Neue Therapien erschließen

Es gibt sie tatsächlich, die Geschichten mit Happy End. Eine davon handelt von Nils, einem sechsjährigen Buben aus der Gemeinde Geltendorf. Er litt an einer besonders seltenen, aggressiven Krebsart. Seine Eltern sammelten 500000 Euro für eine erfolgreiche Therapie. Um Familien in ähnlich verzweifelter Lage zu helfen, entstand aus der „Aktion Nils“ die „Gesellschaft für KinderKrebsForschung e.V.“.

Das Schicksal von Nils bewegte im vergangenen Jahr die Menschen weit über die Region hinaus. Bundesweit und auch regional schrieben Zeitungen über ihn, das ZDF berichtete. Als der Bub drei Jahre alt war, wurde bei ihm ein Tumor in der Nebenniere diagnostiziert. Seine Überlebens- chance schätzten die Ärzte damals auf 20 Prozent. Nach einer zunächst er- folgreichen Chemotherapie und Operation folgte ein Rückfall. Wieder Operationen, wieder Chemotherapie, dazu Bestrahlung und schließlich eine Knochenmarktransplantation, die dem Körper des Buben helfen sollte, ein stärkeres Immunsystem aufzubauen. Das alles reichte jedoch nicht, um den Krebs dauerhaft zu besiegen. Der einzig wirklich erfolgversprechende Weg war die Therapie mit einem Antikörper, der die verbliebenen Tumorzellen markiert und damit für das Immunsystem besser erkennbar macht. Die Herstellung dieses Antikörpers samt Pilotstudie sollte 500000 Euro kosten – eine Summe, die kein Pharmakonzern investieren wollte. Nils Krebsart ist mit etwa 150 Fällen im Jahr viel zu selten, als dass sich an der Herstellung des Gegenmittels viel verdienen ließe. Die Eltern gingen an die Öffentlichkeit und lösten mit der „Aktion Nils“ eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Benefizkonzerte, Theateraufführungen, Sportevents wurden zugunsten der Kinderkrebsfor- schung veranstaltet, viele Menschen sammelten und spendeten – und tatsächlich kam innerhalb weniger Monate die erfor- derliche Summe zusammen. Nils und rund 30 weitere Kinder konnten inzwischen mit dem neuen Antikörper behandelt werden. Der Sechsjährige geht wieder in den Kindergarten und freut sich auf den Schulbeginn im Herbst. Dabei wollen es seine Eltern nicht bewenden lassen. Gemeinsam mit Freunden und Medizinern machten Kim und Julia Andres aus der „Aktion Nils“ die „Gesellschaft für KinderKrebsForschung“. Der eingetragene Verein will bundesweit Forschungsprojekte unter- stützen, die neue Therapien erschließen und damit die Überlebenschancen krebskranker Kinder verbessern. Das Haupt-augenmerk liegt auf Projekten, die ohne Spenden gar nicht zustande kommen würden. Unterstützt wird der Verein von einem wissenschaftlichen Beirat, dem namhafte Kinderonkologen aus ganz Deutschland angehören. Auf Vorschlag der Fachleute wird entschieden, welches Projekt als nächstes unterstützt werden soll. Die bisher 13 Vereinsmitglieder planen derweil weitere Benefizaktionen, um möglichst viel Geld für die Forschung zu sammeln. Aktuelle Termine und Fortschritte werden auf der Internetseite www.kinder-krebs-forschung.de veröffentlicht.

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