»Was soll nur aus dir werden?«

Nachnutzung des Schondorfer Bahnhofsschuppens weiter ungewiss

Schondorfer Bahnhofsschuppen während des Dorfmarktes.
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„Künstlerisch wichtige“ Kulisse beim freitäglichen Dorfmarkt ist der Schondorfer Bahnhofsschuppen. Was aus dem 123 Jahre alten Klotz mal werden soll, ist weiterhin ungewiss.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Schondorf – Etwas weit hergeholt, aber der Werbespruch eines Brillenhändlers passt genau zum Schondorfer Bahnhofsschuppen: „Was soll aus dir mal werden?“ Mit schöner Regelmäßigkeit wird die Zukunft des 123 Jahre alten und entsprechend heruntergekommenen Baus in den Gremien der Gemeinde behandelt – und immer wieder ergebnislos vertagt. So wie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Im Rahmen der Förderinitiative „Innen statt Außen“ der Bayerischen Staatsregierung wollte Bürgermeister Alexander Herrmann von Planungs- und Architekturbüros Machbarkeitsstudien über die „mögliche bauliche Umsetzung der Maßnahmen zur Nachnutzung des Bahnhofsschuppens“ einholen. Eine günstige Gelegenheit für frische Ideen in der totgelaufenen Dauerdiskussion, da der Freistaat 80 Prozent der Kosten übernimmt.

Mit einer knappen Mehrheit von 8:7 Stimmen wurde eine Weiterführung aber abgelehnt, nachdem Gemeinderätin Franziska Königl (FWS) einen Antrag zur Geschäftsordnung eingebracht hatte, nämlich die Zurückstellung dieses Tagesordnungspunktes. Ihre Begründung: Es seien bereits genügend Vorschläge für eine Nachnutzung auf dem Tisch.

Bürgermeister Alexander Herrmann schluckte die bittere Pille vorbehaltlich einer Nachprüfung, ob diese Zurückstellung rechtlich überhaupt möglich sei. Denn der Gemeinderat hatte die Einbeziehung von externen Planungsbüros bereits in einer früheren Sitzung verbindlich beschlossen.

Deshalb hatte die Verwaltung 14 Büros zur Abgabe eines Honorarangebots aufgefordert, wobei zum Ende der Frist zwei Angebote von Büros aus Herrsching und Augsburg vorlagen. Mit Bruttokosten von 4.760 Euro bzw. 9.996 Euro, wovon der Staat 80 Prozent übernehmen würde. Zu diesen Angeboten schlug Bürgermeister Herrmann mit der Kombination beider Angebote noch eine dritte Variante vor, wobei die teurere bezuschusst werden sollte.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Gedankenspiele für eine sinnvolle Nutzung des nur 50 Quadratmeter großen Schuppens samt Kellergewölbe. Die Vorschläge gingen von einem Veranstaltungsraum für Kunst und Kultur über ein Tourismusbüro bis hin zu einer Fahrradgarage. Sogar eine Außenstelle des Studios Rose und des Standesamts kamen aufs Tablet. Natürlich müssten neben einer umfänglichen Schönheitsreparatur Strom und Wasser gelegt sowie ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Toiletten wären nicht notwendig, da die in der benachbarten Bahnhofshalle und im Jugendhaus gegenüber genutzt werden können.

Besonders originell war der Siegervorschlag des letzten Bürgerbudgets, im Güterschuppen im Rahmen eines Vereins Bier zu brauen. Die Wunschörtlichkeit wurde vom Gemeinderat allerdings bereits verworfen. Stattdessen darf die Minibrauerei des künftigen „Bürgerbräus Schondorf“ in die alte Schlauchwaschhalle der Feuerwehr unter dem Rathaus einziehen. Dort sind bereits Wasser- und Stromanschlüsse vorhanden.

Bürger wollten Abriss

2014 dachten die Schondorfer Bürger allerdings ganz anders. Bei einem Bürgerentscheid stimmte die Mehrheit für einen Abriss. Für sie war der ungenutzte Klotz ein „Schandfleck“, für das Landesamt für Denkmalschutz aber ein erhaltenswertes Gebäude. Es stelle zusammen mit dem Bahnhof als Ensemble ein „geschichtlich und künstlerisch wichtiges Denkmal“ dar (Aktenzeichen D-1-81-139-19). Nur gewichtige Gründe würden eine Ausnahmegenehmigung für den Abriss des Schuppens rechtfertigen.

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