Schwerstarbeit am Hauptplatz

Ein Rathaus mit Flügeln

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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.
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Die Reise des neuen Flügels im Landsberger Rathaus fand am Mittwoch ihren schweißtreibenden Abschluss: die Jungs von „Piano Royal“ leisteten Schwerstarbeit, die am Ende noch mit einem Gläschen Schampus begossen wurde.

Landsberg – Er ist rund 500 Kilo schwer, glänzend schwarz und 60 Zentimeter länger als der alte: der neue Konzertflügel für den Rathausfestsaal ist da. Nach gut drei Jahren hat es der Förderverein Rathauskonzerte geschafft – zumindest fast. Denn noch sind nicht die gesamten 135.000 Euro, die der neue D-Konzertflügel von Steinway&Sons kostet, im Topf. Doch wenn der Stadtrat dem im Haushalt eingestellten Zuschuss zustimmt, „sind wir fast eben“, meint der Vorsitzende des Fördervereins , Axel Flörke. „Und wenn es nicht reicht, dann zahlen es wir und sammeln eben weiter.“

Vor dem Eingang zum Rathaus steht der Kleinbus des Klaviertransporters ‚Piano Royal‘. Was da kommt, ist wahrhaft königlich: der neue D-Flügel für den Ratshausfestsaal – an der rechten Busseite der Korpus, daneben Deckel, Klaviatur und Beine – alles schön zerlegt. Anders ist das 157 Zentimeter breite, 274 Zentimeter lange und rund 500 Kilo schwere Instrument auch nicht über den alten Treppenaufgang des Historischen Rathauses zu transportieren.

Kurz war ein Transport per Helikopter angedacht. „Aber dafür hätte man die Querbalken der Fenster im Festsaal heraussägen müssen“, gibt Claudia Flörke zu bedenken. Und außerdem hätte das auch einiges gekostet. Die Schufterei über die Treppen ist für den Verein gratis. Übernimmt die Klavierfirma. Und da der alte Flügel von Steinway in Zahlung genommen wird, ist auch der Abtransport dieses ausgedienten B-Flügels kostenfrei.

Vor drei Jahren hatten Axel und Claudia Flörke den Förderverein unter dem Motto „Den Konzerten Flügel wachsen lassen“ ins Leben gerufen. Sein vornehmlicher Zweck: Dem Rathaus einen neuen Flügel zu finanzieren. Fällt das nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt? Er habe wegen einer vollständigen Finanzierung gar nicht erst bei der Stadt angefragt, so Flörke. Der Betrag sei schlicht zu hoch gewesen. Dennoch, die Stadt hat geholfen. Wenn die letzte Förderung durchgeht, mit insgesamt 60.000 Euro. Der Verkauf des ‚Seniors‘ bringt 15.000 Euro, der Rest kam über Spenden und Benefiz-Konzerte wie die Open-Air-Oper auf dem Hauptplatz in diesem Jahr.

„Gerade jetzt ruft wieder jemand an, dass er spenden möchte“, freut sich Flörke, als die ‚Flügeldelegation‘ darauf wartet, dass das schwarze ‚Monstrum‘ nach oben kommt. Im Treppenaufgang hat Markus Huber vom Bauamt alle Treppenabsätze säuberlich mit Spanplatten abgedeckt. Radoslav Kralik und seine zwei Mitarbeiter stemmen den Korpus schweißgebadet durchs Treppenhaus. Auf jedem Absatz eine Pause. Und endlich kommt er oben an. Die Klaviatur liegt bereits im Festsaal, Hämmerchen, weiße Tasten aus Kunststoff, schwarze aus Ebenholz. Die weißen waren früher aus Elfenbein – was man beim alten Flügel noch sehen kann.

Ein Jahr dauert es, so einen Flügel zu bauen. Der Korpus, den Steinway in Hamburg und New York baut, besteht aus Mahagoni und Ahorn. Handverlesen. Die auf der Gussplatte aufgespannten Saiten haben einen Zug von 20 Tonnen. Anders gesagt, an dem Holz ziehen fünf Elefanten. Weshalb auch immer wieder nachgestimmt werden muss, „vor allem nach so einer Tortur wie dem Transport“, gibt Veronika Pütz von Steinway zu bedenken. Weshalb der Flügel, der bisher in der Philharmonie im Gaststeig stand, nach drei Jahren im Riesensaal ausgetauscht wurde – und somit second hand nach Landsberg kommen kann.

Beine anschrauben, Klaviatur einsetzen, Deckel drauf: Jetzt ist er fertig, der Enkel des bisher im Festsaal stehenden Flügels – jetzt wohl der Opa. 40 Jahre diente er vielen Pianisten bei rauschenden Konzerten. Im Vergleich zum Neuen ist er nahezu zierlich – wie beim Menschen, da sind die Enkel auch immer größer.

Der Landsberger Kulturförderpreisträger Markus Philipper ist auch da. Und setzt sich gleich an die Tasten. Das Klangerlebnis ist beeindruckend. Vor allem, wenn Philipper sich danach an den alten Flügel setzt. Der weniger brillant ist. Fast meint man, im Hintergrund ein Rauschen zu hören. Aber es wäre ja auch fatal, wenn da kein Unterschied zwischen alt und neu, groß und klein wäre.

Last Christmas

Zum Abschluss stoßen alle Anwesenden – mit dabei auch Pianist Dr. Maximilian Hofbauer und Rathauskonzert-Macher Franz Lichtenstern – mit Sekt an. Und als der alte Flügel eingepackt wird, hat der ein oder andere tatsächlich feuchte Augen. Ist ja auch kein Wunder. Denn nach Philipper setzt sich Klaviertransporter Kralik ans Instrument. Und spielt passend zum draußen leuchtenden Christbaum „Last Christmas“ von Wham! – Musik, die bisher wohl eher nicht im Festsaal zu hören war.

Susanne Greiner

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