Rekord-Wurm für Landsberg

+
In etwa eineinhalb Stunden zogen die Wagen und Teilnehmer durch die Landsberger Innenstadt: Über den Hauptplatz ging es durch Hinter- und Vorderanger zurück durch die Ludwigstraße und an der Jury vorbei, die sich vor dem Historischen Rathaus platziert hatte.

Landsberg – So viele Wagen wie noch nie rollten am Lumpigen Donnerstag durch die Lechstadt: Insgesamt etwa 1260 Teilnehmer, aufgeteilt auf 26 Fussgruppen und aufwändig geschmückte Wagen waren mit von der Partie beim diesjährigen Gaudiwurm. Das Konzept des Faschingsvereins „Landsberger Gaudiwurm“, der den Umzug nun zum zweiten Mal organisiert hat, scheint damit aufzugehen.

Nachdem der Weg „freigeschlumpft“ worden war, sorgten die Prinzengarde und das Prinzenpaar vom Faschingsverein „Lecharia“ für die Einstimmung auf den Umzug. Trotz Kälte und Wind waren wieder viele Zuschauer gekommen, um sich das Spektakel auf dem Hauptplatz und den umliegenden Straßen anzuschauen. Rund eineinhalb Stunden schlängelte der Gaudiwurm sich durch die Innenstadt. Die Teilnehmer stellten dabei unter Beweis, dass nicht nur Kreativität, sondern auch einiges an Arbeit in ihren Wagen und Kostümen steckt.

Närrischer denn je

Besonders aufwändig präsentierte sich beispielsweise die Burgslhüttn Scheuring, die ein riesiges Mammut mit auf ihrem „Zurück in die Steinzeit“-Wagen dabei hatten. Die Faschingsfreunde Schönebach hatten das ganze Hard Rock Café samt Motorrad im Gepäck und die Jugendinitiative Scheuring widmete sich dem „Monster von Loch Lech“ – samt Dudelsack und Schottenkaro.

Ansonsten waren die Themen wie immer breit gestreut: Ob „Schuh des Manitu“, „Bauer sucht Frau“, „Schloss des Grauens“ oder „Super Mario“: Die Wagenbauer wählten zeitlose Themen. Einzig die Landjugend Reichling griff wieder ein aktuelles Thema auf und prangerte den VW Abgasskandal an: Mit einem alten Polo auf dem Wagen, der schon „Völlig Wertlos“ zu sein scheint sowie Transparenten wie „Power satt auch ohne KAT“ nahmen sie den Autokonzern aufs Korn.

Bei den Fußgruppen durften die „Minions“ genauso wenig fehlen wie die Sieger aus den letzten Jahren: Die „Ladygracha“ aus Gernlinden scheinen geahnt zu haben, dass die Sonne sich in diesem Jahr rar machen würde und brachten die Sonne in ihrem Herzen und ihren Kostümen mit. Die Lebenshilfe Landsberg hatte eine Gaudiwurst mit Senf(te) dabei und auch die „Lechschiffer“ waren wieder mit dabei. Bei den Schülergruppen der FOS/BOS war vor allem Schneewittchen auf Stelzen und ihre 19 Zwerge ein Hingucker. Sonst tummelten sich dort Bauarbeiter, Mexikaner und Disneyfiguren.

Anders als in den Vorjahren gab es nach dem Umzug dieses Mal keine Preisverleihung. Die Jury – bestehend aus Landrat Thomas Eichinger, Oberbürgermeister Mathias Neuner, Faschingsvereins-Vorsitzendem Niki Amberger, Gerald Modlinger vom Landsberger Tagblatt sowie KREISBOTEN-Volontär Rasso Schorer – wird sich erst nach Aschermittwoch noch einmal treffen und die endgültige Entscheidung fällen. Voraussichtlich am 17. Februar dürfen die Preisträger dann ihre Prämie in Empfang nehmen.

Aus Sicht der Polizei verlief der gesamte Tag vom Umzug bis zu den anschließenden Feiern „weitestgehend friedlich“, so Polizeisprecher Franz Kreuzer. Trotzdem sei es rund um das Faschingstreiben zu einigen Streitigkeiten und Rangeleien gekommen, bei denen die Beteiligten mit Strafanzeigen wegen Körperverletzung oder Sachbeschädigung zu rechnen hätten. Nahezu alle Beteiligten sowie ein Großteil der Zeugen seien allerdings zum Teil erheblich alkoholisiert gewesen.

Neben diesen „üblichen“ Delikten, sind der Polizei gegen 1.15 Uhr zwei erheblich alkoholisierte 33- und 38-jährige Männer vor der Landsberger Inspektion aufgefallen, weil sie einen Holzstuhl mit sich trugen. Diesen hätten sie angeblich auf der Lechbrücke gefunden und mitgenommen. Die Polizei sucht nun den rechtmäßigen Besitzer.

Astrid Erhard

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Polizei-Großeinsatz wegen Softairs
Polizei-Großeinsatz wegen Softairs
Taktik und Technik statt Hau-Drauf
Taktik und Technik statt Hau-Drauf
Neuer Radweg nach Ummendorf
Neuer Radweg nach Ummendorf

Kommentare