Neubau für die Verwaltungsgemeinschaft Igling

Moderne Büros und schnörkellose Bauweise

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Iglings Bürgermeister Günter Först (links) und VG-Geschäftsstellenleiter Patrick Piller haben, wie allen anderen Mitarbeiter der VG auch, ihre Umzugskisten selbst transportiert.

Igling – Der Neubau ist fertig. Die 15 Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Igling sind umgezogen und stehen ihren Mitbürgern seit heute wieder in vollem Umfang mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch Iglings Bürgermeister Günter Först fühlt sich in seinem Büro im Neubau des VG-Gebäudes in der Donnersbergstraße inzwischen recht wohl –gleich neben dem Feuerwehrgebäude.

Damit ist der im Jahr 2016 gefallene Beschluss des VG-Rates für einen Neubau umgesetzt. Nicht immer zur Zufriedenheit der VG-Gemeinden. Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm etwa hätte den Sitz der VG gerne in seinem Ort gehabt und Iglings Rathauschef Günter Först wäre am liebsten gar nicht umgezogen. Am Ende musste er sich der Mehrheit im VG-Rat geschlagen geben. Dort hatte man nämlich befürchtet, dass ein Um- beziehungsweise Ausbau des denkmalgeschützten alten Rathauses kostenmäßig nicht mehr kalkulierbar sei.

„Mein Herz hängt am alten Rathaus“ sagte Rathauschef unserer Zeitung. „Dafür habe ich gekämpft, musste mich aber der demokratischen Mehrheit fügen“. Problem war, dass der bisher von der VG genutzte Teil des alten Pfarrhofgebäudes zu klein geworden war. Das wurde spätestens klar, als wegen Platzmangels zwei VG-Angestellte mit ihren Büros in die Küche und in den Sozialraum umziehen mussten, betont VG-Geschäftsstellenleiter Patrick Piller. Das war auch einer der Gründe, warum die VG keine Auszubildende mehr einstellen konnte. Ein weiteres Hindernis für eine Erweiterung des alten Rathauses war der nicht mehr zeitgemäße Brandschutz. Wegen des Denkmalschutzes wäre eine vorgeschriebene Außentreppe nicht zugelassen worden. Die Verhandlungen mit der Eigentümerin, der Diözese Augsburg, über die Anmietung zusätzlicher, von der Kirche genutzten Räume waren erfolglos. Folglich fiel die Entscheidung für einen Neubau.

Das alte Rathaus mit Halbwalmdach und einer Doppeltür im klassizistischen Stil hat eine lange Geschichte hinter sich. Errichtet wurde es Anno 1806 und diente lange Zeit den Pfarrern als Domizil. Nach dem 2. Weltkrieg war dort die Landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht, dann folgte eine Nutzung als Gemeindekanzlei. 1964 zog die Raiffeisenkasse Unterigling in die Räume ein. Seit 1978 ist der alte Pfarrhof Sitz der VG Igling. Was jetzt mit dem Gebäude passiert, ist noch völlig offen, so Günter Först schulterzuckend.

Planer Robert Schenk aus Pürgen hat sich beim Neubau an die Vorgaben des Arbeitskreises gehalten und für rund 2,9 Millionen Euro einen funktionellen und schnörkellosen Bau geschaffen. Die Mitarbeiter dürfen sich über die modernen und hellen Büros freuen. Äußere Schmuckelemente sind die Wappen der drei Gemeinden Igling, Hurlach und Obemeitingen an der Stirnseite und über dem Eingang des Gebäudes an der Donnersbergstraße.

Charakteristisch ist der im Süden vorgelagerte halbrunde Sitzungssaal mit den raumhohen Fenstern, der auch für Hochzeitsfeiern geeignet ist. Im Erdgeschoss befindet sich das Büro von Iglings Bürgermeister, die Kämmerei, Steuerbüro, Kasse und Standesamt. Der Sozialraum mit angeschlossener Küche ist im ersten Stock untergebracht, ebenso wie weitere Büros der Verwaltungsgemeinschaft, darunter auch das Hauptamt, das Büro des Geschäftsstellenleiters, Bauamt und Personalabteilung. Das Gebäude ist barrierefrei gebaut und verfügt über einen Aufzug.

Die Außenanlagen sollen im Frühjahr angelegt werden. „Wenn angepflanzt ist, feiern wir auch die Eröffnung des neuen Verwaltungszentrums nach“, versprach Bürgermeister Günter Först. Fertig sind die Parkplätze vor und hinter dem neuen VG-Gebäude. Auf jeden Fall soll eine Elektroladesäule installiert werden. Zwar hat Igling noch keine E-Mobil, doch hofft Günter Först, dass der Gemeinderat irgendwann sei Placet zum Kauf eines E-Mobils gibt. Bis dahin kann Obermeitingens Bürgermeister Erwin Lohse sein Dienstfahrzeug dort „auftanken“.

Auch sonst schreibt man in der Gemeinde Igling den Umweltschutz groß. Das neue Gebäude hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Beheizt wird das Gebäude über die Iglinger Nahwärme, einer Biogasanlage, die bereits 50 Haushalte im Ort versorgt.

Nach Einwohner

Von den Gesamtkosten für Grunderwerb und Bau in Höhe von 2,9 Millionen entfallen nach Angaben von Verwaltungschef Piller 2,4 Millionen auf die drei VG-Gemeinden. Der Verteilungsschlüssel berechnet sich nach den Einwohnerzahlen. Demnach muss Igling 41 Prozent tragen, Hurlach 30 und Obermeitingen ist mit 29 Prozent dabei. Zusätzlich kommen für Igling noch 500.000 Euro für die Räume des Bürgermeisters dazu. Auch der große Sitzungssaal an der Südseite gehört zur Gemeinde Igling und nicht zur VG. Diese kann ihn aber bei Bedarf anmieten. 

Siegfried Spörer

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