"Manchem pressiert‘s"

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Das zukünftige Wohngebiet Am Bergfeld in Petzenhausen umfasst zwölf Bauplätze, die 2017 verkauft werden sollen.

Weil – Kaum ein Tag vergeht, ohne dass im Weiler Rathaus eine Anfrage nach Bauland eingeht. „Die Nachfrage ist mehr als überdurchschnittlich“, berichtet Bürgermeister Christian Bolz. Dabei geht es ihm weniger um die auswärtigen Interessenten als vielmehr um die rund 40 Einheimischen, die sich in der Gemeinde ein Haus bauen möchten. Um gerade ihnen Grundstücke günstiger als zum Marktpreis verkaufen zu können, hat die Gemeinde zusammen mit einem Fachanwalt ein neues Modell entwickelt, das einerseits den Anforderungen aus Brüssel entsprechen und andererseits jungen Weiler Familien eine Perspektive bieten soll.

Am gestrigen Dienstag (6. Dezember, nach Redaktionsschluss des KREISBOTEN) sollten die neuen Rahmenbedingungen für ein EU-rechtskonformes Einheimischenmodell in nicht-öffentlicher Gemeinderatssitzung beschlossen werden. Erst danach wird zu erfahren sein, wie dieses im Detail aussieht.

Die bauwilligen Weiler werden die Entwicklung erfreut zur Kenntnis nehmen, denn viele sind schon ungeduldig. Die Lebenssituation würde passen, die Finanzierungszinsen auch – der Zeitpunkt für den Bau des Eigenheims könnte günstiger nicht sein. „Dem einen oder anderen pressiert‘s“, weiß Bolz.

Obwohl in den vergangenen Monaten wenig nach außen drang, sei die Gemeinde alles andere als untätig gewesen, betont der Rathauschef. „Wir haben hinter den Kulissen ein halbes Jahr lang wie blöd an unserem neuen An- und Verkaufsmodell gearbeitet.“ Ihm sei vor allem wichtig gewesen, die Kriterien so zu gestalten, dass die einheimischen Interessenten sie auch erfüllen. Deshalb hatte die Gemeinde zuvor eine anonyme Umfrage unter ihnen durchgeführt.

So viele junge Familien wie möglich sollen mit Hilfe des neuen Modells an ein Baugrundstück kommen, so Bolz. „Und die Eigentümer sollen einen guten Preis bekommen.“ In der Vergangenheit hatte die Gemeinde im Gegenzug für die Gewährung von Baurecht drei Viertel des entsprechenden Gebietes erworben und den Rest beim Eigentümer belassen. Nach EU-Recht ist dies so nicht mehr möglich.

Das neue Verkaufsmodell, das die Gemeinde nun erarbeitet hat, ist allerdings nur die halbe Miete. Denn um es anwenden zu können, muss sie natürlich auch über entsprechende Grundstücke verfügen. Derzeit besitzt sie lediglich in Petzenhausen zwölf Bauplätze, die ab dem kommenden Jahr verkauft werden sollen. „Ich habe den festen Willen, 2017 ein Baugebiet auf den Weg zu bringen“, sagt Bolz. Und er will auch danach beständig weiter Bauland ausweisen und Flächen bevorraten. In mehreren Ortsteilen führe er deshalb Gespräche mit Grundeigentümern, die schon recht weit gediehen seien.

Ulrike Osman

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