Die naheliegendste Lösung

Ab Mai 2011 soll das historische Gebäude in neuem Glanz erstrahlen (rechts), wenn dort die neue Geschäftsstelle der Stadtwerke Landsberg Einzug hält. Visualisierung: Stadtwerke

Es ist laut, Staub liegt in der Luft. Immer wieder fährt ein Radlader eine Schaufel voller Schutt zu einem wartenden Lastwagen. Überall stehen Gerüste um den Ziegelstadl auf dem Bauhofgelände im Landsberger Osten. Was auf den ersten Blick wie Abrissarbeiten wirkt, ist Teil einer grundlegenden Sanierung. Denn das alte Gebäude, welches bisher als Lager genutzt wurde, soll ab Mai nächsten Jahres die neue Geschäftsstelle der Stadtwerke Landsberg beherbergen.

Es ist das erste große Bauvorhaben der Stadtwerke, seit diese im Januar von der Stadt in ein eigenständiges Kommunalunternehmen überführt wurden, mit dem Ziel, künftig als regionaler Versorger in den Energiemarkt einzusteigen. Seit März bietet das Unternehmen bereits einen eigenen Stromtarif im Landkreis an, mit 800 gewonnen Kunden liege man in einem „erwarteten Bereich“, erklärt Vorstand Norbert Köhler zufrieden. Derzeit laufen mit den LEW Gespräche über den Rückkauf des Stromnetzes, ab Januar wolle man auch in den Gasverkauf einsteigen, blickt er voraus. Rund 20 neue Mitarbeiter benötigt das Unternehmen, um die damit anfallenden neuen Aufgaben bewältigen zu können. Im eigenen Gebäude an der Epfenhauser Straße fehlt es für deren Unterbringung an Platz, weshalb sich Köhler nach einer anderweitigen Lösung umsah – und in nächster Nähe fündig wurde. Der schräg gegenüber liegende Ziegelstadl, dessen Grundmauern noch aus dem Jahr 1870 stammen, gehörte bislang dem Bauhof, der das alte Gebäude als Lager für den Ruethenfestverein und das Stadtmuseum nutzte. Bereits im vergangenen September begann man bei den Stadtwerken mit den Planungen für einen Umbau zur Geschäftstelle. Als Partner holte man sich das Reischer Architekturbüro Müller-Hahl/Hartge ins Boot, das schon dem alten Landsberger Bahnhof neues Leben eingehaucht hatte. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Charakter des alten Stadls erhalten wollen“, begründet Köhler. Vor drei Wochen begannen die Bauarbeiten, nachdem Fragen zum Denkmalschutz die Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt verzögert hatte. Das Konzept sieht eine Dreiteilung des Gebäudes vor, erklärt Projektleiter Helmut Maier. Im vorderen Teil werden die vor Jahren zugemauerten Torbögen in der Außenfassade wieder gangbar gemacht. Dahinter entsteht das in einer Glaskonstruktion eingebettete Kundencenter. Der mittlere Teil soll mehrere Büroräume beherbergen, in denen sich die kaufmännische Abteilung um die Verwaltung kümmert. Das hintere Drittel des Gebäudes wird zum Hochregallager ausgebaut. Im ersten Stock ist zudem ein neuer Sitzungssaal geplant, der laut Köhler zukünftig auch für Ausstellungen genutzt werden kann. Insgesamt entsteht eine Nutzfläche von 1200 Quadratmetern. Derzeit werde das altersschwache Gebäude komplett entkernt, erläutert Maier. Auch das baufällige Dach müsse in Teilen erneuert werden. Die ursprünglichen Ziegelwände sollen dagegen erhalten bleiben. Mit 2,5 Millionen Euro ist das Projekt veranschlagt, das bis zum Mai 2011 abgeschlossen sein soll. Was dann mit dem „Energieladen“ am Hauptplatz passiert, in dem die Stadtwerke derzeit ihre Produkte vertreiben, sei noch nicht klar, sagt Köhler: „Unser Ziel ist es prinzipiell, alles an einem Ort zu bündeln. Aber ob wir den Standort in der Innenstadt aufgeben, muss man sehen.“

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