Denkanstoß soll helfen

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Drei Bürgermeister ein Ziel (von links): Martin Höck, Herbert Kirsch und Werner Grünbauer mit der neuen Radweg-Broschüre.

Dießen – Seit vielen Jahren erhitzt der Wunsch nach einer verkehrstechnisch sinnvollen und ökologisch verträglichen Radwegeverbindung durch das Ramsar- und FFH-Naturschutzgebiet Ammersee-Süd die Gemüter. Als Denkanstoß soll die neue Broschüre „Radweg Ammersee-Süd – Wie kann er realisiert werden?“ dienen. Sie fasst die Faktenlage zusammen und wurde am Donnerstag von den Bürgermeistern Werner Grünbauer (Pähl), Martin Höck (Raisting) und Herbert Kirsch (Dießen) im Dießener Rathaus vorgestellt.

Das erste Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben wurde 2008 aus naturschutzrechtlichen Gründen eingestellt. Ziel der Gemeinden ist es nun, ein erneutes Verfahren für einen Radweg zwischen Fischen und Dießen sowie zwischen Dießen und Raisting anzuregen. Jetzt auch mithilfe der neuen Broschüre. Auf insgesamt 16 DIN A4-Seiten, mit Natur- und Landschaftsaufnahmen ansprechend bebildert, kann man Argumentationslinien und rechtliche Positionen der wichtigsten Interessensvertreter nachlesen.

Redaktionell bearbeitet wurden die Texte von Gabriele Übler (Management- und Organisationsberaterin) und Mediatorin Solveig Gründler. Beide moderierten bereits im Januar den „Faktencheck“ – ein Treffen zum Thema Radweg Ammersee-Süd mit 21 Interessensvertretern und „Trägern öffentlicher Belange“, darunter die Regierung von Oberbayern, Landratsämter, Gemeinden und Naturschutzverbände.

Gedruckt wurde die neue Broschüre in einer Auflage von 5000 Stück. Die sollen nun verteilt und in den Rathäusern ausgelegt werden. Bei Bedarf soll nachgedruckt werden. Als PDF findet man das Druckerzeugnis auf der Homepage der Marktgemeinde (www.diessen.de) unter „Aktuelles“.

Auch eine Machbarkeitsstudie wurde von den drei Gemeinden Ende vergangenen Jahres beschlossen und beauftragt. Ihr Ergebnis wird noch in diesem Jahr erwartet. „Wir hoffen, dass die Broschüre und die Machbarkeitsstudie Anstoß sein werden, das festgefahrene Thema Radweg wieder ins Rollen zu bringen“, sagt Raistings Bürgermeister Höck. Die Gemeinde Raisting habe sich insbesondere wegen der gewünschten Teilstrecke Dießen/Raisting entlang der Kreisstraße LL10/WM9 sowie wegen einer sicheren Querungsmöglichkeit der Staatsstraße 2056 beteiligt.

„In Pähl und Fischen wünscht man sich ein Radweg-Gesamtkonzept zwischen Fischen und Dießen sowie zwischen Dießen und Raisting“, ergänzte Pähls Bürgermeister Grünbauer. Sollte die mit Spannung erwartete Machbarkeitsstudie eine Lösung aufzeigen, so Grünbauer, werde sich das Innenministerium der Sache nochmals annehmen, das habe Minister Joachim Herrmann bereits in Aussicht gestellt.

Auch Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch hofft, die Verantwortlichen aufgrund der Machbarkeitsstudie zu einer neuen Entscheidungsrunde motivieren zu können, eine rechtliche Handhabe habe man allerdings nicht: „Den Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren können wir als Gemeinden nicht stellen. Das ist Aufgabe des Straßenbauamtes.“

Ursula Nagl

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