Geratshofener Segelflieger in Topform:

Freiheit über den Wolken ohne Segelflug-Bundesliga

1 von 11
„Das sind Flüge, die man nicht vergisst“: LSV-Vorstand Sepp Holzapfel in 6000 Meter Höhe in seinem Segler über den Alpen und den Wolken.
2 von 11
Die Ruhe vor dem Sturm: Noch ist der schnittige Segler in Geratshofen geerdet.
3 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.
4 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.
5 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.
6 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.
7 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.
8 von 11
Auf internationalen Streckensegelflug konzentrieren sich jetzt die Segellieger des LSV Geratshof und genießen dabei solche Bilder.

Geratshofen – Lange hat man nichts mehr vom LSV Geratshof gehört. Nach den Erfolgen in der ersten und zweiten Segelflugbundesliga in der Vergangenheit war es 2017 um den Club bei Ellighofen ruhiger geworden. „Keine Angst, uns gibt es schon noch“, so LSV-Vorstand Sepp Holzapfel, „wir haben uns jedoch, was unsere sportliche Ausrichtung angeht, neu orientiert.“ Denn in der Bundesliga liegt der Fokus des sportlichen Vergleichs auf einem Flug-Zeitfenster von 2,5 Stunden, in dem derjenige die meisten Punkte erhält, der die schnellste Geschwindigkeit fliegt. „Hier waren wir über Jahre unter den Top 30 Segelflugvereinen bundesweit“ berichtet Holzapfel. Auf Dauer war das den Geratshofern aber zu langweilig.

In den Debriefings nach den Flugtagen bemerkten die Mitglieder des Geratshofer Streckenflugteams nach acht Jahren Bundesliga eine sinkende Motivation. „Irgendwie war die Luft raus“ so Günther Siebinger, einer der Top Streckenpiloten des Teams. Er ergänzt: „Jedes Wochenende an den gleichen bekannten guten Aufwind-Rennstrecken, sei es entlang Schwäbischer Alb, Inntal oder den Hohen Tauern, nur auf immer mehr Geschwindigkeitspunkte ausgerichtet entlangzurasen, war uns einfach langweilig geworden.“ Teamkollege Richard Paul ergänzt: „Vor lauter Tempofokus und Blick nur noch in Richtung der besten Aufwinde habe ich von der herrlichen Landschaft unter uns oft immer weniger wahrgenommen.“

Deshalb nimmt die Geratshofer Mannschaft seither am internationalen dezentralen Wettbewerb für Streckensegelflug, dem „OLC-Plus“, teil. Hierbei werden nach der Landung die per elektronischem Flugschreiber aufgezeichneten Flüge aller weltweit teilnehmenden Piloten auf eine Web-Plattform, den sogenannten Online Contest, hochgeladen und pro geflogenem Kilometer Punkte vergeben. Die Geschwindigkeit bleibt eher ein Nebenprodukt. Im Voraus konkret geplante Flüge, wie zum Beispiel ein Flug von Landsberg zum Matterhorn und zurück, werden dabei höher bepunktet als ein Flug, bei dem sich der Pilot vorher nicht festlegt, einfach den besten Aufwinden folgt und das Ergebnis erst am Ende des Tages feststeht.

„Gerade die Herausforderung, eine vorher fest geplante Strecke schaffen zu wollen, hat uns neue Motivation gegeben, weil man dabei nicht nur den besten Aufwinden folgen kann, sondern sich regelmäßig durch Abschnitte mit schwachen oder keinem Aufwind hindurch arbeiten muss, dabei viel dazu lernt und seine Grenzen erweitert“, so Holzapfel. „Gleichzeitig versuchen wir uns bei der Streckenauswahl möglichst interessante Ziele mit hohem Erlebniswert auszusuchen.“ So kamen mittlerweile Flüge zustande, bei denen die Geratshofer die Wasserkuppe in der Rhön, den Ursprungsberg des Segel-

fliegens, mit den Alpen verbunden haben oder in einem Rutsch entlang der höchsten Berge der Alpen von der Bernina über das Matterhorn bis hin zum Mont Blanc flogen. „Das sind Flüge, die man nicht vergisst“, schwärmt Holzapfel.

Die Bilanz der Geratshofer Segelflieger der aktuellen Saison bis zum 30. April kann sich sehen lassen: bei 62 Flügen kamen die 14 Piloten des Streckenflugteams auf insgesamt 28601 Kilometer und belegten unter den international teilnehmenden 1.253 Segelflieger-Clubs in der Weltrangliste Platz 91.

Platz 1 unter den Geratshofer Piloten belegt Richard Paul mit 13990 km bei 16 Flügen, gefolgt von Sepp Holzapfel mit 3.470 km bei elf Flügen und Günther Siebinger mit 2.361 km bei sieben Flügen. Die Rangliste der Jugendlichen führt die 17-jährige Julia Steinle aus Kaufering an mit 535 km bei zwei Flügen.

Einer der interessantesten Flüge gelang Sepp Holzapfel im Föhnsturm Mitte April: Er konnte nach dem Start am Geratshof besondere Wellenaufwinde finden, in denen er in 6.000 Meter Höhe weit über den Alpen – und auch den Wolken – eine Strecke von 506 Kilometern zurücklegen konnte.

Die bestplatzierten deutschen Clubs sind (Stand Ende April): Das Segelflugzentrum Königsdorf, in dem sechs große Clubs aus München zusammengeschlossen sind, belegt mit sagenhaften 134.200 km Weltranglistenplatz 3, gefolgt vom Alpenflugzentrum Unterwössen im Chiemgau mit 104.000 km und dem LSR Aalen, ebenfalls ein Zusammenschluss mehrerer Clubs auf der schwäbischen Alb mit 101.900 Kilometern.

Auch interessant

Meistgelesen

18. Lange Kunstnacht lockt zahlreiche Besucher in Landsbergs Innenstadt
18. Lange Kunstnacht lockt zahlreiche Besucher in Landsbergs Innenstadt
60 Jahre Autohaus Schaller: Tag der offenen Tür am 29. September
60 Jahre Autohaus Schaller: Tag der offenen Tür am 29. September
Wo eine Bank noch eine neue Filiale eröffnet - Und das in einer Zeit vieler Schließungen
Wo eine Bank noch eine neue Filiale eröffnet - Und das in einer Zeit vieler Schließungen
Elektrofahrer-Treffen im Autohaus Sangl übertrifft alle Erwartungen
Elektrofahrer-Treffen im Autohaus Sangl übertrifft alle Erwartungen

Kommentare