Es bleibt alles im Rahmen

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Noch wird im Herkomer-Museum eifrig gearbeitet, „aber bis Sonntag sind wir fertig“, ist Museumsleiterin Sonia Fischer (Foto) überzeugt. Die extravagante blaue Vitrine wird Exponate zu Herkomers Technikbegeisterung zeigen.

Landsberg – Ganz am Anfang der Planung rechnete Peter Huber vom städtischen Bauamt mit rund 600000 Euro für die Sanierung des Herkomer-Museums. Da war aber noch nicht klar, dass es für den Brandschutznachweis wegen der Nutzungsänderung besonderer Maßnahmen bedurfte: Das ganze Gebäude wurde zum Museum umfunktioniert, im Erdgeschoss ein Café eingerichtet. Jetzt könne man die Kosten gut abschätzen: „Wir haben 1,1 Millionen beantragt, und diesen Rahmen werden wir wohl fast einhalten können.“

Für den Sonderbau „Museum“ war eine Reihe von Maßnahmen notwendig. „Die Decken mussten für die Nutzlast des Museums statisch ertüchtigt werden, ein Aufzug und eine Lüftungsanlage wurden eingebaut und der Dachstuhl energetisch nachgerüs- tet“, listet Huber auf. Zum beantragten Budget kämen noch 60000 Euro für „zusätzliche Wünsche und Notwendigkeiten“. So sei eine Einbruchmeldeanlage wegen der Gebäude- versicherung für 22000 Euro eingebaut, der nachträglich geforderte Brandabschluss zum Mutterturm hin koste 23600 Euro, der Rest sei für Böden und LED-Leuchten in höherer Qualität. Diese zusätzlichen Ausgaben sind wegen besserer Nachhaltigkeit lohnend, betont Peter Huber, „eine ständige Aufsichtsperson statt der Einbruchmeldeanlage wäre auf Dauer teurer.“ 

Unter den neuen Böden liegt noch das alte Parkett, denn der Denkmalschutz fordert, dass jede Neuerung rückgängig gemacht werden kann. „Wir haben zum Beispiel auch im Obergeschoss nachträglich eingebaute Wände und Kamine wieder entfernt, um den Urzustand herzustellen“, zeigt Huber auf einem Bauplan. Abgesehen vom Dachgeschoss wurde aus Gründen des Denkmalschutzes keine weitere Dämmung der Außenwände vorge- nommen. Nur die historischen Kastenfenster restaurierte der städtische Bauhof: „Die Schreiner dort haben das wirklich ganz hervorragend gemacht“, urteilt Huber. Ohnehin habe der Bauhof das Projekt sehr engagiert unterstützt, zusätzlich kümmere er sich auch noch um die Gestaltung der Außenanlagen, die nächstes Jahr abgeschlossen würden. Dafür sieht das Budget 80000 Euro vor. 

Nicht gekürzt 

Die Heizkörper an den Wänden des Museums wurden entfernt, da sie von den Ausstellungsstücken zugestellt gewesen wären. Huber ist mit der Alternative sehr zufrieden: „Jetzt haben wir eine unauffällige, extrem flache Fußbodenheizung“, für die die historischen Türen nicht gekürzt werden mussten. Die neu eingebaute Elektrik ist zentral gesteuert, die Leitungen sind dabei unter einer abgehängten Decke versteckt, um die Wände nicht schlitzen zu müssen. Nach der Eröffnung blieben nur noch ein paar weitere, zeitnah auszuführende Arbeiten am Mutterturm, um dessen Erhalt zu sichern. 

Er habe sehr gerne an diesem Projekt gearbeitet, betont Huber, auch, „weil es keinerlei unangenehme Überraschungen gegeben hat, und das ist bei so einem Projekt eher selten.“ Positiv zu erwähnen sei ebenfalls, dass hauptsächlich regionale Firmen in das Projekt eingebunden wurden. Man sehe jetzt gar nicht mehr, was alles gemacht wurde, „aber es steckt viel Arbeit hinter den Kulissen.“ 

Der eine Woche vor Wiedereröffnung des Herkomer-Museums hochgerechnete Kostenrahmen liege ohne Außenanlage laut Verwaltung bei 1,275 Millionen Euro. Davon entfallen gut 300000 Euro auf Spenden von Bürgern, diverse Fördergelder machen 550000 Euro aus, sodass die Eigenmittel der Stadt Landsberg bei 425000 liegen. Und dafür ist ein erlebbares Denkmalensemble von überregionaler kulturhistorischer Bedeutung entstanden.

Susanne Greiner

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