Gemeinschaftsunterkunft

Freistaat baut für Menschen in Not

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Auf dem Areal zwischen A96-Rastanlage Lechwiesen (links) und Iglinger Straße (oben quer) im Landsberger Westen will der Freistaat die Gemeinschaftsunterkunft bauen.

Landsberg – Neuer Bauherr: Die geplante Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber im Westen der Lechstadt wird nicht der Landkreis, sondern der Freistaat selbst errichten. Das hat Dieter Knauer, Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY), auf Anfrage bestätigt.

Parallel dazu denkt man in der Kreisbehörde über Wohncontainer als Übergangslösung am selben Standort nach. Das soll bereits am 30. Juli Thema im Kreisausschuss sein.

Wie mehrfach berichtet, war ursprünglich war geplant, dass der Landkreis Landsberg die Gemeinschaftsunterkunft (GU) für „150 plus X“ Flüchtlinge errichtet und an den Freistaat zurückvermietet. Nach intensiver Standortsuche war man im Westen der Lechstadt, zwischen Iglinger Straße und A96-Rastanlage „Lechwiesen“, fündig geworden. Südlich der Wertstoffsammelstelle steht ein rund 6000 Quadratmeter großes Areal im Eigentum des Freistaates zur Verfügung.

Dass es nun einen neuen Bauherrn gibt, liegt nicht am Landkreis, ist die Folge einer Grund­- satzentscheidung des Sozialministeriums. Danach kann der Freistaat Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber auch selbst errichten. „Aus unserer Sicht gibt es keine Zeit- oder Kostenersparnisse, wenn der Landkreis baut“, sagt IMBY-Geschäftsführer Knauer, außerdem wäre für die ursprünglich angedachte Konstellation eine komplizierte Vertragskonstruktion notwendig gewesen, die nun wegfällt. „Wir müssen nun bezüglich der Bauleitplanung weitere Gespräche mit der Stadt führen.“ Da das Projekt GU Landsberg von der IMBY in die Verantwortung der freistaatlichen Bauverwaltung übergeht, könne er, Knauer, zum weiteren Zeithorizont nichts sagen. Allerdings: Innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen wolle man ein Raumkonzept erarbeiten.

Im Landratsamt Landsberg geht man davon aus, dass die GU frühestens in eineinhalb Jahren fertig sein könnte. Deshalb, so Pressesprecher Wolfgang Müller, strebe man jetzt gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern die Container-Übergangslösung an – dort, wo später die Gemeinschaftsunterkunft entstehen soll.

Bis dahin muss der Landkreis seiner Aufnahmeverpflichtung mit „Notlösungen“ nachkommen. Zu den bisher in Kaufering und Erpfting unterge­brachten 120 Asylbewerbern werden dem Landkreis im Laufe dieser Woche weitere zehn Personen zugewiesen. Dies teilte die Regierung von Oberbayern Anfang vergangener Woche der Ausländerbehörde im Landratsamt mit.

Nach „schneller Abstimmung zwischen Stadt und Landkreis“ werden die Flüchtlinge in einer städtischen Wohnung in Erpfting untergebracht, die die Stadt Landsberg zusätzlich kurzfristig zur Verfügung stellt. „Nur durch diese erneute Zuweisung konnten wir es vermeiden, dass wir eine Notunter­kunft, etwa in einer Sporthalle, einrichten mussten“, betont Landrat Walter Eichner. Er bedankt sich ausdrücklich für die „gute und unbürokratische Zusammenarbeit“ mit OB Mathias Neuner und der Stadtverwaltung.

Wohnungen gesucht

In diesem Zusammenhang bittet der Landkreischef die Bevölkerung, freistehende Wohngebäude, die für die Unterbringung von Asylbewerbern geeignet sein könnten, ans Landratsamt Landsberg zu melden: Tel. 08191/129102.

Toni Schwaiger/Ulrike Osman

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