Radler bleiben auf der Strecke

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In der Kurve der Neuen Bergstraße wird es eng, wenn Radler und Autofahrer aufeinander treffen. Eine Verbesserung ist erst für nächstes Jahr in Sicht.

Landsberg – Der Fahrradweg an der Neuen Bergstraße wird entschärft und umgebaut – allerdings voraus- sichtlich erst 2016. Mit ihrem Vorstoß, schon in den aktuellen Haushalt 100000 Euro für die Umsetzung noch in diesem Jahr einzustellen, scheiterten die Grünen denkbar knapp (5:6).

Jost Handtrack zeigte sich über die Abstimmung aus mehreren Gründen enttäuscht. „Wir haben als Kompromiss angeboten, dafür die Arbeiten am Radweg in der Augsburger Straße zu verschieben, das wäre annehmbar gewesen, denke ich“, so der Grünen-Rat. Ihn störte außerdem, dass zwei Ausschussmitglieder der SPD und der LLM in der wichtigen Sitzung fehlten. „Es wäre sicher interessant gewesen, wie das Ergebnis gelautet hätte, wenn diese Fraktionen wenigstens einen Vertreter geschickt hätten.“

Immerhin war der Ausschuss überhaupt beschlussfähig – zum offiziellen Sitzungsbeginn um 18 Uhr war das wegen zahlreicher Nachzügler noch nicht der Fall gewesen. So folgte die knappe Mehrheit aber den Bedenken von UBV-Rat Christoph Jell. „Wir können doch gar keinen Haushaltsansatz machen, wenn wir die Kosten nicht kennen. Wir können nur die Planung einstellen“, so Jell, der Unterstützung bei Kämmerer Peter Jung fand. „Das könnte ja auch mehr als 100000 Euro werden, das muss tatsächlich erst einmal geplant werden.“

Allerdings kam auch der Chef des städtischen Tiefbauamts, Hans Huttenloher, mit seinem Wunsch, die 25000 Euro Planungskosten aus dem Haushalt zu nehmen, nicht zum Zuge. „Ich bin gar nicht in der Lage, das in diesem Jahr zu machen“, sagte er. „Geben Sie uns bitte die Zeit, das ordentlich zu planen. Das ist an dieser Stelle nicht ganz einfach, es ist sehr beengt, in der Kurve brauchen wir eine Aufweitung.“

Dass genau diese Planung immer noch nicht erfolgt war, obwohl das Thema bereits seit über einem halben Jahr akut ist, erzürnte Dr. Wolfgang Weisensee (LLM). „Wir haben uns extra noch im Oktober mit der Verwaltung zusammengesetzt und ganz klar gemacht, dass das oberste Priorität hat. Ich frage mich, was seitdem passiert ist. So kann man sich die Gespräche auch sparen.“ Er verwies auf einen schweren Unfall zwischen einem Pkw und einer Radlerin, bei der die Frau über die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn geschleudert wurde. „Wir haben Glück gehabt, dass an dieser Stelle noch nicht mehr passiert ist“, betonte Weisensee, „hier geht es um die Gesundheit unserer Mitbürger.“

Huttenloher jedoch konnte eine einfache Begründung für die Verzögerung bei den Planungen anführen: „Mit unserem Personal können wir das nicht schaffen und Geld für eine externe Planung habe ich nicht.“

Christoph Kruse

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