SPD-Unterbezirk Landsberg

Markus Wasserle führt die Sozialdemokraten

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Bezogen klare Positionen in der Aussprache vor der Wahl: Peter Wittmaack (stehend) und der neue SPK-Unterbezirksvorsitzende Markus Wasserle (am Rednerpult).

Landsberg/Hofstetten – Markus Wasserle (37) übernimmt den Vorsitz bei der SPD im Unterbezirk Landsberg. Er wurde am Samstag zum Nachfolger von Dominik Scales (Hohenpeißenberg) gewählt, der das Amt drei Jahre lang innehatte und jetzt abgab, weil er in Ulm arbeitet. Zur SPD im Unterbezirk Landsberg gehören 350 Mitglieder in acht Ortsvereinen: Geltendorf, Utting, Schondorf, Dießen, Kaufering, Landsberg, Vilgertshofen und Fuchstal.

Wasserle wurde mit 16 Stimmen gewählt. Er erhielt auch vier Neinstimmen. Zuvor gab es eine lebhafte Aussprache. Peter Wittmaack, früherer Bürgermeister in Schondorf, stand auf und hob dazu an, „Wasser in Wasserles Wein zu gießen“, wie es der Schondorfer selbst formulierte. Ihm ginge das mit dem Werdegang bei den Sozialdemokraten zu schnell, befand Wittmaack. Noch 2014 trat Wasserle als Landratskandidat gegen Thomas Eichinger (CSU) an und unterlag in der Stichwahl. Dass er jetzt schon eine Spitzenposition im Unterbezirk bekleiden solle, sei für einige Menschen, insbesondere für langjährige Mitglieder, nur schwer nachzuvollziehen.

Wittmaack, seit 1982 Mitglied bei der SPD, sprach anschließend noch von zwei Personen, die er für den Vorsitz im Unterbezirk im Blick habe. Namen nannte er aber keinen. Einen Wahlvorschlag machte er ebenfalls nicht.

Für Wasserle, der von Scales vorgeschlagen worden war, machte sich der Landsberger Stadtrat Felix Bredschneijder stark. Warum solle in der Partei nur der was werden, der 35 Jahre Erfahrung im Unterbezirk mitbringe, fragte er und ergänzte ironisch: „Vielleicht hat er (Wasserle) Karl Marx nicht auswendig gelernt.“ Wasserle habe 2014 bei der Podiumsdiskussion zur Stichwahl um den Landrat eine „Schlammschlacht“ durchgestanden. Dann sei er in die SPD gekommen, rief Bredschneijder in Erinnerung. „Ich kann mir für uns keinen Besseren wünschen.“

Dr. Albert Thurner aus Vilgertshofen, einziger SPD-Bürgermeister im Landkreis und bis 2014 selbst über mehrere Jahren Kreisvorsitzender der Partei, hat an Markus Wasserle schon zu dessen FDP-Zeiten ein „soziales Interesse“ ausgemacht. Der Einsatz für soziale Belange sei ein zutiefst sozialdemokratisches Markenzeichen. Er könne jedenfalls die Kritik des fehlenden Stallgeruchs nicht gelten lassen. Im Gegenteil: Wasserle sprühe nur so vor Ideen.

Eine Lanze für Markus Wasserle brechen wollte auch Hannelore Baur aus Dettenhofen, die im Regionalbüro der SPD in Weilheim beschäftigt ist. Sie hätte schon viele Vorsitzende „kommen und gehen sehen“, bekundete Baur. Wasserle, der Sommer 2016 einer der drei stellvertretenden Vorsitzenden im Unterbezirk wurde, habe „das Heft in die Hand genommen“, da Dominik Scales berufsbedingt nicht vor Ort sein konnte. Dass Wasserle für den Vorsitz kandidiere, sei ihm hoch anzurechnen, zumal es 2014 bei der Landratswahl im Unterbezirk „an mancher Unterstützung gemangelt hat“.

Hanni Baur ist bei der Unterbezirkskonferenz, die in Hofstetten im Gasthof Alte Post abgehalten wurde, als Stellvertreterin einstimmig gewählt worden. Eva Avilés und Florian Hansch bleiben unverändert im Vorstand – genauso wie Schatzmeisterin Vroni Schwarz. Letztere berichtete über einen Kassenstand von 6.000 Euro, der – wie ein Besucher der Konferenz witzelte – keinesfalls eine Größenordnung erreiche, um zur Vermögenssteuer veranlagt zu werden.

Der neue Unterbezirksvorsitzende Markus Wasserle lebt mit der Familie in Windach. Noch. Mit seiner Frau und den fünf Kindern möchte er heuer im Herbst nach Kaufering umziehen, wo er aktuell eine Kletterhalle baut – im Süden des Bahnhofs. Er ist zusammen mit zwei Brüdern in Rott aufgewachsen. Nach der Lehre zum Landmaschinenmechaniker absolvierte er eine zweite Ausbildung zum Gebäudereiniger. „Beide Entscheidungen waren goldrichtig“, sagte der 37-Jährige in seiner Vorstellung. Seit 13 Jahren ist er im Bereich Gebäudereinigung selbstständig.

Ebenso lebhaft wie vor der Wahl wurde auf der Versammlung des Unterbezirks nachher über Inhalte diskutiert. Anlass dafür war, dass sich mit MdL Florian Brunn, MdB Klaus Barthel und Gregor Tschung (Münchner Tafel) in Hofstetten drei der sechs Kandidaten präsentierten, die sich dem Mitgliedervotum der bayerischen SPD zum Landesvorsitz stellen. Präsenz zeigten zudem Landtagsabgeordneter Dr. Herbert Kränzlein und der junge Bundestagskandidat Christian Winklmeier (24), der in Hofstetten als Wahlleiter fungierte.

Johannes Jais

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