Für die neue Liga rüsten

Stephan Strohhofer (links) steuerte per Elfmeter ein Tor zum rekordverdächtigen 8:1-Kantersieg des TSV Landsberg über Schwabmünchen bei. Foto: Krivec

Bei den Fußballern des TSV Landsberg macht sich langsam Entspannung breit. Mit zwei Siegen in der vergangenen Woche hat man das Abstiegsgespenst so gut wie verbannt und kann schon mal den Blick auf die kommende Saison richten. Im Nachholspiel in Affing gab es ein 2:1 (0:1), am Samstag gewann man in Schwabmünchen gar mit 8:1 (2:0).

„Mit 14:2 Toren und neun Punkten aus den letzten drei Spielen hat man natürlich als Trainer alles richtig gemacht, aber vor allem hat auch die Mannschaft ihre individuelle Klasse bewiesen“, gab sich Spielertrainer Sven Kresin dementsprechend erfreut. Abteilungsleiter Sepp Hintermeier war schon nach dem Spiel in Affing von den Qualitäten der Landsberger Truppe angetan: „Wenn wir unsere Chancen da besser verwerten, müssen wir mit fünf oder mehr Toren Unterschied gewinnen.“ Genau das gelang dann am Samstag. Nach einer Stunde Spielzeit schlug es fast im Minutentakt im Kasten der Schwabmünchener ein. Rekordverdächtig „Ich möchte nichts Schlechtes über den Gegner sagen, aber das war auch verdient so. Wir waren in allen Belangen dominant“, freute sich Kresin. Ungewöhnlich dabei: Nur Rakaric traf doppelt (60./69.), ansonsten trug sich fast die gesamte Mannschaft in die Torschützenliste ein: Bonfert (7.), Strohhofer (17./Elfmeter), Starker (64.), Salemovic (68.), Buschel (86.) und Wochnik (90.). Das letzte Mal hat Kresin in einem Punktspiel so hoch mit den Amateuren von 1860 gewonnen (9:0 im Oktober 1998 in Fulda). „Ich glaube, dieser Drittliga-Rekord steht heute noch. Aber das 8:1 in Schwabmünchen dürfte auch für Landesligen in dieser Saison rekordverdächtig sein.“ Mit jetzt 40 Punkten auf Rang sieben sollte man mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, auch wenn die Tabelle in der Landesliga Süd weiterhin eng bleibt. „Aber wir spielen noch gegen Mannschaften vom Tabellenende und die nehmen sich auch noch gegenseitig Punkte weg, das müsste also schon mit dem Teufel zugehen, damit wir da noch in Probleme kommen“, sagt Sepp Hintermeier. Kresin selbst schätzt, „dass wir noch drei oder vier Punkte holen müssen, damit es endgültig klar ist“. Gleichzeitig legt er die Messlatte intern aber höher. Immerhin steht in der kommenden Saison die Qualifikation für die neue Verbandsliga an, „da ist das jetzt für mich schon einmal so etwas wie ein Testlauf.“ In die neue Liga? Die ersten acht Mannschaften werden sich für die neue Liga direkt qualifizieren, die Teams dahinter spielen dann noch eine Qualifikationsrunde. Für den TSV Landsberg ist die Richtung klar, man will auf jeden Fall oben dabei sein. Kresin: „Da wollen wir dann möglichst schnell von dem 8. Platz weg und zwar in Richtung oben.“ Sowohl der 34-Jährige als auch sein Abteilungsleiter machen aber auch klar, dass das unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit steht. „Wir brauchen einen Druckspieler in der Offensive und Verstärkung in der Innenverteidigung, weil wir da wohl einen Aderlass haben werden“, so der Spielertrainer. Um für entsprechende Kandidaten attraktiv zu sein, müsste jetzt allerdings auch einmal die Zuschauerkulisse den Leistungen angemessen sein. „Ich hoffe schon, dass nach diesen Siegen am Samstag gegen Pipins­- ried jetzt einmal 250 oder mehr kommen, um sich anzusehen, wie wir das geschafft haben.“ Den Großteil der Mannschaft will man auf jeden Fall in Landsberg halten. „Wir haben schon mit einigen Spielern gesprochen. Das muss man rechtzeitig machen, sonst steht man zum Schluss oft blöd da.“ Auch für den Coach selbst dürften die Zeichen auf Vertragsverlängerung stehen. „Wir werden sicher bald Gespräche über die Zukunft führen.“ Sepp Hintermeier sieht das ähnlich. „Er liefert ja gute Arbeit ab. Ich denke, sogar im Falle eines Abstiegs wäre er nicht infrage gestanden. Aber man wartet eben einfach immer ab, bis man die nötigen Punkte zusammen hat, bevor man über die nächste Saison redet.“ Kresin gefällt Hintermeier aber auch als Spieler im defensiven Mittelfeld. „Seit er wieder dabei ist, ist hinten viel mehr Ruhe, er hält den Laden souverän zusammen, das merkt man einfach.“ Der Angesprochene sieht allerdings selbst noch Luft nach oben. „Das freut mich natürlich, wenn der Sepp das sagt. Aber nach einer so langen Pause macht man schon noch Fehler, die so normalerweise nicht passieren.“

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