Die sechs Spezialisten

Neu aufgestellt: Kauferings Klima- und Umweltschutzbeirat

Photovoltaik-Förderung
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Auch das Potenzial von Solarenergie soll besser ausgeschöpft werden, hat sich der neu aufgestellte Klima- und Umweltschutzbeirat Kauferings auf die Fahnen geschrieben.
  • vonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Der Umwelt- und Klimaschutz hat in der Marktgemeinde einen hohen Stellenwert. Um entsprechende Maßnahmen umzusetzen, wurde der Klima- und Umweltschutzbeirat erweitert. Seine sechs Mitglieder haben jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Salzberger und je einem Fraktionsvertreter aus dem Marktgemeinderat vergangenen Mittwoch zum ersten Mal getagt. 

Mit einer stärkeren Bürgervertretung eigenständiger arbeiten und mit ausgereiften Konzepten bessere Erfolge erzielen, das wolle man mit dem neu aufgestellten Beirat erreichen, so Vorsitzender Lutz Krey. Schon seit 1984 lebt der Diplom-Ingenieur und ehemalige Verfahrenstechniker in Kaufering und wünscht sich eine „enkelfähige Umwelt“.

Insgesamt sechs Mitglieder hat der Rat: „lauter hochwertige Spezialisten“, sagt Salzberger. Künftig bereiten neben Lutz Krey Johannes Barnbacher, Michael Dahme, Michael Hirschberger, Markus Kauth und Michael Kortstock umweltpolitische Entscheidungen für den Gemeinderat vor.

Der Beirat diene somit als Verbindungsglied zwischen der Öffentlichkeit und den politischen Gremien im Bereich Klima- und Umweltschutz. Treffen finden einmal pro Monat statt, bislang nur in Zoom-Meetings. In der großen Runde, mit je einem Fraktionsmitglied, tage man zukünftig dreimal pro Jahr. Es gehe nicht um Beschlüsse, sondern um Empfehlungen an den Gemeinderat.

Kauferings Zweite Bürgermeisterin Gabriele Hunger (CSU) begrüßt es „hier dabei zu sein und direkt präsentiert zu bekommen, was im Klimaschutzbeirat erarbeitet wurde“. Klima und Umweltschutz sei für Kaufering schon immer ein zentraler Aspekt, so Salzberger. „Daher bin ich froh über diesen neuen Ausschuss und werde ihn als Bürgermeister unterstützen.“

Verschiedene Projekte will der Beirat angehen. Etwa die Wiederherstellung einer Vertragssituation mit der Energiezentrale Allgäu (eza!), um die Zertifizierung des „European Energy Awards“ wieder aufleben zu lassen. Kaufering war die erste Kommune im Landkreis, die diese Auszeichnung 2017 erhielt. Die Fortführung der Zusammenarbeit mit eza sei wichtig – auch, um gemeinsame Projekte im Bereich der kommunalen Klimaförderung und Minderung von Treibhausgasemissionen starten zu können.

Auch die Solarinitiative von LENA wolle man aktiv unterstützen. In Kaufering möchte man mittels Information und Beratung zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Stromimporten beitragen, Potenziale ausschöpfen und auch Stromkosten reduzieren. Für die Kampagne, die im zweiten Quartal starten soll, wolle man sich frühzeitig mit LENA zusammentun und auf Dauer angelegte Aktionen andenken, etwa Solarchecks.

Auch den kommunalen Klimaschutz durch Kooperationen mit anderen Kommunen zu sichern und voranzutreiben, sei Thema für den Beirat. Durch Erfahrungsaustausch könnten wichtige neue Erkenntnisse gewonnen werden – auch etwa hinsichtlich überregionaler Fördermöglichkeiten. Das laufe auch bereits seit Januar. Konkret in Planung seien Gespräche mit der Gemeinde Fuchstal und der Stadt Landsberg. Auch die Thematik Energiestandards für kommunale Gebäude und Energiekonzepte für das neue Baugebiet Lechfeldwiesen V stehen auf der Agenda. Aber im Moment sei das nicht der richtige Zeitpunkt, da müsse man sich in absehbarer Zeit nochmals zusammensetzen.

Der Beirat werde zukünftig eine tragende Rolle spielen für all die wichtigen Projekte, die anstehen, meint auch Dominic Jödicke, Geschäftsführer des Marktes Kaufering. Etwa beim Thema Fernwärme und CO2-Zertifikate.

Einstimmig wurde beschlossen, alle vom Umwelt- und Klimaschutzbeirat vorgestellten Themen als Empfehlungen dem Gemeinderat zu überstellen, der im Frühjahr darüber beraten wird. Bis dahin werde man weiterhin Ideen entwickeln – und die Bürger bestmöglich informieren. Ziel sei es, auf der Homepage eine Art Bibliothek zu entwickeln, sagt Krey. Eine eigene E-Mail-Adresse für Anfragen gibt es bereits: klimabeirat@kaufering.de. Das Interesse sei geweckt – erste Anfragen aus der Bürgerschaft zum Thema Baumschutz oder Straßenbeleuchtung würden schon vorliegen. Die Leute hätten gemerkt, dass es „da ein Gremium gibt, das sich wirklich kümmert“, ist Krey überzeugt.
Andrea Schmelzle

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