Nervenaufreibender Sieg

Sebastian Nuscheler (Mitte) agierte in der Partie gegen Thannhausen einzigartig und sicherte dem TSV Landsberg zum Schluss den 5:3-Sieg. Fotos: Krivec

Ein großes Spektakel mit glücklichem Ausgang war es für die Zuschauer, Herzinfarkt-Gefahr für die Trainer: Der Spielverlauf beim 5:3 (1:2)-Sieg des TSV Landsberg über die TSG Thannhausen war hochdramatisch, das Team feierte entsprechend euphorisch. TSV-Spielertrainer Sven Kresin freute sich mit etwas Abstand zwar immer noch über den beeindruckenden Auftritt seiner Mannschaft, meinte aber auch: „Ich weiß nicht, warum wir es uns immer wieder so schwer machen und so ein Spiel nicht auch einmal locker mit 5:1 gewinnen.“

Drin gewesen wäre das durchaus, obwohl sich Thannhausen als erwartet spielstarke Mannschaft präsentierte. Die TSG hatte allerdings nicht, was der TSV hatte: Muriz Salemovic. Der 23-Jährige war bei diesem Landesliga-Kick der überragende Mann auf dem Platz und Dreh- und Angelpunkt bei fast allen Angriffen. Ecken, Flanken, Pässe, Freistöße, Dribblings: alles, was Salemovic anstellte, strahlte Gefahr aus. Das hatten auch die Thannhausener schnell mitbekommen und versuchten den Spielmacher, der auch physisch wesentlich stärker als noch in der Vorsaison wirkt, mit allen Mitteln zu stellen. Den negativen Höhepunkt lieferte dabei TSG-Kapitän Florian Sandner in der 77. Minute, als er Landsbergs Nummer 10 brutal von hinten umgrätschte. Eigentlich eine klare Rote Karte; der ansonsten sehr souverän leitende Schiedsrichter Christian Walter beließ es bei Gelb. Salemovic wird sich darauf einrichten müssen, dass ihm derlei öfter passiert. „In dieser Form ist er in der Liga eine Nummer für sich“, meint sein Trainer. „Die Gegner werden sich darauf einstellen, das wird ein hartes Jahr für ihn.“ Um ein Haar hätte es allerdings auch mit dem glänzend aufgelegten Spielmacher nicht zum Sieg gereicht, denn der TSV musste durch ein außergewöhnliches Wechselbad der Gefühle. Dem frühen 1:0 durch Nuscheler nach Salemovic-Flanke (4.) folgte nach einem Abwehrfehler überraschend das 1:1 durch Geldhauser (28.). Da hätten die Landsberger schon gut und gerne mit drei Toren führen können, doch es kam noch schlimmer. Kurz vor der Pause ließ man einen weiten Ball vor dem eigenen Strafraum aufspringen, danach wurden sich Torwart und Verteidiger nicht einig, die Konfusion nutzte Zinner zum 1:2 (44.). Die Rede von Kresin in der Halbzeit („ich war sehr erbost, wir spielten gut und der Gegner führt“) schien gewirkt zu haben, nach einer Ecke von Salemovic schaltete Damian Engel am schnellsten und glich zum 2:2 aus (51.), nur vier Minuten später gab Salemovic den Ball mustergültig herein, Nuscheler per Kopf mit seinem zweiten Treffer drehte das Spiel erneut. Dann nahm das Drama aber erst so richtig Fahrt auf: In der 89. Minute überwand Zinner per Kopfball-Bogenlampe aus sechs Metern TSV-Keeper Obermayer zum 3:3. Während Thannhausen sich über den Punktgewinn freute, rappelte sich Landsberg noch einmal auf. „Bei dieser Truppe geht auch nach so einem Gegentor keine Schulter runter“, so Sven Kresin zufrieden. Exakt zwölf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit jagte der eingewechselte Bastian Klein den Ball aus zehn Metern zum 4:3 in die Maschen. In der Nachspielzeit setzte Nuscheler noch einen drauf und erzielte mit seinem Flachschuss das 5:3 (93.). Kresin, der diesmal für Hauke in der Innenverteidigung agierte, ist das auf Dauer zu nervenaufreibend. „Wir müssen schnellstens sehen, dass wir Konstanz in unsere Leistungen bekommen, sonst wird das eine Achterbahn-Saison“, so der 36-Jährige, der weiterhin „möglichst schnell 40 Punkte“ sammeln will. Ob und wie sich „Konzentrationsprobleme“ auf der Torwartposition und individuelle Fehler in der Defensivarbeit auf die Aufstellung für das Auswärtsspiel in Manching (Sonntag, 17 Uhr) niederschlagen, will er erst nach den Trainingseinheiten in dieser Woche entscheiden. Für Fans besteht die Möglichkeit, mit dem Bus mitzufahren, Abfahrt ist um 13.45 Uhr am Parkplatz in der Friesenegger-Straße. Sven Kresin hofft, dass „wir zahlreiche Unterstützung bekommen, die Spieler freuen sich immer sehr darüber.“

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