"Nehme jeden Hunderter"

Knappe Kasse: Zu wenige Zuschauer haben dem EVL ein dickes Loch in den Finanzen beschert. Foto: Peters

Die Pressekonferenz nach dem Heimsieg gegen Passau war praktisch schon beendet, als EVL-Vorsitzender Hans-Jürgen Böttcher das Wort ergriff, um zurückgekehrten Sponsoren für „ihre Treue“ und den Revisoren „für ihre gründliche Arbeit“ bei der Kassenprüfung zu danken und ihnen einen Fanschal zu überreichen. Danach richtete er einen eindringlichen Appell an die potenziellen Unterstützer des EVL: „Die letzten zwei Monate der Saison werden sehr schwer. Aber noch sind wir da und wir ziehen das durch. Jeder, der jemanden kennt, der uns helfen kann, sollte den jetzt auch ansprechen. Ich nehme jeden Hunderter.“

Dass die Finanzlage beim EVL angespannt ist, ist kein Geheimnis, doch es gab in Böttchers emotionalem Statement auch gute Nachrichten. So seien die Nachwuchstrainer durch eine Fanaktion bis zum Saisonende bezahlt, „da sind wir pari“. Auch die Aktion, bei der 100 neue Mitglieder über eine heimische Firma geworben werden sollen, laufe gut: „Derjenige, der das macht, hat bis jetzt 38 unterschriebene Anträge und mir zugesichert, dass er nicht aufhört, bis es 100 sind. Von denen können wir dann 90 Euro schon im November einziehen, damit wir über diesen Monat hinweg kommen. Wir müssen jetzt die nächsten sechs Wochen überleben, im März stellen wir uns dann neu auf.“ Dass bis dahin die 1. Mannschaft ihre Gehälter erhält, liegt auch dem Vorsitzenden am Herzen: „Diese Mannschaft, an die ich den Glauben nie verloren habe, hat es verdient, bis zum Schluss hier bezahlt zu werden. Dafür brauchen wir jetzt Unterstützung. Ich habe zwar einen stillen Gönner, der seit November 70000 Euro reingebracht hat, aber das reicht jetzt nicht mehr.“ Das deckt sich mit Informationen des KREISBOTEN, wonach Teile des Dezembergehaltes der Mannschaft noch nicht bezahlt sind. Außerdem steht in den nächsten Tagen die Entscheidung an, ob man Talent Christian Neuert weiter beim EVL beschäftigt – es geht um 1500 Euro. „Nach fünf Spielen wird für ihn die Zahlung an den Reindl-Pool fällig, ich könnte ihn also nur noch in Peiting einsetzen“, erklärt Trainer Dave Rich. „Aber wir brauchen ihn wirklich für die letzten Spiele, hoffentlich finden wir zehn oder mehr Leute, die uns da helfen. Ein paar davon habe ich ja auch an der Hand, die mir sofort 50 Euro geben würden.“ Dass er selbst wie Teile der Mannschaft noch auf Geld wartet, will Rich nicht bestätigen, sagt aber: „Das ist doch ganz normal: Wie soll ein Verein seine Gehälter bei diesen Zuschauerzahlen bezahlen? Ich hoffe, dass wir in der Endphase, wenn es jetzt um alles geht, ein paar Spiele haben, bei denen richtig viele Leute kommen. Es geht beim EV Landsberg ums Überleben.“

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