Das neue Herz der Stadt

„Häuser sind wie Menschen, sie strahlen etwas aus oder nicht“, befand der evangelische Stadtpfarrer Detlev Möller anlässlich der feierlichen Einweihung des Rathausanbaus am Samstagvormittag. Und so bat er die Stadträte um weiterhin „gute und weise Entscheidungen, die in ihrem Geist dem schönen Äußeren entsprechen.“

Gemeinsam mit Dekan Thomas Rauch segnete Möller – „Ja was überhaupt?“ – so seine Frage an Oberbürgermeister Ingo Lehmann. Den Neubau, den Altbau, das Foyer oder den Sitzungssaal? Was genau wurde eingeweiht? Formal gesehen, so Lehmann in seiner Be- grüßungsrede, sollte der Neubau eingeweiht werden, aber durch den Erweiterungsbau wurde auch das historische Rathaus neu erschaffen, wurde es zu einem neuen Kulturzentrum im Herzen der Stadt gemacht. Denn nicht nur der Festsaal könne nun für Veranstaltungen genutzt werden, auch das neue Foyer biete sich für kleinere Konzerte oder Ausstellungen an, der Sitzungssaal des Stadtrates könne für „angemessene“ Tagungen und Konferenzen gemietet werden. Lehmann bedankte sich nochmals ausdrücklich bei seinen Kollegen, die sich im Mai 2005 als Jury für den „mutigsten und kühnsten Architekturentwurf“ entschieden hatten, der im Rahmen des Wettbewerbes eingereicht worden war.´Verantwortlich für diesen Entwurf ist das Greifenberger Architekturbüro Bembé & Dellinger. Sebastian Dellinger erläuterte kurz die Grundideen. Wichtig sei gewesen, mit dem Foyer einen Raum für Kultur zu schaffen, mit der geplanten Außenanlage soll ein Treffpunkt für die Bürger entstehen, eine zusätzliche Verbindung von der Salzgasse zum Hauptplatz. Durch die Glas-Kupfer-Konstruktion füge sich das Gebäude in die historische Stadtansicht ein, die natürliche Patina des Materials sorge für immer wechselnde Farb- und Lichteffekte. Auch Landrat Walter Eichner lobte den Neubau: „Ich freu‘ mich als Bürger dieser Stadt, denn in diesem schönen Ambiente kommen auch schöne Beschlüsse heraus“. Einen „schönen Beschluss“ wünschte er sich auch in Sachen Hauptplatz, „das ist das, was man jetzt noch verbessern kann.“ Wie gut sich das neue, alte Rathaus als Kulturstätte eignet, bewiesen nicht nur die zahlreichen Gemälde Landsberger Stadtansich- ten, die das Foyer zieren. In mehreren kleinen Konzerten zeigten Schüler der städtischen Sing- und Musikschule ihr Talent und begeisterten damit die zahlreichen geladenen Gäste. Am Nachmittag hatten dann die Landsberger Gelegenheit, sich das neu geschaffene Herz der Stadt in Ruhe anzuschauen.

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