Neue Mahnmal-Idee in Utting

Unerwartet gab es im Uttinger Gemeinderat einen neuen Vorschlag für das jüdische Denkmal, das auf dem ehemaligen Dyckerhofgelände an der Josef-Clemens-Straße aufgestellt werden soll: Noch vor der Entwurfspräsentation durch Prof. Franz Bernhard Weißhaar meldete sich im Rahmen der Bürgersprechstunde Helmut Ellinger zu Wort, der im Besitz eines mannshohen Betonreliefs aus der Hand des ehemaligen KZ-Häftlings Solly Ganor ist.

Er habe das handsignierte Relief, dass einen jüdischen Häftling in Gefangenenkleidung zeigt, Ende 2001, anlässlich der Auflösung der Werkstatt des abgetauchten Künstlers Bernd Dudek, ersteigert, erklärte Ellinger. Solly Ganor sei damit einverstanden, dass sein Werk zur Erinnerung an das Leid der jüdischen Häftlinge in Utting aufgestellt werde. Anschließend präsentierte Weißhaar den Gemeinderäten sein Modell, das die Inschrift tragen soll: „Hier, auf dem ehemaligen Werksgelände der Firma Dyckerhoff und Widmann, wurden zwischen Juli 1944 und April 1945 in den Lagern V/X des Komplexes Landsberg/Kaufering, Außenlager von Dachau, jüdische Häftlinge nach der Devise `Vernichtung durch Arbeit´ zu unmenschlicher, todbringender Schwerstarbeit gezwungen.“ Weißhaars Entwurf, sieht drei in der Höhe abgestufte Stelen vor, die sich aneinanderstützen. An der großen Stele soll die Inschrift auf Bronzeplatten in Deutsch und Hebräisch angebracht werden. Standort soll die Wiese westlich der Joseph-Clemens-Straße sein. Die Gedenkstätte liege somit am Leidensweg, den die Häftlinge täglich zur Arbeit gehen mussten, so der emeritierte Professor für Christliche Kunst. In Beton würde die drei Stelen, inklusive der Sockel für zwei Sitzbänke, zehn Platten zum besseren Stehen und Gehen und Aufstellung knapp 13 000 Euro kosten. Die Ausführung in hochwertigerem Dolomit-Stein käme 3000 Euro teurer Im Haushalt sind 20 000 Euro eingestellt. Dass auch das Relief von Solly Ganor einbezogen werden könnte, kann sich der Professor vorstellen. Die Entscheidung wurde vorerst vertagt. Vorab sollen sich Weißhaar, die ihn beratenden Experten für hebräische Kultur und Sprache, sowie der Bürgermeister und Helmut Ellinger nun gemeinsam beraten.

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