Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft:

Dem Handwerk im Landkreis Landsberg geht es gut

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Ein Prosit auf den Goldenen Meisterbrief (von links): Kreishandwerksmeister Michael Riedle, Ehrenkreishandwerksmeister Franz Lanzinger, HWK-Präsident Dr. Frank Hüpers, Mathias Heiß (Kfz-Meister, Issing), Horst Flechtner (Spenglermeister, Landsberg), Günther Beier (Friseurmeister, Igling), Anton Englberger (Schumachermeister, Weilheim), Herbert Meindl (Kfz-Meister, Weil), Werner Lindner (Bäckermeister, Schondorf), Wolfgang Zeit (stellvertretender Kreishandwerksmeister).

Landsberg – Die Konjunktur brummt, dem Handwerk geht es gut – so gut, dass die Stimmung in den oberbayerischen Betrieben fast nicht besser sein könnte. Dieses positive Fazit zog Dr. Frank Hüpers, neuer Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft im Sitzungssaal des Landratsamts. Doch obwohl auch 2018 ein gutes Jahr zu werden verspricht, schauen die Unternehmen nicht gänzlich sorgenfrei in die Zukunft.

Eine bedenkliche Entwicklung sprach der Landsberger Oberbürgermeister Mathias Neuner in seinem Grußwort an – den Mangel an Azubis. „15.000 Lehrstellen sind frei, das heißt fast 20 Prozent der Ausbildungsplätze in Bayern sind nicht besetzt“, betonte Neuner. „Das ist dramatisch.“ Umso wichtiger sei es, dass die Unternehmen gemeinsam mit der Handwerkskammer und den Kommunen attraktive Ausbildungsbedingungen schaffen.

Kreishandwerksmeister Michael Riedle kritisierte in diesem Zusammenhang, dass für Berufe wie Schreiner und Maurer die überbetriebliche Ausbildung in Weilheim stattfindet. „Warum nicht in der Boom-City Landsberg?“ Derart weite Wege („Von Prittriching nach Weilheim ist es fast eine Weltreise“) wirkten abschreckend auf potenzielle Azubis. „Sonst könnten wir sicher noch mehr junge Leute für diese Berufe begeistern.“

Kein mutiger Schritt

Hüpers begrüßte in diesem Zusammenhang Bestrebungen, die Meister-Fortbildung gebührenfrei zu gestalten. So wäre die Berufsausbildung im Vergleich zum Studium nicht länger die kostspieligere Option. Der Handwerkskammer-Chef rechnet im laufenden Jahr bei den Betrieben mit einem Umsatzplus von bis zu vier Prozent und einem Beschäftigungsanstieg von einem Prozent. Enttäuscht äußerte er sich darüber, dass sich nach wie vor keine große Steuerreform abzeichnet, die die Betriebe entlasten würde. Zwar seien offenbar von der großen Politik keine Erhöhungen geplant, „aber auch kein mutiger Schritt hin zum Abbau von Steuern“. Ob sich – wie beabsichtigt – die Lohnzusatzkosten unter vier Prozent halten ließen, bezweifelt Hüpers. Er kritisierte außerdem, dass nach wie vor keine steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen geplant sei.

Auf das Thema Steuern ging auch OB Neuner ein – und zwar auf die sprudelnde Gewerbesteuer, die derzeit die kommunalen Kassen füllt. „Wir haben gute Zeiten, auch wegen Ihnen“, so das Stadtoberhaupt an die Adresse der versammelten Handwerker. Froh ist Neuner über die von den Betrieben geschaffenen wohnortnahen Arbeitsplätze, die dazu beitragen, dass Landsberg „kein Auspendlerstandort nach München“ sei.

In die Kreispolitik

Einen kurzen politischen Abtausch lieferte sich Neuner mit Landrat Thomas Eichinger im Vorfeld der Kreistagssitzung am Dienstag (nach Redaktionsschluss des KREISBOTEN), bei der über den Haushalt 2018 und die Erhöhung der Kreisumlage entschieden wird. Für Eichinger gebietet es „die Einsicht in die höhere Vernunft“, dass der Landkreis große Aufgaben anpacken und gleichzeitig Schulden abbauen müsse, um den Nachfolgern „finanziell ein bestelltes Feld zu überlassen“. Neuner, erklärter Gegner der Erhöhung, erwiderte, dass ein „wohlwollender Kompromiss“ gefunden werden müsse.

Mit zahlreichen Ehrungen –für herausragende Leistungen in der Ausbildung, langjährige Betriebszugehörigkeit und goldene Meister-Jubiläen – ging der offizielle Teil des Neujahrsempfangs zuende. Musikalisch umrahmt wurde er von der Blaskapelle Prittriching und dem Allgäuer Mundartkabarettisten Josef Haberstock, bekannt als Broadway Joe.

Ulrike Osman

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