Neue Bleibe für die Tafel Landsberg

Vorsitzende Marlies Klocker (rechts) ist zufrieden: Sie hat für die Tafel Landsberg eine neue Bleibe gefunden und mit OB Mathias Neuner auch einen Schirmherrn. Foto: Osman

Die Tafel Landsberg hat nach langer Suche endlich eine neue Heimat. Geeignete Räume fand der Verein in der Pflugfabrik in der Von-Kühlmann-Straße, wo man sich nach eigenem Bekunden jetzt rundum wohl fühlt. „Hier haben wir die Möglichkeit, Lebensmittel zu lagern, und können auch Sonderaktionen durchführen“, freut sich Vorsitzende Marlies Klocker. Vor allem Alleinerziehende, viele Großfamilien und inzwischen immer mehr Rentner nutzen das Angebot der Tafel, Lebensmittel zu einem symbolischen Preis zu bekommen.

„Die Tafel ist eine wichtige Einrichtung, aber es ist schade, dass wir sie brauchen“, sagte Landrat Walter Eichner (CSU) bei der Einweihung der neuen Räume am vergangenen Freitag. Am Bedarf besteht kein Zweifel. Als der Verein im Jahr 2006 gegründet wurde, seien zunächst 40 Leute zu den Verteilungen gekommen, erinnerte Klocker. „In kürzester Zeit waren es doppelt so viele. Inzwischen kommen pro Verteiltag etwa 170 Leute.“ Montags und donnerstags verteilen die ehrenamtlichen Helfer, von denen es bei der Tafel rund 60 gibt, gespendete Lebensmittel der Landsberger, Kauferinger und Penzinger Supermärkte – vor allem frische Ware, die in den Läden liegengeblieben ist, etwa Obst, Gemüse und Brot, aber auch Nah­rungsmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum. Fleisch gibt es dagegen nicht. „Eine Vollversorgung gibt es nicht“, stellt Klocker klar. „Was wir anbieten ist, ein Zubrot, damit die Leute sich ein bisschen leichter tun.“ Die Leute – das sind vor allem Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende, Kinderreiche und Rentner. Um sicherzustellen, dass die gespendeten Lebensmittel an wirklich Bedürftige gehen, müssen Einkommensnachweise vorgelegt werden. Gerade Rentnern sei es peinlich, nach einem arbeitsreichen Leben auf eine Einrichtung wie die Tafel angewiesen zu sein, weiß die Tafelvorsitzende. Sie versuche, ihnen die Scham zu nehmen. „Sie zahlen ja einen symbolischen Euro und nehmen niemandem etwas weg.“ Die ersten Jahre war die Tafel im städtischen Jugendzentrum untergebracht. Doch zunehmender Eigenbedarf dort zwangen die Lebensmittelverteilung immer öfter zum Ausweichen auf andere Räume, etwa das Sportzentrum oder die Landsberger Kirchen. Durch einen glücklichen Zufall habe sie dann von den Räumen in der Pflugfabrik erfahren, so Klocker. Diese erfüllten die Bedingungen, die an einen Lebensmittelbetrieb gestellt werden – Strom- und Wasseranschluss sind vorhanden, und die Räume lassen sich gut reinigen. Schirmherr der Landsberger Tafel ist seit kurzem Oberbürgermeister Mathias Neuner. „Mir macht die meisten Sorgen, dass das größte Armutsrisiko offenbar Kinder sind.“ Gleichzeitig würden viel zu viele Lebensmittel verschwendet. Das kann auch Marlies Klocker nicht ertragen. „Was heute alles weggeworfen wird… das tut mir im Herzen weh.“

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