Ein fast ganz neuer Vorstand

Die neue "Mannschaft" des Historischen Vereins Landsberg

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Nur ein Mitglied des alten Vorstands ist auch im neuen des Historischen Vereins Landsberg dabei: (von links) Schriftführer Dr. Albert Thurner, Kassier Axel Flörke, 2. Vorstand Dr. Werner Fee-Buchecker und 1. Vorstand Prof. Dr. Stefan Winghart.

Landsberg – Die weibliche Prägung des Historischen Vereins ist Geschichte: Der neue Vorstand ist eine ‚Mannschaft‘: Professor Dr. Stefan Winghart und Dr. Werner Fees-Buchecker lösen die Erste Vorsitzende Sigrid Knollmüller und ihre Stellvertreterin Ingrid Lorenz ab. Axel Flörke übernimmt die Aufgabe des Schatzmeisters, Dr. Albert Thurner fungiert als Schriftführer.

„Dass ich nicht mehr zur Wahl stehe, hat nichts, rein gar nichts mit dem Verein zu tun“, begründete Knollmüller ihre Entscheidung. Sie wolle ihren Vorgänger Klaus Münzer nicht toppen, der erst mit 80 sein Amt niedergelegt habe: „In den nächsten drei Jahren werde ich ebenfalls 80 sein.“ Es war Knollmüller anzusehen, dass eine ganze Packung Wehmut bei ihrem letzten Auftritt als Vorsitzende dabei war. Dass die Sitzung ‚auf Abstand‘ stattfinden musste, war sicher nicht das, was sich die Historikerin nach 15 Jahren als Vorsitzende vorgestellt hatte. Selbst Händeschütteln musste entfallen. Die Feier des alten und neuen Vorstandes sowie die Würdigung der Ehrenmitglieder werde man aber nachholen. Jetzt freue sie sich, endlich mal „ganz entspannt“ an den Ausfahrten des Vereins teilnehmen zu können. – ganz ohne Verantwortung für die Organisation. Sie habe sich wirklich um eine Frau im neuen Vorstand bemüht –leider erfolglos.

Auf ihren Nachfolger Stefan Winghart wurde Knollmüller durch einen Vortrag im Fuchstal aufmerksam. Sie traf sich mit ihm und trug ihm die Vorstandschaft an – mit Erfolg. Der 68-jährige Münchener lebt seit 2017, dem Beginn seiner Pensionierung, im Landkreis – mit erstem Wohnsitz. Aber schon vorher hielt den beruflich deutschlandweit Tätigen seine Frau hier verortet, die er in den 80ern bei der Untersuchung einer Kirche im Lechrain kennen und lieben lernte: „Seither bin ich hier heimisch.“ Die Vorstandschaft übernehme er gerne. Denn „wenn die Trompete spielt, fangen auch die alten Zirkuspferde wieder das Tänzeln an.“ Er werde den Vorsitz wie bisher fortführen, aber auch neue Ideen einbringen.

Winghart hat eine Litanei an Erfahrungen vorzuweisen: Studiert hat er Vor- und Frühgeschichte sowie Archäologie in Regensburg, München und Dublin. Er war als Assistent am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, danach als wissenschaftlicher Angestellter im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz. 1980 promovierte er in Regensburg und startete ein Jahr später im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Von dort aus ging es als Landeskonservator und Leiter zum Thüringer Landesamt für Denkmalpflege, bis er 2009 Präsident des entsprechenden Instituts in Niedersachsen wurde. Er dozierte an mehreren Universitäten, 2015 verlieh ihm die Uni Osnabrück eine Honorarprofessur.

Schatzmeister Axel Flörke, der in die Fußstapfen von Wolfgang Juchem tritt, ist auch als Vorsitzender des Landsberger Verschönerungsvereins tätig. Er sei trotz kulturellem Interesse ein „Wirtschaftler mit Leib und Seele“, betonte der Studiendirektor und Kulturreferent. Auch er übernimmt das Amt zeitgleich mit seiner Pensionierung: „Nächste Woche muss ich in den Ruhestand. Da habe ich genug Zeit.“ Denn die Aufgabe als Kassier des Vereins, der auch die Kasse der Hans-Heinrich-Martin-Stiftung verwaltet, beinhalte doch das Umgehen mit großen Summen: „Das wird auch eine Herausforderung.“

Werner Fee-Buchecker, bisheriger Schriftführer, wurde zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Seinen bisherigen Posten übernimmt Albert Thurner, studierter Landeshistoriker und wiedergewählter Bürgermeister der Gemeinde Vilgersthofen.
Susanne Greiner

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