Nachwuchs mehr fördern

Die Ausbildung des Nachwuchses im Frisörgeschäft voranzubringen, das hat sich Karlheinz Dittler für seine dritte Amtszeit auf die Fahnen geschrieben. Der Penzinger ist kürzlich als Obermeister der Frisörinnung Landsberg wiedergewählt worden. Als Stellvertreterin an seiner Seite steht fortan nicht mehr Cilli Dollinger, sondern Melanie Frei. Weitere Vorstandsmitglieder sind Kreishandwerksmeister Ernst Höss, Günter Beier und Michael Hunger.

Zunächst zum zentralen Thema Nachwuchs. Gesellenprüfungsvorsitzende Melanie Frei erklärte auf der Hauptversammlung der Frisörinnung die neue Ausbildungsordnung und informierte über die Ausbildungszahlen. Sie machte darauf aufmerksam, dass sich in der Berufsschule das Problem mit der Klassenstärke durch Schüler aus dem Sonderprogramm „Einstiegsqualifikation für Jugendliche“, kurz EQJ, verstärke. Das erste Jahr noch mit rund 23 Schüler, dann durch abbrechende EQJ-Lehren im zweiten Jahr nur noch 18 im zweiten Jahr. Unterbesetzte Klassen könnten finanziell zu einer Unterdeckung und Gefährdung der Frisörklasse an der Berufsschule führen – wenn diese Zahlen so bleiben. Für gesunde Rahmenbedingungen im Frisörhandwerk sprach sich Kreishandwerksmeister Ernst Höss aus – im Klartext: „keine Förderprogramme für fragwürdige Ausbildungen, sondern für erfolgreiches Ausbilden mit einem steuerlichen Vorteil des Ausbildungsbetriebes.“ Nur mit guten und ehrlichen Ausbildungsplätzen sei auch unserer Jugend geholfen Viele Aufgaben und politische Entscheidungen hätten die Arbeit der Frisörinnung geprägt, schickte Obermeister Karlheinz Dittler in seinem Jahresbericht voraus. In den unterschiedlichsten Medien habe jeder von Mindestlohn-Forderung im Frisörhandwerk gehört oder gelesen. „Von einem seit Jahren geltenden allgemein verbindlichen Manteltarifvertrag in Bayern, der alle Tarife mit VERDI verbindlich vorschreibt, aber wird nicht berichtet, kritisierte Dittler. Die Innungen forderten zu Recht eine bessere Kontrolle dieser Tarifvorgabe. „Gerade solche Betriebe die sich nicht um Mindestlohn, Arbeitszeit, Steuern oder Vorschriften kümmern, schaden dem gesamten Handwerk und gefährden Arbeitsplätze“, betonte der Obermeister. Das Thema Steuer beleuchtete Dittler ebenso kritisch: Mit einer reduzierten Mehrwertsteuer für arbeitsintensive Dienstleister könne besonders im Frisörhandwerk die Schwarzarbeit bekämpft werden. Es würden 5400 mehr Arbeitsplätze entstehen und die Konjunktur stärken. „Frau Merkel und Herrn Steinbrück lehnen das ab, und geben dafür 500 Milliarden für notleidende Banken und 50 Milliarden für dubiose Konjunkturprogramme aus.“ Steuersenkung für kleine Handwerksbetriebe sei die Forderung der Frisörinnung. Dittler: „Betriebe, die für die nächsten Jahre vielen unserer Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bereitstellen, müssen belohnt und nicht noch mehr zur Kasse gebeten werden.“

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