Nachhaltiges Fuchstal

Nachhaltigkeitspreis fürs Fuchstal: Interview mit Bürgermeister Karg

Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg
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Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg samt dem ‚Oscar‘ für die Gemeinde auf der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf.
  • VonJohannes Jais
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Fuchstal – Womit die Gemeinde Fuchstal beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis gepunktet hat, wo sie zum Gewinner in der Kategorie Kleinstädte gekürt wurde: Das wollte der KREISBOTE von Bürgermeister Erwin Karg wissen. Er war zusammen mit VG-Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid bei der Preisverleihung in Düsseldorf. Im Interview mit dem KREISBOTEN findet er ernste und humorige Antworten.

Wo hängen Sie denn die Urkunde zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis auf: droben im Rathaus, draußen im Info-Pavillon an den Windrädern oder in einer Vitrine vor dem Wärmetopf?

Erwin Karg: „Das ist keine Urkunde sondern eine Glasplatte mit einer Metallkugel drauf, vergleichbar mit einem Oskar. Somit kommt das in eine Vitrine im künftigen Dorfmuseum, das von Gemeinderat Wolfram Ruoff vorangetrieben wird.“

Was wird die Gemeinde Fuchstal mit dem Preisgeld – es sind 20.000 Euro – machen: Ladestationen für E-Autos?

Karg: „Ich denke, wir werden ein dorfnahes Grundstück mit einem Klimawald bepflanzen. Es wird aufgrund des Klimawandels immer wichtiger, in und direkt an den Dörfern Bäume beziehungsweise Wälder zu haben. Nachhaltige Denke und Wälder. Manche sind zwar anderer Meinung, wie sogar an Aufklebern am Auto zu erkennen ist. Aber für diese Leute gibt’s den Klimawandel halt nicht.“

Was ist die Begründung dafür, dass Fuchstal den Nachhaltigkeitspreis bekommen hat?

Karg: „Wir hatten eine gute Bewerbung, es waren zwei smarte Typen bei der Preisverteilung, und wir haben zudem Geld aus dem Förderprogramm Smart Cities herausgeleiert.“

Wie war denn die Preisverleihung in Düsseldorf? Mit dabei war ja auch Geschäftsleiter Gerhard Schmid von der VG Fuchstal?

Karg: „Die Preisverleihung war am Freitagnachmittag für unseren Preis an die Städte und Gemeinden. Gerhard Schmid und ich fuhren mit dem Zug am Morgen nach Düsseldorf und am nächsten Tag mittags wieder nach Hause. Die Preisverteilung mit Abendveranstaltung fand im Hotel Maritim statt, wo wir auch nächtigten.“

Feiern ging ja schlecht – was folgte dann noch auf den Abend im großen Saal des Maritims: eine Stadtbesichtigung in Düsseldorf ganz ohne Kneipen und eine nüchterne Heimfahrt im Zug?

Karg: „Nach der Preisverleihung haben wir uns den ganzen Abend im Hotel aufgehalten. Die Promis, die da waren, wie Chris de Burgh, Ursula von der Leyen und Billie Eilish, werden uns und andere noch lange verfolgen, wie auch Morley’s Bar. Die Heimfahrt verbrachten wir dann im Speisewagen. Aber nicht wegen dem Hunger.“

Der Preis ist also Anerkennung für einen bald 15 Jahre währenden Prozess im Wandel zu erneuerbaren Energiequellen. Wie viel (politische) Energie haben Sie denn dafür schon investiert – und ist die auch erneuerbar?

Karg: „Politische Energie habe ich hier fast keine investiert; das waren Herzblut, Sturheit, gute Berater, ein innovativer Gemeinderat von 2008 bis 2020 und eine Verwaltung, die mitgeht und ein Geschäftsstellenleiter, der zu allem bereit war und ist. Nur so war es in den letzten 15 Jahren möglich, die Energiewende in Fuchstal fast gänzlich umzusetzen. Diese Energie ist leider nicht erneuerbar und wird mich sicherlich fünf bis zehn Jahre meines Lebens kosten. Mancher wird bedauern: Oh Gott, so wenig nur.“

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Karg

Der Nachhaltigkeitspreis

In Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wurde der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Anfang Dezember zum 14. Mal vergeben. In vier Kategorien wurden Vorbilder der Transformation prämiert, die in den Bereichen Klima, Biodiversität, Ressourcen, Gesellschaft und Lieferketten einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft leisten. Die Veranstaltung fand im Maritim-Hotel Düsseldorf statt.

Den Siegern der Kategorien nachhaltigste Groß-, Mittel- und Kleinstadt stellt die Allianz-Umweltstiftung jeweils 20.000 Euro zur Verfügung, die in innovative Projekte fließen sollen. Fuchstal war Sieger in der Kategorie Kleinstadt. Geestland bei Bremerhaven gewann in der Kategorie Mittelstadt. Sieger bei den Metropolen war Stuttgart. Die Auswahl traf eine Jury mit Experten.

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