Neue "Wies'n" besteht Wettertest

Die 13-jährige Nell ist schon zehnmal Insider gefahren. Dieses Fahrgeschäft, das wirklich nur für ganz Schwindelfreie geeignet ist, scheint das begehrteste der diesjährigen Landsberger Wies’n gewesen zu sein – nicht nur für Nell aus Lengenfeld sondern auch für die anderen geschätzten 20000 Besucher des Volksfestes an den vergangenen beiden Wochenenden. Die Plätze in den kugelähnlichen Kabinen, die auf einer Drehscheibe herumgewirbelt wurden, waren meist voll.

Große Augen angesichts des Insiders machten auch zwei Jungen im Kindergartenalter. Sie durften noch nicht mitfahren. Was ihnen erlaubt war, stand gegenüber: Dort bot Berta Boppel aus München Armbrust-Schießen an. Das dürften sogar ganz Kleine, erklärte sie und wies neben Geräten für Erwachsene auf kleine Armbrust-Varianten aus Holz hin. Trotz des Regenwetters war Boppel gut gelaunt – bei ihrem Wies’n-Fazit sprach sie auch die guten Bedingungen an, die sie als Schaustellerin hier vorgefunden hätte. Auf dem neu hergerichteten Festplatz Waitzinger Wiese ließ sich auf geteerten Wegen auch bei Nieselregen gut und vor allem ohne Schlamm an Schuhen und Hose herumspazieren. Wohl geordnet präsentierten sich die rund 20 Stände auf dem neuen Platz. „Das Festgelände sei wesentlich schöner und attraktiver als früher“, lobte zudem Angela Kirmair, die für den städtischen Eigenbetrieb Fun, die Koordination zwischen Stadt und Veranstalter übernommen hat. Bester Tag war laut vieler Standbetreiber der erste Samstag, denn da schien noch die Sonne. Am letzten Wochenende dagegen, war es nass – es kamen weniger Kinder, Jugendliche und junge Familien mit Nachwuchs, die wohl den Hauptanteil der Gäste stellen. Beliebt bei ihnen war ebenso die Mitte des Platzes, denn dort sorgte Diebolds Autoscooter für Kurzweil. Betreiber Edmund Diebold jr. ist verantwortlicher Gesamtveranstalter des Volksfestes. Schon seit Anfang an, seit zehn Jahren sei er bei der Wies’n mit dabei. „Überregionale Bedeutung wollen wir erreichen“, erklärte Diebold, „bis nach Weilheim und Kaufbeuren soll die Landsberger Wies’n ausstrahlen.“ An Wetterprobleme ist der Augsburger gewöhnt: „Da kann man nix machen.“, meinte er gelassen. Mit einem guten und einem schlechten Wochenende sei er „noch zufrieden“. Mehr Gäste hätte sich Traudl Lenard gewünscht. Lenard war im Festzelt Oberbayern für die Bewirtung zuständig. „Am besten kam noch der bayerische Trachtenabend an“, erzählt die Kellnerin. Am Sonntagabend bis spät in Landsberg, ging es für sie am Montag schon wieder auf ein anderes Fest in Neuburg an der Donau. Neben Spiel und Spaß wie auch bei Kettenkarussell, Wasserrutsche und Losbuden hatte die Landsberger Wies’n volksfesttypisch auch Angebote mit süßen Leckereien oder Herzhaftem zu bieten. Und in der Nähe des Landsberger Autosalons, der schon eine feste Wies’n-Institution ist, fand sich noch ein kleiner, eigentlich unauffälliger Stand – gut besucht war er trotzdem, denn viele junge Mädchen ließen sich hier afrikanische Zöpfe flechten.

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