Für mehr Selbstbewusstsein

"Toastmasters" machen Redner

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In der Landsberger Berufsschule treffen sich die „Toastmasters“ (im Vordergrund Anne Fleckenstein) zweimal im Monat. Stegreifreden und vorbereitete Kurzreferate sollen den Teilnehmern helfen, die Führungspersönlichkeit zu entwickeln.

Landsberg – Reden vor Publikum, das ist nicht jedermanns Sache. Doch man kann die eigene Scheu überwinden, mit neuen Methoden ohne Leistungsdruck und mit Spaß dabei. Das haben sich die Mitglieder der „Toastmasters“ auf die Fahnen geschrieben. Jetzt gibt es in der Lechstadt einen Toastmaster-Club: die „Landsberger Power Speaker“.

Der etwas skurrile Namen der „Toastmasters“ ist Programm und steht für eine weltweite Non-Profit-Organisation, deren 270000 Mitglieder in 13000 örtlichen Clubs in 122 Ländern organisiert sind – in Kempten etwa sind es die „Allgäuer Schwätzmasters“. Zum Landsberg-Auftakt in der Berufsschule waren 17 Clubmitglieder, teilweise von Nachbarclubs angereist, um den „Neuen“ zunächst ihre Philosophie zu präsentieren. Dazu gehört in lockerer, freundschaftlicher Runde die Kunst des Zuhörens und des Redens zu erlernen und ständig weiter zu entwickeln.

Für die „Toastmasters“ ist die Rhetorik ein Baustein, um Selbstbewusstsein und Führungsqualitäten zu entwickeln. „Man kann nicht führen, ohne zu reden“, sagte der Schweizer „Toastmaster“ Stefan Kobel. Zur Philosophie des Clubs gehört es auch, sich gegenseitig nicht zu kritisieren, sondern zu unterstützen.

Der eigentliche Unterschied zu anderen mehr oder weniger eintägigen Rhetorikkursen ist, dass die Teilnehmer bei den „Toastmasters“ weiter durch den Club verbunden bleiben und sich für einen geringen Clubbeitrag über lange Zeit weiterentwickeln können, ein Netzwerk zur Verfügung haben und eine Lernmethode entwickeln, die Spaß mache. Es sei eine etwas andere Art, reden zu lernen.

Anna Fleckenstein vom Münchner Club animierte die „Neuen“ zu einer Stegreifrede. Mario wurde gefragt, wie er kurz und prägnant Menschen überzeugen könne, nach Landsberg zu ziehen. Mario löste seine Aufgabe ebenso blendend wie Susanne, Hadrian oder Christine. Noch spannender wurde es, als Marcel Fiege in einer vorbereiteten Rede in sechs Minuten den Clubmitgliedern gestenreich und humorvoll erklärte, wie einfach es doch sei, „Erste Hilfe“ zu leisten. Der Inder Kumar Barua brillierte mit seiner in Englisch gehaltenen Rede über den Traum von Martin Luther King.

Die beiden vorbereiteten Reden wurden von anderen Clubmitgliedern bewertet, die vor allem die Stärken der Rede und der Redner herausstellen und Verbesserungsmöglichkeiten vorschlugen. Feedback und Wertschätzung gehören zur Kultur der „Toastmasters“. Es beginnt mit einem Handschlag als Zeichen der Wertschätzung, wenn ein Teilnehmer auf die Bühne kommt. Entscheidend ist aber das Feedback, das der Redner nach seinem Vortrag bekommt. Eine Form des Feedbacks sei der Applaus, betonte Stefan Kobel. Der Schweizer machte den Teilnehmern klar, dass man nur so sich persönlich weiterentwickeln könne.

1924 wurde die die Organisation in Kalifornien gegründet. Inzwischen haben Millionen von Menschen ihre Rhetorik weltweit auf diese Art und Weise weiterentwickelt. Vice-Präsident des Landsberger Clubs ist der Denklinger Jörg Gütter. Man merkte ihm die Freude an, dass nun Landsberg mit einem eigenen Club präsent ist. Jeder kann mitmachen, der Interesse daran hat, seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Zweimal monatlich

Die „Landsberger Power Speaker“ treffen sich jeden zweiten und vierten Montag im Monat in den Beruflichen Schulen Landsbeg (Spitalfeldstraße). Der Eintritt ist frei. „Jeder ist eingeladen, wir freuen uns über jeden Gast“, sagt Jörg Gütter. Infos gibt es auf http://lands- bergspeakers.tmclub.de.

Der KREISBOTEN-Tipp: Es lohnt sich, die „Toastmasters“ einfach mal zu besuchen, denn es ist eine etwas andere Art, Reden zu lernen, die zudem noch Spaß macht.

Siegfried Spörer

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