Auf freiem Feld

An der Bahnlinie bei Asch entsteht eine weitere PV-Modulanlage

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Mittlerweile zwischen Landsberg und Schongau ein gewohntes Bild: eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage wie hier nahe Hohenfurch.

Fuchstal – Kaum zwei Monate sind seit dem Grundsatzbeschluss für eine weitere Freifläche mit Fotovoltaikmodulen im Fuchstal vergangen, da wird für das Gebiet an der Bahnlinie bei Asch schon die Bauleitplanung aufgenommen. Eine große Mehrheit im Fuchstaler Gemeinderat hat jetzt dafür gestimmt.

Pia Zordik vom Ingenieurbüro Sing in Landsberg stellte Einzelheiten zu dem Projekt vor. Das betreffende Feld, das als Freifläche ausgewiesen werden soll, reicht im Süden vom Wertstoffhof und von der Kiesgrube bis zur Staatsstraße 2055 (von Asch zur B 17) im Norden. Zu dieser Fahrbahn muss wegen der Bauverbotszone ein Abstand von 20 Meter eingehalten werden. 

Im Osten des Feldes, das sich die Gemeinde für diesen Zweck sichert, verläuft eine Hangkante. Auf der Westseite ist eine Stichstraße, die zum Wertstoffhof und zur Kiesgrube führt. Gleich daneben sind die Gleise der Bahnlinie Landsberg – Schongau, auf der Güter transportiert werden. 

Das Areal, das überplant wird, ist zirka zwei Hektar groß. Zunächst sollen in einem ersten Schritt in der südlichen Hälfte Fotovoltaikmodule errichtet werden – quasi als Fortführung der schon bestehenden PV-Freiflächenanlage. Das Feld muss eingezäunt werden. Pia Zordik vom Ingenieurbüro Sing sagte dazu, dass eine Höhe von zweieinhalb Metern für den Zaun notwendig sei. Unten dürfe er höchstens zehn bis fünfzehn Zentimeter Abstand vom Boden haben; Kleintiere sollten rein und raus können. Ansonsten sei die Gefahr groß, dass Füchse auf die Freiflächenanlage gelangen. 

Und das will man auf jeden Fall vermeiden, denn dort soll ein heimischer Schäfer seine Tiere weiden lassen können. Der Halter soll auf jeden Fall gefragt werden. Es wird aber auch daran gedacht, dort eine Blumenwiese anzusäen. Sollten keine Schafe aufgetrieben werden, ist es nach den Worten Zordicks auch möglich, die Wiese dreimal im Jahr zu mähen. Das gemulchte Gras könne man als Dünger liegen lassen. 

Wegen der potenziellen Nutzung als Schafweide muss bei der Frage, wie hoch die Module aufgeständert werden, Rücksicht auf die Tiere genommen werden. Denn die Schafe würden, wenn der vorbeifahrende Güterzug ein lautes Signal gibt, evtl. aufschrecken. Da müsse man aufpassen, dass sie den Kopf nicht an den Modulen anschlagen und sich verletzen. Die untere Kante kann daher bis zu 90 Zentimeter über dem Boden angesetzt werden – woanders sind es häufig nur 60 Zentimeter. 

In jedem Fall, so bekundete Bürgermeister Erwin Karg, habe man trotz der Module eine artenreiche Wiese – ob mit Blumen oder als Weide für Schafe. Auf der Ostseite erfolgt am Zaun zur Hangkante zudem eine Eingrünung. 

Investition und Ertrag 

Der Strom wird über das bestehende Trafohäuschen auf der schon vorhandenen Fotovoltaik-Freifläche ins Netz eingespeist. Die Kosten für das Projekt bei Asch werden auf 570.000 bis 600.000 Euro veranschlagt (der KREISBOTE berichtete). Hinzu kommt noch der finanzielle Aufwand für den Planer. In der Gesamtsumme ist grob von einem Betrag zwischen 615.000 und 655.000 Euro auszugehen. Durch Stromeinspeisung könne jährlich ein Betrag von 67.500 Euro erzielt werden, wovon freilich die Wartung noch abzuziehen sei. Die Kennzahl bei der Spitzenleistung ist auf 749 KWp festgelegt. Die drei Buchstaben stehen für Kilowatt peak. Über 750 KWp hätte die Gemeinde eine Ausschreibung machen müssen, dieses Verfahren wollte man sich jedoch sparen. Pro kWp werden im Jahr durchschnittlich 800 bis maximal 1.200 Kilowattstunden Strom erzeugt werden können.

Johannes Jais

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