Im Zweckverband entwickeln

Konzept für Fliegerhorst im Landsberger Stadtrat vorgestellt

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Das Nutzungskonzept für den Fliegerhorst sieht eine Mischung aus Wohnen, Forschung, Naherholung und Landwirtschaft vor.

Landsberg – Es tut sich was in Sachen Fliegerhorst Penzing. Seit Januar verwaltet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Gelände und wird es der Gemeinde Penzing und der Stadt Landsberg zum Kauf anbieten. Auf Landsberger Flur liegt etwa ein Zehntel der 250 Hektar großen Fläche. Der Penzinger Bürgermeister Johannes Erhardt berichtete jetzt im Stadtrat über mögliche Nachnutzungen.

Erhardt war in Begleitung des Wirtschaftsgeographen Joachim Vossen und des Stadtplaners Martin Birgel vom Münchener Büro Dragomir nach Landsberg gekommen. Beide unterstützen Penzing bei den Vorüberlegungen zur Konversion.

Der Gemeinderat Penzings habe aus insgesamt fünf vorliegenden Konzepten einen Favoriten ausgewählt, berichtete Bürgermeister Erhardt. Demnach soll auf dem Areal eine Vielzahl von Nutzungen realisiert werden: Wohnbebauung und Gewerbe, Forschung und Entwicklung, Nahversorgung, Naherholung und Landwirtschaft. Ein Schwerpunkt soll das Thema intelligente Mobilität sein. In diesem Zusammenhang könnten ein Testzentrum des ADAC und ein „Innovations-Campus“ auf dem Gelände entstehen.

Zur Weiterentwicklung des Konzepts schlug Erhard die Gründung einer interkommunalen Arbeitsgruppe vor, die in einen Zweckverband oder ein Kommunalunternehmen münden könnte. Auch der Landkreis soll mit am Tisch sitzen, wie unter anderem von Seiten der UBV gefordert wurde. Stefan Meiser (ÖDP) möchte aufgrund der verkehrlichen Auswirkungen auch den Markt Kaufering dabeihaben. „Der Bogen muss weiter gespannt werden.“

Erhardt erklärte, Penzing wolle das Gelände nach dem Kauf in kommunaler Hand behalten und über zehn bis 15 Jahre Schritt für Schritt entwickeln. Noch allerdings hält sich die BImA mit konkreten Vermarktungsschritten zurück, weil das Areal auf Altlasten untersucht wird. Ergebnisse sollen im Laufe des Jahres vorliegen. „Davon hängt ab, wann in die Verhandlungen eingestiegen werden kann“, so Birgel. „Wir sprechen über einige Jahre.“

Glücklich über diese Zeitschiene ist der Planer nicht. Die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände leiden unter der Nicht-Nutzung. „Und jeden Monat, wo da draußen nichts passiert, wird die Artenschutzfrage immer kritischer.“
Ulrike Osman

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