Unterkünfte und Wohnungen fehlen

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Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis wird im nächsten Jahr voraussichtlich auf über 6.000 ansteigen. Demnächst werden wohl auch im Hochbauamt Flüchtlinge einziehen, so der Asylbeauftragte des Landsberger Stadtrates Jost Handtrack.

Landkreis – Landrat Thomas Eichinger rechnet damit, dass sich bei gleichbleibender Zuweisung von 54 Personen pro Woche Ende 2016 rund 4.600 Flüchtlinge im Landkreis aufhalten werden. Davon entfallen rechnerisch rund 1.100 auf die Große Kreisstadt. Der Asylbeauftragte des Stadtrats, Jost Handtrack, kommt auf dramatischere Werte – er geht von 4.600 „Neuzugängen“ und einer entsprechend höheren Gesamtzahl aus.

Selbst bei den niedrigeren Angaben reichen die verfügbaren Unterbringungsmöglichkeiten in Asylunterkünften und Wohnungen bei Weitem nicht aus. So muss die Stadt Landsberg, die derzeit 307 Personen beherbergt, weitere 800 Plätze bereitstellen. Handtrack weist darauf hin, dass zwar demnächst rund 200 Personen ins Hochbauamt und das ehemaligen Tauscher-Gebäude einziehen können. Allerdings trage das nur „ein klein wenig zur Entspannung bei“.

Außerdem schlage das Problem auf den Wohnungsmarkt durch. Schaue man sich an, aus welchen Ländern die in Landsberg untergebrachten Schutzsuchenden kommen, könne man prognostizieren, dass viele von ihnen Bleiberecht erhielten. Die Schutzquote habe im November 77 Prozent betragen. Die dann anerkannten Flüchtlinge würden in den Asylunterkünften zu Fehlbelegern und müssten ausziehen.

Für sie und Familienangehörige, die ein Recht auf Nachzug haben, müsse die Stadt Landsberg Wohnraum zur Verfügung stellen. „Einheimische Bedürftige, von denen über 200 auf der Warteliste stehen, dürfen dabei nicht unberücksichtigt bleiben, da es nicht zu einer unguten Konkurrenzsituation bezüglich des sozialen Friedens in unserer Stadt zwischen ihnen und anerkannten Flüchtlingen kommen darf“, so Handtrack wörtlich.

Werner Lauff

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