Neuer Arbeitskreis Asyl

„Ich werde in diesem Jahr Weihnachten mit den Asylbewerbern feiern“, kündigte der scheidende Kauferinger Bürgermeister Dr. Klaus Bühler am Donnerstag an.

Für Walter Eichner war die Infoveranstaltung für die Anwohner und Anlieger rund um das Thema „Asylbewerber“ in Kaufering keine einfache Geschichte. Zwar war dem Landrat die Verärgerung über die brüske Vorgehensweise der Regierung von Oberbayern deutlich anzumerken. Dennoch musste und wollte er zusammen mit Bürgermeister Dr. Klaus Bühler den Fokus auf die soziale und menschliche Komponente lenken, da die Stimmung unter den gut 50 Zuhörern in der Volksschule zu Beginn ohnehin recht explosiv war.

Sehr kurzfristig ist das Landratsamt offenbar informiert worden, widersprüchlich und mit täglich wechselnden Zahlen und Fakten. Dass es bei der sofortigen Bereitstellung von Unterkünften Schwierigkeiten gab, stieß bei der Regierung nicht auf großes Verständnis. Immerhin gibt es inzwischen mit dem 7. Dezember ein konkretes Datum für die Ankunft der 20 Personen. Bleiben sollen sie bis zum 30. Juni 2012, „plus/minus ein Monat“, so Eichner. „Wenn danach wirklich 80 zu uns kommen, sind die in Kaufering sowieso nicht unterzubringen. Auch wenn das mit der Lechrainkaserne nicht klappt, werden wir dann eine Lösung finden, das verspreche ich Ihnen.“ Die Bürger machten am Donnerstagabend teilweise deutlich ihren Ängsten Luft. „Ich habe zwei kleine Kinder. Die Leute, die da kommen, sind vorwiegend junge Männer, die nicht arbeiten; da finde ich den Platz für die Unterbringung nicht so günstig gewählt“, meinte eine junge Mutter. Eine ältere Dame äußerte ebenfalls Befürchtungen wegen der „vielen Männer, die da kommen“. Sie erhielt vom Landrat die Zusage, dass gegenüber ihrer Wohnung nach Möglichkeit die Familie einquartiert wird. Eichner und Bühler stellten im Laufe der Veranstaltung die menschliche Komponente in den Vordergrund. Bühler: „Wir haben in Kaufering schon viel gestemmt. Ich bin mir sicher, dass wir das auch diesmal mit Hilfe der Kirchen und ehrenamtlicher Unterstützung hinbekommen. Wir werden es als Gemeinde schon noch schaffen, 20 Leute für ein halbes Jahr ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.“ Ähnlich sieht das Eichner. „Da wird ja nicht Alcatraz entleert, das muss man mal ganz klar sagen. Da kommen arme Leute.“ Noch auf der Veranstaltung wurde für die Gemeinde ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, den Hans Koch (SPD) und Hans-Joachim Schaffer leiten. „Ein katholischer Gemeinderat und ein evangelischer Pfarrer im Ruhestand, da kann meiner Meinung nach nichts schiefgehen“, stellt Dr. Klaus Bühler fest. Der Bürgermeister setzte dann auch gleich noch ein Zeichen. „Ich bin dieses Jahr an Weihnachten erstmals ohne Kinder, weil die alle verreist sind. Und ich werde dann mit den Asylbewerbern feiern.“

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