Landsberger Stadtfilm 2016/17

Große Resonanz für Rudolf Gilks neuen Stadtfilm

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„Es macht Spaß, den Film anzuschauen“: Die nächste Kinvorstellung läuft am 18. Februar, Beginn ist um 14 Uhr.

Landsberg – Der Stadtfilm 2016/2017 des BR-Filmemachers und Kinobetreibers Rudolf Gilk bricht alle Rekorde. In den vergangenen Jahren hat keines seiner filmischen Werke eine derart große Resonanz erzielt. Diesmal wissen die Lechstädter Gilks herausragende Leistung offenbar besonders zu schätzen.

Der Biber im Mühlbach. Das Dominikus-Zimmermann-Jahr. Die KunstBauStelle mit ihrem Kartonagen-Projekt. Der Lumpige Donnerstag. Die Palmprozession. Die Aufkiesung des Lechstrands. Die Hochdruck-Reinigung des Inselbads. Der Hangrutsch an der von-Kühlmann-Straße. Der Torbogen-Unfall am Hauptplatz. Die Sanierung des Bayertors. Die Großübung der Feuerwehr. Das Stadtfest. Das Straßenfest in der Alten Bergstraße. Der Nachtflohmarkt der „Aufmacher“. Die Lechkieselkunst am Lechstrand. Die Johann-Mutter-Retrospektive. 

Der Frühling 2017 mit der „Schockstarre“ zu Ostern. Der Personalwechsel in der evangelischen Gemeinde. Der Neubau der Obdachlosenunterkunft an der Jahnstraße. Die Aufstellung des entwendeten Maibaums. Die Verleihung der Dominikus-Zimmermann-Rocaille. Die BR-Radltour. Die Vergabe der Goldenen Ehrenringe. Die Europatage der Musik. Der Neubau der Mittelschule. Der Abriss der Pflugfabrik. Der Tag der Bundeswehr. Die Silberne Gams. Die Außerdienststellung des LTG 61. Das Jubiläum des Modelleisenbahnvereins. Der beginnende Derivate-Prozess. Der Neuanstrich für das alte Rathaus. Der Franz Xaver Dengler-Preis für Haussanierungen in der Altstadt. 

Ein Kunstwerk 

All das lässt Rudolf Gilk in seinem Film Revue passieren. Wir sehen und hören Karl-Heinz Novy, Gerhard Gaudlitz, Heide Weißhaar-Kiem, Petra Ruffing, Christian Neumann, Rupert Utz, Peter Kawohl, Christian Jungbauer, Hartfried Neunzert, Detlev Möller, Helmut Degenhart, Mathias Neuer, Michael Ehret. Und wir schauen betrübten, im Film namenlosen Hochwertteilegewinner des LTG61 und einer tanzenden „Frau Oberbürgermeister“ beim Gaudiwurm zu. 

Es ist Gilks einzigartiger Sprachwitz, der seine Zwei-Jahres-Chronik zum Kult macht. Gilk referiert, der Biber, wolle nicht „undankbar sein“ und sehe sich die von der Feuerwehr gebastelte Hühnerleiter „zumindest mal an“. Er spricht von den Werken Dominikus Zimmermanns, die nach 300 Jahren aussehen, „als ob‘s noch neu wär‘n“. Er sagt über dessen Geburtshaus am Hauptplatz, dass es da heute „nach Chicken und Nuggets riacht“. Er bemerkt, dass der Messner an Christi Himmelfahrt „den Heiland nach oben kurbelt“. 

Er stellt fest: Die Salz streuenden Mitarbeiter des Winterdienstes „würzen das Bayertor von unten“. Er hebt hervor, beim Abbruch der Obdachlosen-Baracken, „wehrt sich das Haus - die Wände halten z‘sammen.“ Er übermittelt, dass an der Pflugfabrik jetzt „der Executor wütet“. Er meint, die Fliegerhorsthasen dürften froh sein, wenn endlich „a Ruh“ ist. Er gibt zu Protokoll, dass auch Engel der Lüfte „irgendwann mal ihr Verfalldatum erreichen“. Und er teilt uns mit, die zwei Millimeter Schnee beim Weihnachtsmarkt habe der Föhn „wieder aufgeschleckt“. Das ist nicht nur sprachlich herrlich, das ist ein Stück Philosophie. Gilks Humor vermittelt mehr als ein Schmunzeln. Gilk produziert mit seiner Sprache Glück. 

Noch a Stückerl schöner 

Aber auch die Bilder sind ziemlich cool. Bei der Großübung der Feuerwehr ist Gilk ganz nah dran, hält schonungslos auf den simulierten Schädelbruch drauf, läuft neben den Rettungskräften her, „weil‘s doch pressiert“, und berichtet, dass die Leichtverletzten am lautesten jammern. Der tote Dummy, der unter dem Bus liegt, könne nun vom THW geborgen werden. Und der Bus selbst, den die Firma Eisele gestiftet hat, ja, „den kemma jetzt wegschmeißen“. 

Manchmal denkt Gilk weiter: Man könnte aus dem sanierten Lechhang mit seinen Stufen doch ein Hochgebirgs-Alpinum machen, meint er, spielt Jodler ein, lässt Edelweiß und Enzian sprießen und schlägt vor, auf den Stufen Brotzeit zu machen und von dort dem Steinbock beim Grasen zuzuschauen. „Zum Glück nur ein Hirngespinst vom Filmfritzen“, sagt Gilk. Aber könnte es sein, dass aus seiner Sicht der Hang etwas zu monumental geraten ist? Egal: Es macht Spaß, den Film anzuschauen. 

Eine der nächsten Vorstellungen ist am 18. Februar um 14 Uhr geplant und in der Stadtinformation im Historischen Rathaus ist die DVD seit Kurzem erhältlich. Warum Sie hingehen sollten, formuliert Rudolf Gilk so: „Schnell wie die Wolken fliegt die Zeit dahin. Aus gestern ist heit g‘worden und heit ist bald morgen“. Und in dieser Zeit ist Landsberg „noch a Stückerl schöner, noch a Stückerl zauberhafter“ geworden. Da hat er Recht. 

Werner Lauff

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