Freier Badespaß

Aus Strandbad wird Freizeitanlage mit Badestellen

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Kassenhäuschen geschlossen und Eintritt frei in der „Freizeitanlage St. Alban mit Badestelle“! Aus „Strandbad“ machte Kioskpächter Frank Seiffert flugs StrandCafé.

Dießen – Das Wort „Strandbad“ muss in den Tourismus­prospekten für Dießen geändert werden. Denn die bei Einheimischen und Urlaubern so beliebten Strandbäder St. Alban und Riederau sind ab dieser Saison „Freizeitanlagen mit Badestellen“ ohne Eintritt, aber auch ohne Badeaufsicht. Wie mehrfach im KREISBOTEN berichtet, hat der Marktgemeinderat Ende März beide bisher als „Naturbäder“ geltenden Strandbäder zu sogenannten „Badestellen“ umgestaltet.

Ausgelöst wurde der weitreichende Beschluss durch einige Unfälle in anderen kommu­nalen Bädern, durch die sich Betreiber und Aufsichtspersonen vor Gericht verantworten mussten. Ausschlaggebend war schließlich ein BGH-Urteil, das den Umfang der Badeaufsichtsverpflichtung für Betreiber viel eindeutiger definierte, als das bislang der Fall war. Als Folge daraus kann der Markt Dießen seine beiden Strandbäder nicht mehr in der gewohnten Form betreiben.

Für die Badegäste bedeutet das: kein Eintritt sowie eine längere Benutzung (6 bis 22 Uhr). Damit die Besucher auch weiterhin die gewohnt gepflegte Anlagen vorfinden, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung „Spielregeln“ für die Benutzung der Freizeitanlagen verabschiedet.

Auszüge aus der Satzung: Kindern unter sechs Jahren ist der Besuch nur in Begleitung von Personen über 16 gestattet. Fahrräder dürfen nicht mit auf das Gelände genommen werden, wohl aber Krankenfahrstühle mit Elektromotor. Hunde sind angeleint nur auf den Terrassen der Kioske erlaubt. Lärm und laute Musik gelten als Belästigung und übermäßiger Alkoholgenuss ist untersagt. Ebenso wie das Grillen und offene Feuerstellen. Selbstredend ist das Aufstellen von Zelten sowie das Nächtigen verboten. Niemand, bis auf Kleinkinder, darf sich unbekleidet auf dem Gelände oder im See aufhalten und das Sonnen auf den Stegen ist nicht erlaubt. Bei Sturm oder Gewitter müssen die Freizeitanlagen unverzüglich verlassen werden.

Ganz entscheidend ist der Haftungsparagraph 8 der neuen Satzung: „Die Benutzung der Freizeitanlagen inkl. Badestellen erfolgt zu jeder Jahreszeit auf eigene Gefahr, wobei Eltern für ihre Kinder haften, soweit diese nicht selbst in Anspruch genommen werden können. Im Übrigen haftet der Markt Dießen auf Schadenersatz – gleich aus welchem Rechtsgrund – nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.“

Leider mussten dazu in St. Alban die beiden „badetypischen Einrichtungen“ Floß und Wasserrutsche an südlichen Steg entfernt werden. Grundsätzlich dürften in beiden Bädern auch keine Stege mehr sein. In beiden Bädern bleiben sie aber als Boots- und Rettungsanlege­stege für Wasserwacht und Was­serschutzpolizei erhalten.

Für die Benutzer der Segelbootliegeplätze in der Freizeitanlage Riederau bringt die neue Regelung Vorteile. Jetzt können sie und ihre Mitsegler ohne Jahreskarte beziehungsweise Eintritt zu ihren Jollen gelangen.

In der Ratssitzung wurde auch der Bau einer Behindertentoilette mit gleichzeitiger Sanierung der Sanitäranlagen für die Freizeitanlage St. Alban beschlossen. Die Kosten dafür liegen geschätzt bei 110.000 Euro. Damit wird allerdings erst im Herbst nach Ende der Badesaison begonnen.

Dieter Roettig

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