Stefan Paulus startet im Oktober

Neue Impulse für Landsbergs Stadtheimatpflege

Stefan Paulus, hier mit OBin Doris Baumgartl.
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Ab Oktober ist er der neue Stadtheimatpfleger: Stefan Paulus, hier mit OBin Doris Baumgartl.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Ab 1. Oktober hat Landsberg einen neuen Stadtheimatpfleger. Er heißt Stefan Paulus, ist promovierter Historiker, gebürtiger Landsberger – und bestrebt, neben dem Dialog mit der Stadt, den Archiven, Vereinen, Kirchen und Schulen auch mit den Bürgern verstärkt in Kontakt zu treten.

Der 48-Jährige übernimmt das Ehrenamt von Werner Fees-Buchecker, der die Tätigkeit „überaus zuverlässig und mit großem Engagement“ ausgeübt habe, wie OBin Doris Baumgartl bei Paulus‘ offizieller Vorstellung betonte. Angesichts der anstehenden bedeutenden Bauvorhaben habe die Stadt jedoch „einen Wechsel angestrebt“. Der neue Stadtheimatpfleger wurde in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause im nichtöffentlichen Teil einstimmig bestellt. Man freue sich sehr, dass der Historiker sich bereit erklärt habe, das Ehrenamt zu übernehmen.

Paulus ist in Landsberg aufgewachsen, hat die Grundschule in Erpfting besucht und nach einem, wie er sagte, „kurzen Intermezzo“ am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG) am Internat in Hohenschwangau („mit Blick auf die Schlösser“) sein Abitur gemacht. Er studierte Neuere und Neueste Geschichte, Kunstgeschichte und klassische Archäologie an den Universitäten in Regensburg und Augsburg, wo er heute als Privatdozent am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte tätig ist.

Die Stadt wünscht sich von ihm neue Impulse, Ideen und Formate der Wissensvermittlung sowie eine intensive Begleitung der anstehenden Baumaßnahmen an historischen Gebäuden. Baumgartl nannte vor allem die Sanierung und Neukonzeptionierung des Stadtmuseums sowie den Umbau und die Erweiterung der Schlossbergschule. Gerade am Schlossberg als der Wiege Landsbergs lasse sich die städtische Siedlungsgeschichte gut darstellen, so Paulus.

Er will, dass die Stadtheimatpflege sichtbarer und greifbarer wird – etwa mit einer eigenen Homepage samt entsprechender Kontaktmöglichkeiten, vielleicht sogar einem „Sprechstundensystem“, um direkt mit Bürgern in Dialog treten zu können. Die Homepage solle über Projekte informieren sowie Einschätzungen und Hintergründe vermitteln. Die Rolle des Stadtheimatpflegers sieht Paulus auch als die eines Moderators zwischen Denkmalpflege und Betroffenen, zwischen der Bewahrung des historischen Stadtbilds und notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten. „Es kann nicht sein, dass sich eine Stadt in gefrorenem Zustand befindet“, so Paulus. „Landsberg ist kein Freilichtmuseum.“

Eine weitere Aufgabe wird die kritische Begleitung und Mitgestaltung des geplanten Dokumentationszentrums im ehemaligen KZ-Außenlager VII sein, die der Historiker als überfällig bezeichnete. „Die Geschichte Landsbergs soll nicht nur im Museum sichtbar werden.“

Neben dem augenfälligen Themen Geschichte und Architektur gehören aber auch kulturelles Leben, Brauchtum und Volkskultur „zur DNA der Stadt“ und zu den Aufgaben der Heimatpflege. All dies soll sichtbarer gemacht und in seiner Außenwirkung verbessert werden. Bereits in Kontakt getreten ist Paulus mit dem Historischen Verein, mit dem er eine intensive Zusammenarbeit anstrebt.

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