Die nächsten zehn Jahre betreibt Waibel Bus Landsbergs Stadtbusverkehr

Mit Hybridbussen durch die Stadt

+
Die neuen Stadtbusse erstrahlen in unterschiedlichen Lichtverhältnissen in verschiedenen Blauintensitäten. Waibel Bus fährt die Fahrzeuge ab Montag auf Landsbergs Straßen.

Landsberg – Der Stadtbusverkehr in neuer Hand: Ab kommenden Montag übernimmt das Landsberger Unternehmen Waibel Bus GmbH. Für die nächsten zehn Jahre sind die Buslinien in neuem Design unterwegs und bieten unter anderem mehr Sicherheit durch Videoüberwachung.

Seit dem Start des Stadtbus­ses Landsberg im Februar 1994 war Eisele Tours aus Landsberg stets Betreiber der ÖPNV-Linien. Doch bei der jüngsten Neuausschreibung hatte nicht, wie die Jahre zuvor, Eisele das günstigste Angebot abgegeben, sondern Waibel Bus. Und das gilt für die nächsten zehn Jahre.

Horst Argesheimer, Betriebsleiter der Waibel Bus GmbH, erzählt, dass sie bereits im Vorfeld verschiedene lokale Unternehmen für eine Zusammenarbeit kontaktiert hätten. Allerdings habe sich keine der Firmen zurückgemeldet. „Dann gehen wir den Weg allein“, stellt Argesheimer klar. Dadurch haben sie allein ein Angebot gestellt.

Neue Technik: Hybride

In den festgelegten Rahmenbedingungen für den Stadtbusbetrieb waren neben der Farbe der Fahrzeuge und der Innenausstattung auch der Fahrzeugtyp festgehalten. Zunächst ging man von sechs Dieselfahrzeugen aus, dann sollten es nur Hybridbusse sein und letztlich beschlossen Stadtrat sowie Kreistag, den Betrieb mit drei Hybrid- und drei Dieselbussen. Das kommt auch Waibel Bus zugute, da die Hybridfahrzeuge etwa 100.000 Euro teurer sind als Dieselbusse, die rund 240.000 Euro kosten.

Geschäftsführer Wilfrid Venerius (links) und Betriebsleiter Horst Argesheimer (rechts) von Waibel Bus, die ab Montag den Stadtlinienverkehr übernehmen.

„Wir wollen so viele Strecken wie möglich mit den Hybridfahrzeugen bedienen“, erklärt Wilfrid Venerius, Geschäftsführer der Waibel Bus GmbH und Vorstand der deubus AG, die 2008 das Landsberger Busunternehmen übernommen hat. Hybridbusse sind umweltschonender und auch leiser. Durch den Elektromotor sind die Busse an Haltestellen und beim Anfahren kaum hörbar. Überschreitet das Fahrzeug Tempo 20, schaltet sich automatisch der Dieselmotor mit dazu und wirkt unterstützend. Der Elektromotor kann also auch eine kleine Strecke allein zurücklegen, wenn es beispielsweise bergab geht. Bergauf braucht der Bus die Unterstützung des Dieselmotors, der im Hybrid kleiner ist, als im herkömmlichen Fahrzeug.

„Über Nacht muss der Bus dann an die Steckdose angeschlossen werden“, sagt Venerius, dabei geht es allerdings nicht um den Elektroantrieb selbst; dieser lädt sich durch „Rekuperation“ wieder auf. Das bedeutet, dass im Bus spezielle Bremsen verbaut sind, die dafür sorgen, dass die Energie beim Bremsen nicht verloren geht. Stattdessen fließt sie wieder zurück in den Akku des Elektromotors und kann erneut für das Anfahren benutzt werden. Somit hält sich dieser während der Fahrt selbst am Laufen. Über Nacht müssen allerdings verschiedene Systeme „am Leben gehalten“ werden – allerdings nicht über den Elektromotor. Dazu gehören ein Kühlsystem für den Sommer und ein Heizsystem für den Winter, da der Elektroantrieb eine gewisse „Wohlfühltemperatur“ braucht.

Bei ersten Testfahrten der neuen Busse wurde übrigens auch geprüft, wie weit sie denn in der Ebene rein auf dem Elektro­antrieb fahren können. „Die längste Strecke waren etwa 700 Meter“, erzählt Betriebsleiter Argesheimer.

Neue Ausstattung

Neben der Art der Fahrzeuge legte das für den ÖPNV zuständige Landratsamt in ihrer Ausschreibung auch die Farbe und die Innenausstattung fest. Die sechs Busse werden in einem einheitlichen blau durch die Stadt fahren. Die Folie, mit der sie beklebt sind, verändert allerdings bei den unterschiedlichen Lichtverhältnissen die Intensität. Weiterhin informieren Monitore über die Haltestellen und Fahrzeiten und vier installierten Videokameras sollen für mehr Sicherheit während der Fahrt sorgen. „Die Sitzpolster und Bezüge konnten wir selbst aussuchen, natürlich mit weiblicher Unterstützung“, lacht Venerius.

Beim Aufbau der Sitzflächen unterscheiden sich die zwei Fahrzeugtypen ebenfalls. „Der Hybridbus ist enger“, weiß Venerius. Durch den aufwendigeren Antrieb ist der Gang etwas schmaler und es gibt weniger Plätze für die Fahrgäste. Während in dem Dieselbus theoretisch 110 Personen mitfahren können,ist der Hybridbus auf 94 Personen beschränkt.

Bevor es am Montag für Waibel Bus losgeht, mussten aber nicht nur die Busse der Ausschreibung gerecht werden. Die Fahrer benötigten eine spezielle Schulung, denn „man muss mit dem Elektrobus ganz anders fahren als mit dem Diesel“, erklärt Argesheimer. Übrigens: Ein Busfahrer ist wegen einer Bewerbung sogar aus Island angereist. „Er wollte unbedingt bei uns arbeiten und hat den Job bekommen“, so Argesheimer.

Bisher ist das Busunternehmen Waibel im Gebiet des MVV aufgetreten, wie etwa in Starnberg, Germering und Wolfratshausen. Venerius lacht: „Wir freuen uns auf jeden Neubeginn.“ Mit dem Auftrag, in Landsberg den Stadtverkehr zu übernehmen, können die Busfahrer direkt vor Ort am Unternehmen arbeiten. Beim überregionalen Linienverkehr ist es etwas schwieriger. Argesheimer und Venerius sind sich daher einig: „Hier können die Fahrer den Schulverkehr in der Früh betreiben, in den regulären Stadtverkehr wechseln und Mittags ist Schluss, ohne lange Pausen.“

Abschied von Eisele Tours

Unabhängig davon möchte sich die Stadt Landsberg am morgigen Samstag für die „verlässliche Arbeit“ von Eisele Tours bedanken und hat dafür eine feierliche Abschiedstour organisiert. Die letzte Fahrt des Busunternehmens auf der Linie 1 beginnt um 12.15 Uhr am Busbahnhof.

Franziska Rothermel

Auch interessant

Meistgelesen

Rational und LandsAid backen mit Flüchtlingsfamilien für das Weihnachtsfest
Rational und LandsAid backen mit Flüchtlingsfamilien für das Weihnachtsfest
Daniel Strommer brilliert bei der Meisterprüfung
Daniel Strommer brilliert bei der Meisterprüfung
Uttinger Feuerwehr präsentiert ihr neues Superfahrzeug
Uttinger Feuerwehr präsentiert ihr neues Superfahrzeug
Im Derivatekomplex winkt neue Chance
Im Derivatekomplex winkt neue Chance

Kommentare