Neue Express-Linie im Kühlschrank

Vorerst auf Eis gelegt: Die neue Stadtbuslinie 6, die express die Bahnhöfe Landsberg und Kaufering verbinden soll. Fotomontage: Kruse

Wer ohne Auto zwischen Landsberg und Kaufering pendeln und dabei einkaufen will, der wird es künftig deutlich leichter haben. Zusammen mit dem Landkreis und der Landsberger Verkehrs-Gemeinschaft (LVG) wollen die beiden Kommunen eine „Express-Bus-Linie“ von Landsberg zum Bahnhof in Kaufering einführen. Der Bus könnte bereits fahren, doch die Pläne zum Hauptplatz-Umbau haben das Projekt vorläufig gestoppt

. „Wir haben das Konzept seit einiger Zeit umsetzungsreif in der Schublade. Das ist durchgeplant und durchgerechnet, wir könnten auch weiterhin morgen anfangen“, sagt Dietmar Winkler, der im Landratsamt für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zu­ständig ist. „Uns kam da aber der Umbau des Hauptplatzes dazwischen, das müssen wir jetzt eben abwarten“. Auch Stadtkämmerer Manfred Schilcher bestätigt auf Nachfrage, dass die Planungen weit fortgeschritten sind: „Die Stadt ist Konzessionsinhaber, aber es geht in diesem Fall natürlich darum, den Landkreis, die LVG und auch Kaufering im Vorfeld einzubinden. Diese Gespräche sind weit fortgeschritten.“ Ausgerechnet das Verkehrs-Entwicklungs-Konzept rund um den Hauptplatz mit Prof. Hermann Knoflacher verhindert im Moment noch die Umsetzung. Winkler: „Es bringt ja nichts, wenn wir jetzt loslegen und durch den Hauptplatz-Umbau die Linie dann ein halbes Jahr später sozusagen schon wieder vernichten. Wir können zwar über Schlossergasse und Hinter­anger nach Kaufering fahren, aber irgendwie muss der Bus ja auch 30 Minuten später wieder durch Landsberg zurück kommen. Da müssen wir dann sehen, wie es mit der Zugänglichkeit des Hauptplatzes be­stellt ist.“ Ähnlich sieht das der Stadtkämmerer: „Es gibt seit längerer Zeit Überlegungen, den Busverkehr im gesamten Stadtge­- biet zu optimieren“, so Schilcher, „dazu gehört auch die Express-Linie zwischen Landsberg und Kaufering. Aber es hat ja niemand etwas davon, wenn man jetzt eine Einzel-Maßnahme durchzieht, während man gerade auf der anderen Seite ein Gesamtkonzept entwickeln lässt. Das wäre nur ein Fragment, von dem zum Schluss niemand etwas hätte, wenn es nicht eingebunden ist. Wir warten im Moment einfach ab, was Professor Knoflacher entwickelt.“ Insgesamt sieht Schilcher das positiv: „Wenn man im Bild bleiben will, ist die neue Bus-Linie vielleicht gerade im Kühlschrank, aber sicher nicht tief eingefroren. Es ist eindeutig besser, auf ein ordentliches Gesamtergebnis zu setzen.“ Deutliches Signal Dass der Busverkehr in Landsberg und Kaufering gestärkt werden soll und wird, scheint jetzt schon klar. „Der Landsberger Stadtrat hat ja schon entschieden, dass neue Fahrzeuge angeschafft werden. Das ist ein deutliches Signal“, so Schilcher. „Auch in Hinsicht auf unsere neuen Baugebiete wissen wir, dass es einfach eine gewisse Zeit dauert, bis die Akzeptanz da ist.“ Bei der Ausrichtung Knof­lachers in Richtung ÖPNV dürfte auch klar sein, dass er die vorgesehene enge Bus-Vernetzung zwischen Landsberg und Kaufering befürworten wird. Schilcher: „Ich kann und will seinem Gutachten nicht vorgreifen, aber ich denke, davon kann man ausgehen.“ Auch in Kaufering will man am Ortsbus festhalten. „Wir sind bereit, da einen langen Atem zu beweisen“, betonte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler vergangene Woche. Zu hundert Prozent Damit dürfte die „Express-Linie“ schnell an den Start gehen. „Ich gehe davon aus, dass wir von Professor Knoflacher bis zum Jahresende eindeutige Ergebnisse bekommen und dass dann Entscheidungen fallen, die wir auch zügig umsetzen können“, so der Stadtkämmerer. Das wäre auch im Sinne von Dietmar Winkler: „Damit hätten wir auch das Landsberger Industriegebiet an den Samstagen zu hundert Prozent angeschlossen, das wäre ein großer Fortschritt.“ Schilcher setzt noch weitergehende Hoffnungen auf Knoflacher: „Wir wissen, dass sich die Bürger eine Verkürzung des Bus-Taktes auf 15 Minuten wünschen und das ist auch politisch gewollt. Angesichts der Situation in der Katharinenstraße wäre das im Moment aber schwierig umzu­- setzen. Auch da wird uns eine integrierte Lösung dann weiterbringen.“ Die Express-Linie Die Express-Linie zwischen Landsberg und Kaufering soll im 30-Minuten-Takt an allen Wochentagen außer Sonntag an folgenden Punkten halten: InCenter Landsberg, Bahnhof Landsberg, Industriegebiet Landsberg, Bahnhof Kaufering. Weitere Haltestellen sind ausdrücklich nicht vorgesehen. ÖPNV-Chef Dietmar Winkler vom Landratsamt: „Wer die braucht, kann auf die bestehende Linie 30 zurückgreifen. Hier geht es um eine schnelle Verbindung.“ Landsbergs Stadtkämmerer Manfred Schilcher: „Mit dieser Linie verbinden wir nicht nur die Einkaufszentren in Landsberg mit dem Kauferinger Bahnhof. Auch für die Edeka-Ansiedlung und die Mitarbeiter von Ilim Timber ist das eine wichtige Entscheidung, wir wollen die Leute ja zügig dahin und wieder zurück bringen.“

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