"Gefahrenpunkt" Kurve

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In der Kurve wird es eng, wenn Radler und Autofahrer aufeinander treffen. Deshalb schlägt der ADFC die Entfernung der Mittelleitplanke vor.

Landsberg – „Dringenden Handlungsbedarf“ sieht der ADFC Kreisverband Landsberg in der Neuen Bergstraße, nachdem sich dort Ende Juli wieder ein Unfall mit einem Fahrradfahrer ereignet hat. Der ADFC schlägt deshalb Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fahrradfahrer auf dieser Strecke vor. Unter anderem geht es dabei auch um die Entfernung der Mittelleitplanke.

Der Radfahrer wurde glücklicherweise bei dem Unfall nur leicht veletzt. Der Kreisverband des ADFC nahm den Fall dennoch zum Anlass, auf die Problematik in der Neuen Bergstraße hinzuweisen. Noch vor der Kurve hatte ein bergab fahrender Autofahrer versucht, den Radler zu überholen. Durch die Mittelschutzplanke unterhalb der Einmündung Hofgraben wird die Fahrbahn aller- dings zu eng, sodass der Radfahrer mit dem Lenker das Seitenteil des Wagens berührte und stürzte. 

„In Landsberg gibt es viele Problempunkte für Radfahrer. Einer davon ist, und das seit vielen Jahren, die Neue Bergstraße, sowohl bergauf wie bergab“, schreibt Martin Baumeister für den Vorstand des ADFC-Kreisverbandes in einer Presseerklärung. Bereits im September 2011 fand auf Anregung der Stadt eine Verkehrsschau zum Thema Radfahren in Landsberg statt, bei der unter anderem Professor Hermann Knoflacher, der damalige Oberbürgermeister Ingo Lehmann, mehrere Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie einige Stadträte anwesend waren. Bei dieser Verkehrsschau quer durch Landsberg habe der ADFC viele Problemstellen angefahren und über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Ein Punkt davon sei die Neue Bergstraße gewesen, so Baumeister. 

Bei dieser Befahrung habe man unter anderem festgestellt, dass die zweite Autospur bergauf von der Schlossberg-Garagenausfahrt bis zur Kurve überflüssig sei und auch nicht befahren werde. Bergauf genüge für den Kraftverkehr eine Fahrspur, heißt es in der Presseerklärung. Durch Einsparung der zweiten Fahrspur könne der Fußweg rechts bergauf dann so breit gestaltet werden, dass Radfahren bergauf auf dem Fußweg erlaubt werden könne. Im unteren Bereich wäre das baulich durchaus möglich, bestätigt Hans Huttenloher vom städtischen Tiefbauamt, ginge aber grundsätzlich nur zu Lasten der Autofahrer. Denn für diese Maßnahme, müsste die Linksabbiegespur zur Schlossberggarage zurückgebaut werden. Zudem würde der „Gefahrenpunkt“ so nur weiter nach unten transportiert, erläutert Huttenloher weiter. 

Eigene Spur 

„Bergab könnte der – nicht benötigte – rechte Fußweg von der Ein-/Ausfahrt Hofgraben bis nach der Kurve zu einem Schrammbord verschmälert werden“, so Baumeister. Eine Fahrspur für Radfahrer wäre dann durchgängig vom Kreisverkehr an der Weilheimer Straße bis zum Fußweg auf den Schlossberg beziehungsweise bis zur Einfahrt in die Schlossberg-Garage möglich. Diese baulichen Maßnahmen würden, nach Ansicht des ADFC, das Radfahren auf der Neuen Bergstraße deutlich sicherer machen. Unfälle wie der, der sich Ende Juli ereignete, die entstehen, weil Autofahrer die Radfahrer nach der Hofgraben- ausfahrt noch während des Einfädelns vom Radstreifen auf die Fahrbahn oder sogar noch in der Kurve überholen und dabei erheblich gefährden, wären damit ausgeschlossen, erklärt Baumeister. Die Radfahrer könnten dann komplett und sicher auf einer eigenen abmarkierten Radspur bergab fahren. 

Diese Verkehrsschau wurde vor drei Jahren durchgeführt. Der Vorschlag anlässlich der Verkehrsschau, in der Kurve die Mittelleitplanke abzubauen, wurde von der Verwaltung aber als „zu teuer“ und damit nicht durchführbar abgelehnt. Man könne das sehr wohl alles bauen, meint Huttenloher dazu. Jedoch sei die Maßnahme vor allem durch die Entwässerung und der langen Strecke sehr aufwändig. Stattdessen verweist Hans Huttenloher auf eine „Alternativroute“: unsichere Fahrradfahrer könnten genauso gut über Hofgraben und Hexenviertel fahren. Nach Ansicht des ADFC sollten die vorgeschlagenen Umbaumaßnahme aus Gründen der Verkehrssicherheit – sowohl der Radfahrer als auch der Autofahrer – schnellstmöglich beschlossen und durchgeführt werden. Darüber muss nun der Stadtrat entscheiden.

Astrid Erhard

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