Nein zur Brücke wegen Kosten und Natur

Acht Sprecher – eine Meinung: Die Podiumsdiskussion der Brückengegner am Donnerstag im Sportzentrum war im Grunde gar keine. Denn Brückenbefürworter traten nicht auf. Konträre Meinungen erhoffte sich Initiator und UBV-Vorsitzender Wolfgang Neumeier aus dem Publikum – an die 100 Interessierte waren gekommen. Es zeigte sich aber, dass die meisten auf der Seite der Bürgerinitiative „Stopp dem Brückenbau“ standen.

Diese Gruppe, getragen von der UBV, den Grünen, ÖDP, FDP, den Freien Wählern, dem Bund Naturschutz und Bürgern wie Martina Wiesner und Rudolf Heiß, warb an diesem Abend um Stimmen gegen die Lechsteg für den Entscheid am Sonntag. Mit einem Bürgerbegehren, bei dem rund 3000 Unterschriften gesammelt worden waren, hatten sie den Bürgerentscheid „Stopp dem Brückenbau“ initiiert. 4100 Stimmen wünschen sich die Aktiven, um eine Brücke verhindern zu können. Moderator Folkhart Glaser vom Bund Naturschutz gab den Anwesenden auch eine Hausaufgabe mit: „Suchen sie 40 weitere Leute, die gegen die Brücke stimmen!“ Gestoppt werden soll der Bau vor allem aus finanzieller Hinsicht. Wolfgang Buttner fragte: „Welchen Wachstumsglauben haben eigentlich CSU und SPD?“ Der ödp-Stadtrat warnte vor einem Investitionsstau. Grünen-Stadrat Ludwig Hartmann erklärte, dass die Investition angesichts der Finanzlage nicht sinnvoll sei. In diesem Jahr würden die Gewerbesteuereinnahmen um rund vier Millionen sinken. Auch das Mittel „Grund- stücksverkäufe“ könne die Stadt nicht ewig strapazieren. „Das ist ein Einmal-Effekt.“ Besser als in die Brücke sei es, in energetische Sanierungen zu investieren, zum Beispiel bei Schulen. „Davon könnten wir dreimal profitieren: in Form der Handwerker, die dadurch Aufträge bekommen, wir sparen Energie und die Stadt hat etwas für die Zukunft getan“, schlug der Grünen-Politiker vor. Weiteres Argument dagegen ist der Naturschutz. Christoph Jell, Fraktionsvorsitzender der UBV im Stadtrat, stellte dies vorn an: „Man muss die Natur nicht immer zubetonieren, sondern man soll sie so lassen, wie sie ist, dann kann man sie viel besser erleben. Mir ist dieses Stück Natur zu wertvoll als dass wir es verbauen können.“ Die von den Brückenbefürwortern genannten Vorteile – mit der Brücke einen Rundweg zu haben, den Tourismus und Handel zu stärken – wurden von den Gegnern auf dem Podium als „unnötig und nicht erwiesen“ abgelehnt. Zudem wies Glaser auf die enormen Bauarbeiten für den Brückenbau und auf den Autoverkehr hin, der dann auf den Englischen Garten zukäme. Auch Vorschläge, eine Fähre (Rudolf Heiß) einzurichten oder gar über einen Sessellift (ein Zuhörer) nachzudenken, kamen in der Diskussions- runde zur Sprache. Einige Bürger beklagten, sie seien von der Stadt unzureichend informiert: Ihnen fehlten die Hintergründe, um bei den drei Fragen abzustimmen. „Wie viele Kreuze muss ich denn eigentlich machen?“, erklärte einer seine Verwirrung. Der „Brücken-Streit“ wird mittlerweile nicht nur bei Diskussionen und an Infoständen geführt, sondern auch im Internet. Beide Initiativen vertreten auf professionell gestalteten Webseiten ihre Ansicht.

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