Neue Räume zum Lernen

Neue Räume brauchen die Beruflichen Schulen in der Spitalfeldstraße. „Die Schülerzahlen sind explosionsartig gestiegen“, hat Wolfgang Wiedemann, der stellvertretende Schulleiter, den Kreisräten mitgeteilt. Letztes Schuljahr besuchten 432 Schüler die Einrichtung in der Spitalfeldstraße. Heuer sind es 534. Viel zu viele sitzen in den Klassen. Intensiver Unterricht, beispielsweise in den Abiturklassen, braucht aber kleine Lerngruppen. Die beste Lösung scheint ein Neubau zu sein. 15 neue Klassenzimmer sollen deshalb gebaut werden. Über das Projekt entschieden wird im Kreistag nächste Woche.

Im September erst hatte die Schule den neuen Klassentrakt der Fachoberschule und die Mechatroniker-Halle eingeweiht. Und nun braucht die Schule schon wieder neue Räume? „Diese Entwicklung konnten wir nicht vorhersagen“, erklärt Schulleiter Oswald Kurr. wie viele Schüler sich anmelden, sei nicht kalkulierbar. Nun da sich der Schülerzuwachs bemerkbar gemacht hat, bekamen die Kreisräte den neuen Vorschlag von Seiten der Schule und dem Landratsamt auf den Tisch. Für 15 neue Räume soll die Schule im Südwesten erweitert werden. Die vorgesehene Fläche wird zurzeit noch als Parkplatz (Foto) genutzt. Kreisbaumeister Andreas Magotsch schätzt die Baukosten auf „zwischen sechs und sieben Millionen Euro“. Das geplante Gebäude wird dem neuen FOS-Klassentrakt ähnlich sein – die Räume sollen sich auf einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss verteilen. Neun Klassenräume sind für die BOS- und FOS-Klassen und drei für die Berufsschüler vorgesehen. Zudem entstehen drei Fachräume für Chemie, Physik und Biologie. Wann mit dem Bau begonnen wird, steht noch nicht fest. „2010 zumindest nicht mehr“, sagt Magotsch. Sehr gefragt bei den Beruflichen Schulen ist der Zweig Sozialwesen. Hier gibt es in den elften und zwölften Jahrgängen der Fachoberschule jeweils vier Klassen. Aber auch das neue Projekt „Abi&Auto“ für Abiturienten zieht Schüler an – nächstes Schuljahr wird es wohl zweizügig laufen. Mehr junge Erwachsene werden sich wohl auch für die Berufsoberschule anmelden. Im laufenden Schuljahr starteten hier 29 Schüler in einer Technikklasse. Wiedemann rechnet damit, dass es im kommenden Schuljahr schon gut 100 sein werden. „Auch langfristig bleiben die Schülerzahlen hoch“, schätzt der stellvertretende Schulleiter ein. So sei die Fachoberschule längst kein Nischenprodukt mehr. Immer mehr Schüler würden hier ihre Hochschulreife erwerben. Wegen des Neubaus müssen andere Projekte, die energetisch saniert werden sollten, jedoch warten: die geplante Sanierung der Fassaden, von Klassenzimmern und Nebenräumen und Arbeiten an den technischen Anlagen. Außerhalb machen sich die vielen Schüler ebenfalls bemerkbar – die Parkplätze sind rar. Um dieses Problem weiß die Schulleitung ebenfalls. Doch zuerst stehe die Sicherung des Schulbetriebs an, indem Schulraum geschaffen werden müsste, die Parkplatz-Frage wird später gestellt, so Wiedemann. Keine Alternativen Leicht hatten es sich die Kreisräte bei der Diskussion nicht gemacht: Die Alternativen – Auslagerung von Klassen in Schulen im Landkreis oder eine Containerlösung – wurden besprochen, schließlich aber als ungeeignet befunden. Auszulagern ist laut Wiedemann schier unmöglich: „Denn, der Stundenplan kann so gar nicht angepasst werden.“ Drei Schul- formen, Berufs-, Fach- und Berufsoberschule müssten aufeinander abgestimmt werden. Das ginge nicht, wenn Lehrer zum Beispiel zwischen Landsberg und Windach pendeln müssten. Da die 15-Minuten-Pause dafür nicht ausreiche, würden ganze Stunden wegfallen und Blockunterricht nicht mehr möglich. Wiedemann: „Unser pädago- gisches Konzept wäre dahin!“ Auch für die Schüler sei eine Schulfiliale auf dem Land eine Zumutung. Viele kämen von weiterher. Sie alle erst zu sammeln und dann die Außenschule anzusteuern, wäre zu kompliziert und zu viel Aufwand. Dazu käme, dass die Räume außerhalb nicht über die nötige Technik, zum Beispiel die Computerausstattung, verfügten. In Containern zu unterrichten, wurde ebenfalls verworfen. Magotsch erklärte, dass eine Containeranlage langfristig zu teuer werden würde.

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