Nächstes Jahr – gleiche Zeit? Gerne!!!

Was verbindet zwei Menschen, die sich einmal im Jahr im immer gleichen Hotelzimmer treffen, um eine Nacht miteinander zu verbringen? Ist es nur der Sex? Bernard Slades Komödie „Nächstes Jahr – gleiche Zeit“ ist ein Kammerspiel um Gefühle, Schicksale und das Entstehen einer ganz besonderen Beziehung: Brillant dargestellt von Ursula Berlinghof und Ralf Weikinger.

1951: Doris und George wachen eines Morgens im gleichen Bett auf. Sie sind verheiratet, haben Kinder – aber nicht miteinander. Aus dem ersten Erschrecken und den folgenden Schuldgefühlen reift die Idee, dieses verbotene, aber wunderbar-verrückte Erlebnis zu wiederholen. Jedes Jahr am gleichen Tag, im gleichen Hotelzimmer. Während der nächsten 25 Jahre entwickelt sich aus dem One-Night-Stand eine ganz besondere Freundschaft und Liebe, die sich über Höhen und Tiefen hält, Schicksalsschläge und konträre Ansichten und Meinungen überlebt. Aber wie inszeniert man ein Stück, das einen Zeitraum von 25 Jahren abdeckt, ohne zu tief in die Kostüm- und Schminkkiste zu greifen? Indem man zwei wunderbare Schauspieler besetzt, die vor den Augen der Zuschauer „erwachsen“ werden. Berlinghof und Weikinger verstehen es, anhand subtiler Veränderungen der Spielweise den Eindruck der Alterns, des Reifens wiederzugeben, ohne zu überziehen. Doris, ein kicherndes und eher einfaches Mädchen durchläuft im Lauf der Jahre mehrere Phasen der Selbstfindung, wird von der revolutionären Studentin zur Geschäftsfrau. George erklimmt die Stufen der Karriereleiter, bevor er verbittert durch den Tod des Sohnes erst den Alkohol und in den 70ern die Psychotherapie entdeckt. Visualisiert wird diese „Zeitreise“ durch projizierte Privat- und Bühnenfotos der beiden Schauspieler. Nach dem großen Erfolg der „Flucht“ waren die Erwartungen an die zweite Landsberger Arbeit des Duos Ralf Weikinger als Schauspieler (und diesmal auch Produzent) und Alexander Netschajew als Regisseur entsprechend hoch. Erwartungen erfüllt Dem anhaltenden Beifall und Standing Ovations nach zu schließen, wurden diese mehr als erfüllt. Ein kleines, fast intimes Stück, aber großes Theater dank zweier großartiger Schauspieler, denen die Freude am gemeinsamen Spiel anzumerken war und denen es mühelos gelang, dies in den Zuschauerraum zu transportieren. Weitere Aufführungen des Stücks sind am 3., 5., 10. und 13. März jeweils um 20 Uhr im Landsberger Stadttheater, Karten gibt es nur beim KREISBOTEN am Rossmarkt in Landsberg.

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