Für die Außenstelle des Landratsamts Landsberg:

Sitzungssaal erhitzt die Gemüter

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Ein Sitzungssaal wie der im Landratsamt wird auch in der Außenstelle angedacht.

Landsberg – Der städtebauliche Wettbewerb für die Außenstelle des Landratsamtes am Penzinger Feld läuft. Der Kreisausschuss befürwortete den Auslobungstext einstimmig. Für Verwirrung sorgte jedoch die Erwähnung eines „Sitzungssaales“ im Text. Denn den gibt es ja bereits in der Von-Kühlmann-Straße. Und eine komplette Auslagerung des Amtes in den Landsberger Osten wird von der Stadt, die die Änderung im Flächennutzungsplan und damit den Bau der Außenstelle erst noch genehmigen muss, nicht unterstützt.

Dass der städtebauliche Wettbewerb auch auf die Gebiete südlich und östlich des für die Außenstelle angedachten Gebietes ausgeweitet wird, war im Stadtrat bereits beschlossen worden (der KREISBOTE berichtete). Neu war jedoch die Erwähnung im Auslobungstext von Lars consult: „Ein Sitzungssaal für Besprechungen in einer Dimension unter 200 Personen wird zusätzlich benötigt.“ Was denn dann mit dem bisherigen Landratsamt passiere, hakte Kreisrätin Renate Standfest (Grüne) ein. Sie zeigte sich vor allem skeptisch, da diese „Saal-Erweiterung“ im Text weder von Lars-Consult noch vom Landratsamt ausdrücklich erwähnt worden sei. Das Planungsbüro stellte lediglich die Änderungen in Bezug auf die Gebietserweiterung vor.

Christian Kusch, Leiter des kreiseigenen Hochbaus, dämpfte Standfests Entrüstung: 200 Personen, „das ist nur halb so groß wie der jetzige Sitzungssaal“. Allerdings fasst nach Auskunft des Pressesprechers des Landratsamtes Wolfgang Müller der jetzige Sitzungssaal ebenfalls maximal 200 Personen.

Man benötige bei 200 bis 300 Mitarbeitern, wie es für die Außenstelle angedacht ist, eine Versammlungsmöglichkeit, betonte Landrat Thomas Eichinger (CSU): zum Beispiel für Schulungen, zudem kämen oft Ansprüche von außen. „Eigentlich bräuchten wir noch was Größeres.“ Die Aufnahme in den Auslobungstext sei aber „kein Vorentscheid“ für die Realisierung des Saals.

Den „Sitzungssaal“ habe man deshalb nicht ausdrücklich erwähnt, „weil es die Aufgabenstellung im Auslobungstext“ nicht betrifft, beteuerte Diplom­ingenieurin Monika Beltinger von Lars consult. Es gehe um die Möglichkeit eines solchen Saales, eine „Sonderform“, die in dem Gebäudekomplex Außenstelle realisierbar sein soll. Als Ergebnis des Wettbewerbs seien nur Bauvolumina zu sehen, „Klötzchen in Höhe, Tiefe und Breite, vielleicht noch Dachformen. Den Saal kann man da nicht sehen.“

Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) war im Kreisausschuss nicht anwesend, zeigte sich jedoch danach verwundert über die Idee des Sitzungssaales. „Das ist sicher nicht im Sinne des Stadtrates“, der nur einer Zusammenführung der Außenstellen am Penzinger Feld zugestimmt habe. „Andere Ziele wie eine Komplettverlegung des Landratsamtes müsste man auf jeden Fall nochmals im Stadtrat besprechen. Allein das Schaffen dieser Möglichkeit widerspreche den bisherigen Aussagen des Landrates.

Amt am Fliegerhorst?

Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger (Grüne) sprach die Möglichkeit an, die Außenstelle auf dem ehemaligen Fliegerhorst Landsberg in Penzing zu errichten. „Das ist durchaus eine Option“, antwortete Eichinger. Ein deutliches ‚Pro Fliegerhorst‘ war jedoch nicht von ihm zu hören: So sei man zwar mit der Gemeinde Penzing „im Gespräch“. „Der Erfolg ist jedoch fraglich“, da noch große Unsicherheit über die Zukunft des Geländes bestehe. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gehe „von einer deutlich längeren Konversionsdauer aus.“ Zudem stünden rechtliche Fragen bezüglich Außen- und Innenbereichslage offen.

Man werde dennoch die Gespräche fortsetzen, denn auch die Stadt Landsberg habe ja bisher keine rechtlich wirksame Zusage zum Penzinger Feld gegeben. „Wir werden beides im Blick haben und mit allen im Gespräch bleiben.“ Man wolle zwar nicht „beiden Tauben hinterherlaufen“ und dann womöglich mit leeren Händen dastehen. Durch den städtebaulichen Wettbewerb habe man aber „zumindest den Spatz in der Hand.“

Ob der Wettbewerb also keine definitive Vorentscheidung für das Penzinger Feld sei, hakte Lutzenberger nach. Eichingers Antwort: „Das kann man so bejahen.“ Die Kreisräte Josef Loy (CSU) und Albert Thurner (SPD) sprachen sich ausdrücklich dafür aus, nicht auf eine Entscheidung beim Fliegerhorst zu warten. „Das kann noch bis zum Sanktnimmerleinstag dauern“, warnte Thurner.

Auf die Fliegerhorst-Option reagierte Neuner ebenfalls verwundert. Es habe ja eine Standortuntersuchung zum Penzinger Feld mit positivem Ergebnis gegeben. Wenn das Landrats­amt nun auf den Fliegerhorst solle, könne der Landkreis ja gerne dort bauen.

Ein Kauf des Fliegerhorstgeländes durch den Landkreis scheint indessen nicht so einfach machbar. Das Vorkaufsrecht hat die Gemeinde Penzing. Zum Kauf müssten aber wohl Gemeinde, Stadt und Landkreis gemeinsam agieren. Denn eine verbilligte Abgabe genehmigt die BImA nur für den sozialen Wohnungsbau. Verzichtet Penzing auf sein Vorkaufsrecht, wird das Gelände im Bundesanzeiger ausgeschrieben und an den Meistbietenden verkauft. Und der lautet aller Wahrscheinlichkeit nach nicht Landkreis Landsberg.

Susanne Greiner

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