In luftiger Höh':

Dem Himmel über St. Ottilien ein gutes Stück näher

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Auf 75 Meter Höhe segnete Erzabt Wolfgang Öxler das restaurierte Turmkreuz der Klosterkirche von St. Ottilien.

St. Ottilien – In schwindelerre­gende Höhen ging es am Samstag für Erzabt Wolfgang Öxler und eine kleine Gruppe aus Mönchen, Restauratoren, Bauleitern und Gästen. Der Anlass war in dieser Form einmalig: Auf der 75 Meter hohen Kirchturmspitze von St. Ottilien vollzog der Erzabt die Segnung des neuen Turmkreuzes.

Die Sanierung des Turms der Herz-Jesu-Kirche ist in den vergangenen Monaten einen großen Schritt vorangekommen. Planmäßig konnten mit dem Ende des Sommers die Außenarbeiten abgeschlossen werden. Dazu gehörte auch die Restaurierung des Turmkreuzes. Mit Korrosionsschutz, Neubeschichtung und Feuervergoldung versehen, erstrahlt es nun in neuem Glanz. In der Mitte befindet sich ein Herz – passend zum Namen der Kirche.

In zwei Bauaufzügen ging es für die Teilnehmer der Feier außen am Baugerüst hinauf auf die immer kleiner werdenden Plattformen an der Turmspitze. Das letzte Stück führte über ein paar wackelige Leitern. Belohnt wurden alle, die es bis hierher geschafft hatten, mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Klosterdorf und die umliegenden Wiesen und Wälder. Sogar ein Blasquartett spielte in luftiger Höhe. So mancher Besucher entwickelte auf dem Weg nach oben großen Respekt vor der Leistung der Gerüstbauer und Spengler, die tagtäglich zwischen Himmel und Erde unterwegs sind – selbst, wenn das Wetter nicht so freundlich ist wie es an diesem milden Spätsommermorgen war.

Für die Feier war der Tag gewählt worden, an dem die katholische Kirche das Fest der Kreurzerhebung feiert. Für Wolfgang Öxler war es außerdem der 40. Jahrestag seines Eintritts ins Kloster und für den Eresinger Bürgermeister Josef Loy, der ebenfalls mit von der Partie war, sein 65. Geburtstag. Öxler mahnte in einer kurzen Ansprache an das Kreuz als Zeichen der erlösenden Liebe. „Erlösung bedeutet: Er löst. Zu oft begnügen wir uns mit unseren Ich-Lösungen.“

Im Zuge der Sanierungsarbeiten war im Turmknauf unterhalb des Kreuzes eine Zinkkapsel mit Dokumenten aus der Erbauungszeit der Kirche aufgetaucht. Die Mönche haben nun ihrerseits eine Zeitkapsel mit Zeugnissen der Gegenwart hinzugefügt. Dazu gehören unter anderem ein auf Kupferfolie geschriebener Text mit der Unterschrift des Erzabts, ein Foto der Klostergemeinschaft samt einer Aufstellung der Namen aller Mönche, Informationen zu den Sanierungsarbeiten inklusive Kostenaufstellung, die Medaille „100 Jahre Missionsbenediktiner in Afrika“ sowie Euro- und Centmünzen. 

Ulrike Osman

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