sagt der Feuerwehrchef.

Rietig wies darauf hin, dass eine Ersatz-Alarmierung durch die Feuerwehr eine wichtige Pflichtaufgabe sei. Die Warnung der Bevölkerung in Krisenfällen ist allerdings eine „freiwillige Leistung“. Die Trinkwasserverunreinigung von 2016 habe aber gezeigt, dass eine sofortige und adäquate Warnung der betroffenen Bevölkerung kaum möglich ist. Die Sirenen sollen ein erster Schritt sein, um die Bevölkerung abstrakt zu warnen. Wenn Strom- und Handynetzausfälle dazu kommen, besteht sonst kaum eine andere Möglichkeit der Warnung. Die Marktgemeinde hatte sich 1992 aufgrund der Entspannung in der politischen Großwetterlage für die Abschaffung der Sirenen entschieden.

Siegfried Spörer

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