Ein Weg ins Nichts

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Der Obermeitinger Kirchweg ist aktuell stark sanierungsbedürftig.

Obermeitingen – „Darüber müssen wir erst einmal eine Nacht schlafen“, hat Bürgermeister Erwin Losert in der jüngsten Ratssitzung gesagt. Auf der Tagesordnung hatten die Überlegungen gestanden, den Kirchweg zu sanieren. Seine Gedanken und Ideen dazu skizzierte der beauftragte Planer Dieter Weinbrenner aus Augsburg – er hatte sich auch richtig Gedanken gemacht.

Um einen Weg neu zu asphaltieren, braucht es keinen Landschaftsarchitekten, gab Weinbrenner den Gemeinderatsmitgliedern mit auf den Weg. Er habe seine Aufgabe nicht nur als Landschaftsarchitekt sondern auch als gläubiger Christ gesehen. Deshalb sei er davon ausgegangen, dass seine Beauftragung an die Erwartung geknüpft sei, eine gute Lösung zu finden.

„Ich laufe einen Weg entlang, der im Nichts endet“, beschrieb Weinbrenner. Die Kirche sei wegen des Baumbestandes auch erst im letzten Moment zu erkennen. Er wage es deshalb als Planer etwas anderes vorzuschlagen: „ Mein Weg geht über die Wiese. Ich gehe aus dem Wald heraus. Dadurch sehe ich die schöne Kirche lange vorher“. Neben einer neuen Wegführung möchte der Augsburger Landschaftsarchitekt drei Stationen für einen „Augenblick des Verweilens“ einrichten. Dazu sollten Bänke aufgestellt werden und Tafeln und Stelen an christliche Themen erinnern, unter anderem mit einem Gedicht von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der von den Nazis im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.

Dieter Weinbrenner schätzt die Kosten für das Projekt auf rund 200.000 Euro. Über die Städtebauförderung des Freistaates sei ein Zuschuss bis zu 60 Prozent der Kosten möglich. 180.000 Euro hat Erwin Losert in den Haushalt für 2016 einstellen lassen. Wenn es nach den Vorstellungen des Planers geht, soll der neue Weg auch asphaltiert werden, eine Pflasterung scheide wegen der Barrierefreiheit aus. Problematisch für Behinderte sei natürlich die vorhandene Steigung von zehn bis elf Prozent. Das könne man aber nicht ändern. Allerdings ist dem Gemeinderat auch klar, dass der überwiegende Teil der Kirchenbesucher mit dem Auto über den Kirchberg zum Parkplatz fährt.

Für Losert bietet eine Neutrassierung des Kirchweges auch die Möglichkeit, eine „Friedensstation“ an der Pfarrkirche zu realisieren. Sollte es zu einer Entscheidung für diese Variante kommen, müsste der alte Weg zurückgebaut. Der Kirchweg in seinem heutigen Zustand ist sanierungsbedürftig, da die Baumwurzeln den Asphalt an vielen Stellen beschädigt haben. Auch das Geländer sieht wenig vertrauenserweckend aus.

ssp

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