Für St. Nikolaus:

Das Projekt am Laufen halten

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Ortstermin auf der zweiten Empore. Am Spieltisch der alten Orgel von rechts Pfarrer Michael Vogg, Anneliese Stanner (Aushilfsorganistin), Kirchenpfleger Karl Sporer, Herbert Thalheimer (Berater im Orgelteam) und Lars Scharding vom Pfarrgemeinderat.

Reichling – Voll am Laufen ist das Projekt der neuen Orgel für die Reichlinger Pfarrkirche St. Nikolaus. Mit vielen Aktionen werden Spenden gesammelt für das neue Instrument auf der zweiten Empore. Inzwischen sind 133.000 Euro eingegangen, berichtet Kirchenpfleger Karl Sporer über den aktuellen Stand. Und der wird sich weiter erhöhen. Als nächstes wird nämlich am Samstag, 29. April, mit einer Portion Sportsgeist die Idee vom Orgellauf in die Tat umgesetzt.

Als erster Schritt, etwas zu den fehlenden zirka 55.000 Euro in der Finanzierung etwas beizusteuern, ist heuer der Orgellauf vorgesehen. Anneliese Stanner, die zum Kreis der Organisten gehört, hat zusammen mit Ingo Hofschroer und Hubert Frankl vom Fußballförderverein diese Veranstaltung „für den guten Ton in Reichling“ eingefädelt.

Dabei stehen – Start und Ziel ist von 13 bis 16 Uhr am Eglmoos – drei Strecken zur Auswahl. Sie sind 2,3 Kilometer, 5,3 Kilometer oder 7,3 Kilometer lang. Die Zeit spielt keine Rolle. Ob jemand geht, walkt oder läuft, ist egal. Wer sich selbst nicht auf den Weg machen kann oder möchte, ist aufgerufen, als Sponsor tätig zu werden – nach dem Motto „Einer zahlt – einer läuft“. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist Samstag, 7. Mai. Für Kinder bis 13 Jahre gibt es Medaillen. Dazu winken drei Preise für den ältesten und jüngsten Teilnehmer sowie für die größte Gruppe.

Pfeifen-Versteigerung

Nächstes Jahr sollen, wenn das bisherige Instrument auf der zweiten Empore bereits abgebaut ist, Pfeifen aus der alten Orgel in origineller Weise versteigert werden, blickt Pfarrer Michael Vogg voraus. Eine weitere Idee ist das „Schlemmen für die Orgel“. Das soll erstens die Gemeinschaft stärken und zweitens die Kassen füllen. Bereits für Herbst 2017 ist ein besonderes Konzert vorgesehen, mit dem das Projekt der Orgelfinanzierung am Laufen gehalten wird. Jugendliche Gruppen aus der Pfarreiengemeinschaft Lechrain gestalten am Sonntag, 26. November, um 16 Uhr eine musikalische Stunde in der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung haben neulich auf bisherige gelungene Aktionen zurückgeblickt, die schon seit 2008 „für den guten Ton in Reichling“ stattfanden. Dazu gehören Patenschaften für Orgelpfeifen, das Reichlinger Kochbuch, das Reichlinger Backbuch, eine Orgelweinaktion und Konzerte wie das Mariensingen, die Nacht der Musik mit der Young People Band, der Auftritt des Don Kosaken-Chores und der Männer des Tölzer Knabenchores, Orgelkonzerte, Pfarrfeste, Tombola, Wattturnier, der Vortrag von Anselm Grün und ein Galaball mit der Big Band des Bundespolizeiorchesters.

Zudem, so Pfarrer Vogg, „haben wir auf die Spenden von Privatpersonen geblickt“. All die Aktionen ergaben bisher ein stattliches Spendenaufkommen von etwa 130.000 Euro – und das in einer Pfarrei mit 740 Katholiken. Wenn man den Grundstock von 60.000 Euro aus der Kirchenstiftung St. Nikolaus und die 40.200 Euro von der politischen Gemeinde dazu zählt, ist nunmehr eine Summe von gut 230.000 Euro erreicht. Offen ist noch ein Betrag von zirka 55.000 Euro, den es nun noch zu beschaffen gilt. Auf dieser Grundlage konnte die Orgel Anfang des Jahres bestellt werden. Der Vertrag mit der Orgelwerkstatt Stefan Heiß aus Vöhringen ist geschlossen.

Emporen stabilisieren

Der Zeitplan sieht vor, dass im November 2017 erst die wieder aufzuarbeitenden Register aus der bisherigen Orgel entfernt werden und danach der Abbau des Instrumentes erfolgt. Ab Januar 2018 geht es an die statische Sanierung der zwei Emporen. Auch ist eine Begasung der Kirche (gegen den Holzwurmbefall) notwendig. Im Frühjahr 2019 wird die neue Orgel, die 19 Register bekommt, in Reichling aufgebaut. Bis zum Sommer wird sie intoniert. Voraussichtlich im September 2019 wird schließlich die feierliche Orgelweihe sein.

Michael Vogg, Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Lechrain, freut sich über den „Schub“, den das Projekt nach der Zuschusszusage durch den Gemeinderat erfährt. Die Orgel sei bedeutend für das musikalische Zentrum der Pfarreiengemeinschaft, kommentiert er im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Lars Scharding, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, hat inzwischen im Dorf „mehr Akzeptanz“ für die Entscheidung zugunsten einer wertbeständigen Pfeifenorgel ausgemacht.

Voll am Laufen ist also das Projekt neue Orgel. Viel Bewegung drinnen ist auch in der Kirchenmusik. Die Reichlinger haben mit Michael Denk nicht nur einen neuen Leiter für den Kirchenchor. Neu ist auch der Organist: Norbert Smolka. Aushilfsweise spielen Anneliese Stanner und Christa Thalheimer, Brigitte Haberl, Thomas Becherer und Jochen Geisenberger. Zudem freuen sich die Orgelschüler Vera Scharding, Korbinian Seidenspinner und Rosa Scharding auf das neue Instrument.

Johannes Jais

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