Es ist endlich geschafft!

Das neue Feuerwehrhaus in Geltendorf steht und wurde feierlich eingeweiht

+
Am Ortsausgang Geltendorf Richtung Türkenfeld ist das neue Feuerwehrhaus entstanden. Die kupferfarbenen Schindeln (links) dienen nicht nur der Optik – sie sollen auch für die nächsten Jahrzehnte halten.

Geltendorf – Es war ein langer Weg – oder, wie Bürgermeister Wilhelm Lehmann es ausdrückte, „eine unendliche Geschichte“. Doch nun ist das neue Geltendorfer Feuerwehrhaus nicht nur fertig gebaut, sondern bereits von der Wehr bezogen – und seit dem Wochenende auch offiziell eingeweiht und gesegnet. Das Interesse der Bevölkerung war riesig.

Bis zu 800 Besucher sahen sich an einem Tag der offenen Tür in dem Gebäude an der Türkenfelder Straße um. Und laut Schätzungen der Feuerwehr waren es mindestens noch einmal so viele, die sich die Feier mit Würdenträgern, ökumenischer Segnung, Blasmusik und Führungen durchs Haus nicht entgehen ließen.

Im Gegensatz zum arg beengten alten Feuerwehrhaus bietet der Neubau genügend Platz für Theorie und Praxis. Vier Fahrgassen, eine Einsatzzentrale, ein Schulungsraum mit angrenzendem Stüberl und Küche sowie Sanitärräume stehen den Aktiven zur Verfügung. Für den Nachwuchs gibt es einen eigenen Jugendraum. In die Einsatzkleidung schlüpfen die Feuerwehrleute nicht mehr, wie früher, in der Fahrzeughalle, sondern in separaten Umkleiden. Das neue Gerätehaus verfügt über eine Atemschutzwerkstatt und eine moderne Schlauchwaschanlage. Hier werden nicht nur die Geltendorfer Schläuche, sondern auch die der Ortsteil-Feuerwehren aus Walleshausen, Kaltenberg und Hausen nach den Einsätzen auf Dichtigkeit überprüft und gereinigt.

Mehr als acht Jahre ist es her, dass Geltendorf die Planungen für ein neues Feuerwehrhaus in Angriff nahm. Lange wurde über Größe und Kosten gestritten, der erste Entwurf verworfen, das Planungsbüro gewechselt. Realisiert wurde das Projekt schließlich von Robert Wagner aus Mauerstetten. Der Architekt hat laut eigener Aussage schon einige Feuerwehrhäuser gebaut, „aber das hier ist das schönste“. Optisch fällt das Gebäude durch die Dach- und Fassadenverkleidung aus kupferfarben beschichteten Aluminiumschindeln auf. Das Material wurde aufgrund seiner Dauerhaftigkeit ausgewählt. „Der Hersteller gibt 40 Jahre Garantie, man muss nichts mehr streichen und hat seinen Frieden“, so Wagner.

Da der Gemeinderat die Kosten für den Neubau auf drei Millionen Euro gedeckelt hatte, die allgemeinen Baukosten allein in den letzten drei Jahren aber um elf Prozent gestiegen sind, wurde bei vielen Details auf Einsparungen geachtet. Aufgrund seiner Ausrichtung benötigt das Gebäude kaum Verschattungsanlagen („auch die kosten Geld und müssen gewartet werden“). Die Beamer-Leinwand im Schulungsraum ist keine eigentliche Leinwand, sondern eine gespachtelte Fläche auf der verputzten Wand. Ins Treppengeländer integrierte Leuchten senken den Reinigungsaufwand. Und die im Boden verbauten LED-Leuchten im Außenbereich wurden aufgrund ihrer Vandalismussicherheit gewählt.

„Auf den letzten Metern ist das Haus sogar noch zu einem Kunsthaus geworden“, so Wagner. Der Geltendorfer Kirchenmaler Albert Höpfl verzierte die Außenwand mit einem heiligen Florian, und der Münchner Sprayer Loomit verschönerte Fahrzeughalle und Atemschutzwerkstatt mit Feuerwehr-Graffiti.

Die Einweihung feierten zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik und der umliegenden Feuerwehren mit den Geltendorfer Kameraden. Ihnen bietet das neue Haus nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern „es stiftet auch Identität“, ist Robert Wagner überzeugt.

Ein Bezug zur über 100-jährigen Geschichte der Wehr findet sich im Verwaltungsteil des Gebäudes gleich neben dem Eingang in Gestalt der liebevoll restaurierten ersten Handpumpe aus dem Jahr 1886. Die Zukunft verkörpert das neue Löschgruppenfahrzeug HLF 20, das in diesem Jahr von der Gemeinde angeschafft wurde.

„Doch auch mit der neusten Technik werden wir nicht alles schaffen, sondern sind auf Gottes Hilfe angewiesen“, mahnte Diakon Franz Bauer, der dem neuen Feuerwehrhaus gemeinsam mit Pfarrerin Ulrike Dittmar den kirchlichen Segen spendete.

Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Über 100 Neuinfizierte, nochmals zwei Covid-Patienten gestorben
Landsberg
Über 100 Neuinfizierte, nochmals zwei Covid-Patienten gestorben
Über 100 Neuinfizierte, nochmals zwei Covid-Patienten gestorben
Mit 85 fit wie ein Turnschuh
Landsberg
Mit 85 fit wie ein Turnschuh
Mit 85 fit wie ein Turnschuh
Schätze ganz nah am Ammersee
Landsberg
Schätze ganz nah am Ammersee
Schätze ganz nah am Ammersee
Über 4.000 Stunden fürs Gemeinwohl
Landsberg
Über 4.000 Stunden fürs Gemeinwohl
Über 4.000 Stunden fürs Gemeinwohl

Kommentare