Es war einmal am Ammersee...

Dießens Rialto-Brückerl ist Geschichte

Rialto-Brücke Dießen - vor und nach dem Abriss
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Die 56 Jahre alte Rialto-Brücke in den Dießener Seeanlagen (links) wurde jetzt abgerissen. Nur noch die Podeste (rechts) erinnern an den Übergang in den Boxler-Park.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen – 56 Jahre gehörte er zu Dießen wie das Marienmünster: Der vom Volksmund liebevoll „Rialto-Brücke“ getaufte Steg über den Mühlbach zwischen den Seeanlagen und dem Boxlerpark. Jetzt ist er Geschichte. Im Rahmen der Seeanlagen-Sanierung sorgten Bagger und Spitzhacke in der vergangenen Woche für ein schnelles Ende.

Bis die neue Brücke steht, müssen Spaziergänger und Radfahrer den Weg über dem Bahntunnel benutzen. Obwohl man neben dem ursprünglichen Rialto-­Brückerl eine Behelfsbrücke über den Mühlbach gelegt hat. Aber die ist für Passanten und Radler gesperrt. Sie wird benötigt, um schwere Baustellenfahrzeuge, Spundwände oder Baumaterialien in die Boxleranlage zu transportieren, wo gerade mit Hochdruck die Ufermauern erneuert werden. Die grüne angemietete Behelfsbrücke hat übrigens eine bewegte Vergangenheit. Sie stammt aus den Beständen der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR.

Laut Bauamtschefin Johanna Schäffert war die alte Rialto-Brücke zu schmal, in einem „sehr schlechten Zustand“ und vor allem nicht barrierefrei. Die Barrierefreiheit ist aber eine Maßgabe der Städtebauförderung, aus der die Marktgemeinde für die Umgestaltung der Seeanlagen rund 3,7 Millionen Euro vom Freistaat bekommt.

Die neue Brücke wird mit vier Metern breiter angelegt, damit sie auch von Bauhof- und Rettungsfahrzeuge genutzt werden kann. So dürfte sich zudem der ständige Zwist zwischen Fußgängern und nicht selten zu schnellen Radfahrern auf der engen alten Brücke erledigen. Der prägende Schwung der Betonbrücke wird mit einer minimalen Steigung beibehalten, damit sie auch Menschen mit Behinderung benutzen können. Die Stahlgeländer bekommen Holz­auflagen als sogenannte „Lümmelbalken“ zum Abstützen.

Eine neue Brücke und neue Ufermauern kann man nicht „einfach so“ bauen. Dazu gehören vorab „wasserrechtliche Verfahren“, darunter die Genehmigungen der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, vom Wasserwirtschaftsamt und Landesamt für Denkmalpflege, der Seenschifffahrt und Ammersee-Verwaltung, von Stegbesitzern und sogar vom Fischereibeauftragten.

1965 wurde die jetzt abgerissene Brücke eingeweiht. Das symbolische Band durchschnitten der damalige Dießener Bürgermeister Max Weiher und Landrat Bernhard Müller-Hahl. Nach Fertigstellung der neuen Brücke spätestens im Herbst wird diese Ehre Bürgermeisterin Sandra Perzul zuteil. Die „Vorarbeiten“ hatten seit 2014 der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Herbert Kirsch geleistet.

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