Neue Eiszeit in Landsberg – Hockey-Club Landsberg tritt im Spätsommer in der Bezirksliga an

Es war der 17. Dezember 2008, als im Büro von Jürgen Beck 20 Männer und Frauen einen neuen Eishockeyverein aus der Taufe hoben: Hockey-Club (HC) Landsberg heißt das Kind, das in der Führungsetage des großen Bruders EVL 2000 prompt für Unruhe sorgt.

Warum denn einen weiteren Eiskockeyverein, wo es in der Stadt doch den EVL 2000 gibt? „Die Idee ist eigentlich schon vor drei Jahren entstanden“, sagt HCL-Pressereferent Christoph Kruse. „Viele ehemalige Spieler waren teilweise mit der Situation in ihren Vereinen nicht zufrieden und wollten endlich wieder zusammen spielen“, erzählt Kruse. Daraufhin habe man beim EVL angefragt, ob man nicht eine 1b-Mannschaft ins Leben rufen könne. Doch wegen der Kosten in Höhe von 50000 Euro habe man dort abgeblockt. „Auch weitere Anfragen blieben erfolglos“, so Kruse. Irgendwann sei das Maß voll gewesen und man habe sich zur Vereinsgründung entschieden. 1. Vorsitzender ist Horst Unterlechner, Stellvertreter Markus Haschka und Schatzmeister Jürgen Beck. „Es war eine Initiative der Mannschaft“, betont Christoph Kruse, der mit dem Gerücht aufräumt, man wolle dem EVL 2000 eins auswischen. Genauso wenig sehe man sich als eine „Gegenveranstaltung“ zu dem großen Nachbarn. Hicks im HCL-Vorstand In dem neuen Club tauchen zahlreiche bekannte Namen auf. So ist etwa Christoph Hicks dritter Vorsitzender beim HCL, auch Michael Hess und Andreas Guggemos (zurzeit beim EC Peiting) gehören dazu. Dass sie und etliche andere Ex-EVL-Spieler bald im HC Landsberg-Trikot zu sehen sein werden, liegt wohl auf der Hand, obwohl der Verein erst im April bekannt geben will, wer in der Mannschaft dabei sein wird. Fest steht allerdings schon jetzt, dass der Club ab der nächsten Saison in der Bezirksliga an den Start gehen will. Dort tritt die Truppe dann gegen klangvolle Namen wie Apfeldorf, Bad Bayersoien, Hohenfurch, Woodstock Augsburg oder auch Denklingen an. „Ziele haben wir uns keines gesetzt, aber wir sollten in der Bezirksliga durchaus mitspielen können“, sagt Kruse. Freilich steht da der Spaß im Vordergrund, wird von Vereinsseite betont. Zum ersten Mal kann man den HCL wohl im September sehen, wenn das erste Testspiel ansteht. Geplant ist weiterhin, dass der neue Verein im Eisstadion am Hungerbachweg seine Heimspiele austrägt, auch wenn noch einige Hürden zu überspringen sind. „Von den Eiszeiten ist die Halle im Prinzip voll, aber wir sind gerade dabei irgendwie reinzukommen und wollen das gütlich mit dem EVL klären“, erklärt Kruse. Außerdem sind noch einige Formalitäten nötig wie etwa die Eintragung ins Vereinsregister oder die Anmeldung beim Bayerischen Landessportverband. Finanziell scheint beim HC Landsberg ebenfalls alles in trockenen Tüchern zu sein. Von Vereinsseite heißt es, dass „der finanzielle Rahmen in der Bezirksliga überschaubar ist und die Spieler kein Geld bekommen“. Was man für den Spiel- betrieb benötigt, kommt über die Vereinsbeiträge und Sponsoring. Bei den Heimspielen werde es moderate Eintrittspreise geben – kalkuliert hat man beim HCL erst einmal mit 30 Fans pro Partie. Ärger beim EVL Beim EVL 2000 ist man nicht begeistert, dass es den HC Landsberg gibt. Doch die Clubverantwortlichen beteuern, man wolle dem EVL nicht das Wasser abgraben, auch Nachwuchsarbeit sei keine geplant. Bei dem neuen Verein werde sogar auf eine Zusammenarbeit mit dem großen Nachbarn gesetzt – der erste Schritt müsse aber vom EVL kommen…

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